„Gewinner erkannt man schon am Start — Verlierer auch!“

Schaut man sich die allgemeinen Zahlen zum Trading an, liest man immer wieder dass 80% aller Trader nicht erfolgreich sind. Betrachtet man diesen Wert aber kritischer, muss man die Zahl sicherlich noch korrigieren. Die Zahl der Trader, die so erfolgreich sind, dass sie von ihren Tradingeinkünften leben können, ist sicherlich NOCH GERINGER als 20%.

Woran liegt das? Was machen die Einen richtig, was machen die Anderen dagegen nicht?

Wir wollen euch in loser Folge einige Grundtatsachen der Tradingpsychologie vermitteln. Psychologische Grundlagen, die hinter einem erfolgreichen Handeln am Markt stehen. Los gehen soll es mit der elementarsten aller Fragen: „Warum verlieren viele erfolglose Trader ständig Geld?“

Im Video geht Alex genau dieser Frage nach und gibt die Antworten, die zum Nachdenken anregen sollen. Die wesentlichen Inhalte findest du zum Nachlesen in diesem Begleitartikel.

 

  
     

 

 

1. Hauptsatz der Tradingpsychologie:

Erfolgreiche Trader traden den Markt, nicht ihre Emotionen

Einer der Hauptgründe, warum Trader scheitern: Sie handeln nicht den Markt, sondern ihre Emotionen.

Der Mensch tut in Stress-Situationen meistens das Gegenteil von dem, wassinnvoll wäre. Das ist auch der Grund, weshalb es so wenig erfolgreiche Trader gibt. Trading braucht Konzentrationund Vorbereitung. Denn Trader kämpfen gegen den härtestenGegner, den es gibt – gegen sich selbst!

Das zentrale Problem beim Trading sind Gefühle. Der Trader wird ständig hin- und hergerissen zwischen zwei Extremen: Gier und Angst. Die Tradingindustrie zeichnet ihm das Bild des erfolgreichen Traders: Am Strand, in der Hängematte via I-Phone schnell seine offenen Positionen gecheckt oder abends, kurz bevor man zur Dinnerparty geht, noch ein/zwei Orders absetzen. Es ist ja wirklich einfach, mit Trading Geld zu verdienen, das sollte jeder kapiert haben!

Aber: dauerhaftes Geldverdienen an der Börse ist einer der schwersten Jobs derWelt. Und erfolgreiche Profis wissen das.

Irgendwann, meistens sehr schnell, kommen die ersten Verluste. Darauf ist der unerfahrene Trader nicht vorbereitet. Sie treffen ihn wie linker Haken von Klitschko. Vielleicht rafft er sich noch einmal auf und denkt sich „jetzt erst recht!“ — oder er zieht sich wie ein geprügelter Hund zurück: nun hat die Angst gesiegt.

Ein Amateur hat nach einer Serie profitabler Trades das Gefühl, er könne über das Wasser gehen. Er beginnt, zu hohe Risiken einzugehen – und sprengt sein Konto in die Luft.

Hat der Neuling hingegen mehrere Verluste hintereinander einsteckt, ist er völlig demoralisiert. Er scheut sich, eine Order zu platzieren, obwohl sein System ihm ein klares Kauf- oder Verkaufssignal anzeigt. Er zögert, wartet, wartet zu lange.

 

Erfolgreich Geld verbrennen - Symbolbild

 

Ein erfolgreicher Trader ist Realist. Er kennt seine Fähigkeiten undseine Grenzen. Er sieht das Marktgeschehen und weiß, wie er daraufreagieren muss. Er analysiert die Märkte nüchtern, beobachtet sichselbst und macht realistische Pläne. Und er hält sich an diese Pläne. Er hat erkannt, dass eine Entscheidung unter äußerem Druck wesentlich mehr Gefahr birgt als die nüchtern ausgearbeitete Strategie.

Kerry Lovorne, ein US-Trader hat einmal gesagt:

 

„Es ist ja schon schwer genug, zu wissen, was der Markt tun wird; wenn man aber nicht weiß, was man selbst tun wird, ist das Spiel schon verloren.“ ◄ 1 ►

 

Seine Emotionen in den Griff zu bekommen ist die allererste Voraussetzung, den Weg des erfolgreichen Traders einzuschlagen. Aber das ist einfacher gesagt als getan.

Nur weil man ein scheinbar rational denkendes, modernes Wesen mit einem Handy in der Tasche und einem Diplom an der Wand ist, ist man noch lange nicht in der Lage, seine Ängste und Gefühle abzuschalten. Das geht ebenso wenig, wie wenn man plötzlich beschließen würde, ab sofort Kunstradfahren oder Turmspringen zu können.

Und genau dieser Prozess ist es, der das Erlernen des Tradings so mühsam und langwierig macht. Du musst dein Gehirn auf die emotionalen Bedürfnisse, die das Trading erfordert, konditionieren.

Das ist nicht leicht, doch ich kann dich beruhigen – es geht! Menschen können ein Leben lang lernen. Aber das braucht Engagement, Wille, Zeit und die richtige Lerntechnik. Und es wird leichter, wenn dich jemand dabei unterstützt.

 


 

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2. Hauptsatz der Tradingpsychologie:

Erfolgreiche Trader übernehmen Verantwortung, sie hängen keinen Mythen nach

Welcher Trader kennt die Situation nicht:

 

Du eröffnest eine Position, und kurz nachdem du getriggert wurdest dreht der Markt und läuft in die andere Richtung davon. Irgendwann überrennt er deinen Stop — und gleich danach dreht er erneut und bewegt sich fröhlich in die ursprünglich von dir anvisierte Richtung!

 

Wie reagierst du darauf?

 

Wut und Ärger - Symbolbild

 

Viele Verlierer meinen, sie wären erfolgreicher gewesen, hätten sie nur eingrößeres Konto gehabt. Sie hätten den Stopp weiter entfernt setzen können und würden statt einem Ausstopper ein kleines Vermögen kassieren.

Leider hängen diesem Mythos des Kapitalmangels viele Anfänger an.

Das eigentliche Problem eines Verlierers ist aber nicht seine Kontogröße, sondern dass er sich total übernimmt und schlampigesMoney-Management betreibt. Erfolgreiche Trader werden sich nie über zu wenig Kapital zu beklagen. Das ist eine Ausrede, mit der sich der Verlierer vor zwei schmerzlichen Wahrheiten drückt: er hat keinrealistisches Money-Management und es mangelt ihm anDisziplin.

Eine andere, häufig zu beobachtende Verhaltensweise ist die Ablehnung von Verantwortung.

Gewinner werden nach einem missglückten Trade nie mit der Suche nach dem Schuldigen starten. Die Fragen, was ist schiefgelaufen und wie kann ich künftig diese Situation von vornherein vermeiden haben für sie absoluten Vorrang. Natürlich kann es sein, dass irgendwelche äußeren Umstände zum Verlust geführt haben, doch es hat in den Augen des erfahrenen Traders keinen Sinn, jetzt auf diesen Umständen herum zu reiten, sich als Opfer zu sehen und den Verprügelten zu spielen.

Es ist das Verhalten des Losers, für einen misslungenen Trade Schuldige zu finden: es war der Broker, es waren andere Trader, das böse Schicksal oder, und das ist der bevorzugte Schuldige: der MARKT.

 

„Hören Sie auf, Ihre Verluste dem Pech oder anderen Menschenzuzuschreiben, und übernehmen Sie die Verantwortung für IhreErgebnisse“. (Alexander Elder, Trading for a Living)

 

Alexander Elder vergleicht in seinem Buch „Trading for a Living“ den Markt mit einem Ozean. Und das ist finde ich eines der besten Bilder dafür:

 

„Der Markt ist wie ein Ozean – er steigt und fällt, unabhängig vondem, was man sich wünscht. […] Man mag in Furcht zerfließen, wenn man Short geht, aber der Markt steigt, sodass das Kapital mit jedem Tick zusammenschmilzt. Aber diese Gefühle haben nichts mit dem Markt zu tun – sie existieren nur in einem selbst.

Der Markt weiß ja nicht, dass es uns gibt. Man kann nichts tun, um ihn zu beeinflussen. Dem Ozean ist das Wohlergehen eines Menschen egal, aber er ist auch nicht darauf aus, ihn zu schädigen. Das Einzige, was man unter Kontrolle hat, ist das eigene Verhalten.

Ein Seemann kann den Ozean nicht beherrschen, aber er kann sich selbst beherrschen. […] Ein erfolgreicher Seemann nutzt seine Intelligenz.“

 

Erfolgreiche Trader wissen auch:

Wenn sie den Grund für ihren Misserfolg in äußeren Umständen suchen, koppeln sie sich gleichzeitig auch von der Chance ab, aus ihren Fehlern zu lernen.

Wer stets einen Schuldigen sucht (und findet), kann sich nicht weiterentwickeln. Er würde immer ein Opfer bleiben und sich in seiner Opferrolle auch noch wohlfühlen.

 

3. Hauptsatz der Tradingpsychologie:

Erfolgreich Trader schwimmen nicht mit dem Strom

Ein dritter Grund, warum manche Trader mehr Erfolg haben:

Wenn dir bewusst ist, dass vielleicht 80% aller Trader erfolglos am Markt unterwegs sind – wie sinnvoll wäre es, diesen Leuten zu folgen?

Ein anderes Beispiel: die Vergangenheit hat gezeigt, dass ein verschwindend geringer Teil der „Expertenvorhersagen“, Marktprognosen und Wirtschaftstipps eingetreten ist. Nicht einmal mehr auf die alten Mayas und deren Kalender konnte man sich 2012 verlassen.

Der Markt quillt über von Publikationen, die dir „totsichere“ Systeme verkaufen, die Medien überbieten sich mit Info-Formaten, in denen Wirtschaftswissenschaftler, Finanzexperten und Börsengurus ihre unfehlbaren Vorhersagen zum Besten geben.

Wirtschaftsmagazine veröffentlichen Meinungsumfragen „unter den 100 Top-Managern der Republik“ und im Internet lassen sich haufenweise „Sentiment-Indikatoren“ abrufen.

Eigentlich dürfte es doch keinen Verlierer an den Börsen dieser Welt mehr geben, oder? Erfolgreiche Trader können sehr wohl abschätzen, was von diesen Ausblicken zu halten ist.

Der Mensch ist ein soziales Wesen, und wir sind nur allzu gern bereit, zu glauben, was uns andere erzählen, vor allem wenn sich dies mit unseren eigenen Ansichten deckt (auch darüber werden wir in einer der nächsten Folgen sprechen).

Wenn dann der „Experte“ auch noch ein paar akademische Titel oder zumindest einen hohen Bekanntheitsgrad hat, muss da ja was dran sein, oder? Das ist allemal einfacher, als sich selbst die Mühe zu machen, etwas zu recherchieren.

 

Die Realität zeigt aber ein anderes Bild!

 

„SAPERE AUDE“ ist ein altes lateinisches Sprichwort. Wir kennen es als Leitspruch der Aufklärung, wie es Immanuel Kant 1874 geprägt hat: ◄ 2 ►

„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

 

Immanuel Kant 1791 (Gemälde von Gottlieb Doebler)

Immanuel Kant, 1791 (Gemälde von Gottlieb Doebler) Quelle: Wikipedia hier: https://bit.ly/37mY2D0

 

Schlussfolgerung

Um an den Märkten zu gewinnen, muss man drei wesentliche Komponenten des Tradings beherrschen:

  • robuste Psychologie,
  • ein logisches Handelssystem und
  • einen wirkungsvollen Risikomanagement-Plan.

Sie sind wie die drei Beine eines Hockers – nimmt man eines weg, fällt der Hocker um.

Sich ausschließlich auf Indikatoren und Handelssysteme zu konzentrieren ist ein typischer Anfängerfehler.Man muss analysieren, wie man sich beim Traden fühlt, um zu gewährleisten, dass die Entscheidungen, die man trifft, solide sind.

Die Trades müssen auf klar festgelegten Regeln beruhen.

Und man muss sein Money-Management so strukturieren, dass einen eine Verluststrähne nicht aus dem Spiel katapultiert.

 

In noch folgenden Beiträgen zur Tradingpsychologie wollen wir dir weitere Tipps, Hinweise und Hintergrundwissen zu diesem spannenden und unverzichtbaren Thema geben. 

 


 

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​Hier noch ein paar Buchempfehlungen zum Thema…

 

Weiterlesen:

Alexander Elder: The New Trading for a Living, deutsche Ausgabe unter dem Titel „Alles was Sie über Trading wissen müssen“, erschienen bei Börsenmedien AG, Kulmbach, 2021

Norman Welz: Tradingpsychologie – So denken und handeln die Profis, erschienen 2012 im FinanzBuch Verlag, München

Brett N. Steenbarger: Trading Psychology 2.0– From Best Practices to Best Processes, John Wiley & Sons, Inc., Hoboken, New Jersey, 2015

 

 


1 Alexander Elder: The New Trading for a Living