Der Vierteljährliche „Grains Stocks Report“ des
US-Landwirtschaftsministeriums veröffentlicht

 

 

In der letzten Septemberwoche, am 30. 09., hat der National Agricultural Statistics Service (NASS) , die Statistikabteilung des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA), drei Berichte veröffentlicht:

  • die Small Grains Annual Summaries,
  • den Grains Stocks Report und den
  • Wheat Price Index.

Diese Berichte geben Auskunft über die aktuellen Produktions- und Lagerbestände sowie der Preisentwicklung bei Getreide und Ölsaaten (z.B. Soja).

Alle drei Reports werden regelmäßig herausgegeben, die Annual Summaries, wie der Name sagt, jährlich und der Grain Stocks Report vierteljährlich bzw. der Wheat Price Index monatlich.

Den Berichten der letzten Woche zum Ende des 3. Quartals kommt dennoch eine besondere Bedeutung zu: mit dem 3. Quartal endet das Erntejahr für Mais, Soja und Sommerweizen. Die Aussaat von Winterweizen ist im vollen Gange. Somit bietet der Bericht quasi einen abschließenden Einblick in den Anbauzeitraum 2020/21, der in den COT-Reports als „Old Crop“ geführt wird.

 

Grains Wachstums- und Erntezyklen

Grains Wachstums- und Erntezyklen (Näherung)

 

Außerdem enthalten die Berichte Aussagen über die Veränderung der Anbauflächen, über die Erträge je Acre (Randinformation: 2,5 Acres = 1 Hektar = 10.000m²) und Informationen bezüglich der Produktionskosten.

Schauen wir uns die wesentlichen Aussagen dieser Berichte einmal an. Es lassen sich daraus auch Prognosen über die zu erwartende Entwicklung an den Futuresmärkten treffen.

Bestände Mais, Soja und Weizen am 1. September

Die Maisbestände der alten Ernte beliefen sich am 1. September 2021 auf insgesamt 1,24 Milliarden Bushel, was einem Rückgang von 36 Prozent gegenüber dem 1. September 2020 entspricht.

Die Sojabohnen der alten Ernte, die am 1. September 2021 gelagert wurden, beliefen sich auf insgesamt 256 Millionen Bushel, was einem Rückgang von 51 Prozent gegenüber dem 1. September 2020 entspricht.

Die gesamte Weizenproduktion belief sich im Jahr 2021 auf 1,65 Milliarden Bushel, was einem Rückgang von 10 Prozent gegenüber 2020 (1,83 Milliarden Bushel) entspricht. Die geerntete Fläche betrug 37,2 Millionen Acres, was einem Anstieg von 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Ertrag in den Vereinigten Staaten wurde auf 44,3 Bushel pro Acre geschätzt, 5,4 Bushel weniger als im Vorjahr.

Die Winterweizenproduktion für das Jahr 2021 beläuft sich auf 1,28 Milliarden Bushel und liegt damit um 9 Prozent über dem Wert für 2020 von 1,17 Milliarden Bushel.

Sommerweizen: Die Produktion für 2021 wurde auf 331 Millionen Bushel geschätzt, was einem Rückgang von 44 Prozent gegenüber dem Wert für 2020 von 588 Millionen Bushel entspricht.

Der gesamte Weizen, der sich am 1. September 2021 in den Lagern befand, belief sich auf 1,78 Milliarden Bushel, 18 Prozent weniger als vor einem Jahr.

 

  Produktion Lager
Wheat (Weizen)
Weizen: Produktion

Weizen: Produktion
Alle Sorten

Weizen - Lagerbestände

Weizen – Lagerbestände
alle Sorten

Corn (Mais)
Corn Produktion

Corn – Produktion

Corn - Lagerbestände

Corn – Lagerbestände

Soybeans (Sojabohnen)
Corn Produktion

Soja – Produktion

Soja - Lagerbestände

Soja – Lagerbestände

Tabelle 1: Produktion und Lagerbestände der wichtigsten Grains (Klick auf die Symbolbilder)

 

Auswirkung auf die Preise

Betrachtet man die Preisentwicklung bei Getreide und Ölsaaten (Soja), erkennt man einen deutlichen Preisanstieg für das abgelaufene Erntejahr:

 

Getreidepreise - Einnahmen

Getreidepreise – Einnahmen (Entwicklung des Preisindex; 2011=100%)

 

Der Chart zeigt die Entwicklung des Preisindex für Getreide und Ölsaaten, bezogen auf 2011 entsprechend 100%. Getreide wird unterteilt in Getreide als Futtermittel und Nahrungsmittel. Besonders auffällig ist, dass die Preise, nach einem starken Einbruch im Erntejahr 2013/14 seit 2014 auf niedrigem Niveau stagnieren. Erst im aktuellen Erntejahr kann ein explosionsartiger Anstieg bemerkt werden.

Den Preisen, die im Verkauf erzielt werden, stehen jedoch die Produktionskosten entgegen. Der nächste Graph zeigt die Gegenüberstellung zwischen den Einnahmen („Prices Recieved“) und den Produktionskosten („Prices Paid“).

 

Gettreidepreise - Einnahmen und Ausgaben

Gettreidepreise – Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben

 

Man sieht, dass durch die stark gestiegenen Preise sich die Einnahmen (braune Linie) langsam den Ausgaben (blaue Linie) annähern. Doch zum Break- Even ist noch ein kleines Stück. Bezogen auf den Index 2011 sind die Einnahmen um 9,4% gestiegen, die Ausgaben stiegen in der selben Zeitspanne jedoch um 16,4%. Dies entspricht einer derzeitigen Ausgabendeckung von 94%.

 

Getreide Preise am 30.09.2021

Getreide Preise am 30.09.2021, Vormonat und Vorjahr

 

Fazit

Die jetzt veröffentlichen Zahlen zeigen einen deutlichen Rückgang der Lagerbestände bei Getreide und Ölsaaten in den USA, verglichen mit den Vorjahren.

Ein wesentlicher, bestimmender Faktor hierfür ist das Wetter. Wir haben in der Vergangenheit in Beiträgen bereits auf den Einfluss des Wetters auf die Agrarproduktion hingewiesen.

Die Vereinigten Staaten litten – und leiden noch – unter einer extremen Dürreperiode, die augenscheinlich nur kurz durch verheerende Niederschläge mit Überschwemmungen aufgrund des Einflusses von Hurricane IDA unterbrochen wurden (auch darüber haben wir berichtet).

 

new-york-ueberschwemmung

Überschwemmungen in New York am 01.09.2021  —  Hurricane IDA verabschiedet sich vom amerikanischen Festland (Foto: afp)

 

Wir wollen uns die Hauptanbaugebiete der drei angesprochenen Grains ansehen:

 

Anbaugebiete WEIZEN in den USA

Anbaugebiete Weizen in den USA

 

Anbaugebiete Corn in den USA

Anbaugebiete Corn in den USA

 

Anbaugebiete Soja in den USA

Anbaugebiete Soja in den USA

 

 

Zum Vergleich dazu die aktuelle Karte der Dürreregionen der USA:

 

Dürreregionen USA

Dürreregionen in den USA – Quelle: U.S. Drought Monitor 30.09.2021

 

Dazu sollte noch angemerkt werden, dass die Dürre vor allem in den Plains und im Heartland (Zentrum der USA), also dem „Wheat-Belt“ in den vergangenen Wochen zurückgegangen und moderaten Regenfällen gewichen ist.

Aber auch andere Staaten, z.B. Kanada und Russland – die zu den größten Weizen-Exporteuren der Welt zählen – melden geringere Ernten. Brasilien als größter Corn-Produzent der Welt kämpft mit einer Jahrhundert-Dürre. Dies alles deutet auf eine weiterhin bullische Entwicklung an den Getreidemärkten hin.

Zwei Charts sollen dies abschließend verdeutlichen. Es sind die Commodity Cash Price Indexes von Hard Red Winter (HRW) Weizen und Spring Wheat (Sommerweizen) jeweils beginnend 2017. Sie zeigen die Preisentwicklung am Cash- (Spot-) Markt für die beiden Weizensorten.

 

Preisindex US - Winterweizen

Preisindex US – Winterweizen (HRW) — Preisentwicklung seit 2017

Preisindex US - Sommerweizen

Preisindex US – Sommerweizen (Sprinwheat) — Preisentwicklung seit 2017

 

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Unsere Quellen:

Charts:

USDA-NASS, Charts and Maps — Index hier: https://www.nass.usda.gov/Charts_and_Maps/Agricultural_Prices/index.php

Wheat Price Indexes — barchart hier: https://www.barchart.com/futures/cash/grain/wheat

Reports:

Grain Stocks Report https://usda.library.cornell.edu/concern/publications/xg94hp534?locale=en

Agricultural Prices https://usda.library.cornell.edu/concern/publications/c821gj76b

Kartenmaterial:

USDA-NASS, Charts and Maps, U.S. Drought Monitor https://droughtmonitor.unl.edu