Trader werden: Welche technischen Voraussetzungen musst du erfüllen?

Hallo Insider

du hast dich entschlossen, professioneller Trader zu werden! Aber welche technischen Voraussetzungen musst du hierfür erfüllen?

Benötigst du wirklich sechs bis acht Bildschirme, eine High-End-Workstation im fünfstelligen €-Bereich und ein vollklimatisiertes Büro im 20. Stock des Banker-Viertels Frankfurt/Main?

Oder geht es auch etwas billiger?

Ich persönlich nutze hier ein „stinknormalen LapTop„. Natürlich hängten die Anforderungen von deinem Trading-Ansatz ab. Das werde ich im Video ansprechen, Auch die Frage, welche Software du benötigst, werde ich im Video beantworten.

Du möchtest all das noch einmal nachlesen? Hier findest du die Transkription des Videos:

1.3 Die technischen Voraussetzungen

Ich weiß, in zahlreichen Filmen wird einem suggeriert, dass man ein ultimatives Büro benötigt mit riesigen Monitorwänden und jeden verfügbaren Kurs bis zum Tick-Chart in Echtzeit beobachten muss um Geld an der Börse zu verdienen.

Aber ist das wirklich so?

Es kommt mal wieder auf deinen Tradingstil an. Willst du eben ein Daytrader sein und permanent aktiv, wäre es sicherlich von Vorteil deine Hauptmärkte immer im Blick zu behalten um entsprechend schnell reagieren zu können. Jede Zeitersparnis ist beim Daytraden wichtig. Es gibt Trader, die sich den modernsten PC kaufen um möglichst kleine Latenzen zu haben bei der Verarbeitung der Kursdarstellung und Orderausführung. Um entsprechend schnell auch seine Trades an seinen Broker zu übertragen, haben sich professionelle Trader sogar ein Büro im selben Gebäude eingerichtet oder sich zumindest einen Server in der Nähe gemietet, von welchem die Orderausführung über voll- oder halbautomatisierte Programme generiert werden.

Wenn es um Daytraden geht, ist der Hardwareaufwand nicht übertrieben, denn jeder Vorteil ist Geld wert. Außerdem sollte es entsprechend bequem sein, wenn man den ganzen Tag auf die Kurse starrt. Dann ist ein kleines Laptop-Display nicht sehr komfortabel.

Willst du aber wie wir, eben nicht den ganzen Tag traden, sondern entsprechend am Abend eine Order in den Markt geben, dann sind die Voraussetzungen viel geringer:

Natürlich ist ein Internetzugang wichtig. Orderaufträge per Telefon gehören zum Glück der Vergangenheit an. Es muss nicht das schnellste Internet der Welt sein, da wir ja nicht in Echtzeit traden. Unsere Order wird in der Regel nicht sofort ausgeführt, sondern erst am nächsten Handelstag, somit haben wir am Abend genug Zeit um die Orders zu übermitteln. Ist die Order erst einmal beim Broker eingegangen, brauchen wir nicht mehr online sein. Der Auftrag liegt dann beim Broker und wir können uns wieder zurück lehnen und entspannt zuschauen.

Für unseren und für alle anderen Tradingstile die eben nicht Intraday sind, sondern auf Tagesschlusskursen basieren, ist also kein schnelles Internet mit super kurzen Latenzen nötig.

Welche Hardware wird benötigt?

Ich persönlich besitze nur einen Laptop mit einer Diagonalen von 13Zoll. Also ein relativ kleines Display. Sicherlich mag es in der ein oder anderen Situation hilfreich sein, sich einen Chart auch mal etwas größer anzuschauen. Ich löse dieses Problem damit, dass ich meinen Laptop mit dem Fernseher verbinde, wenn ich mir die Charts mal etwas genauer angucken will. Dies ist aber eher der Bequemlichkeit geschuldet.

Die Trades unserer Swingtrading-Strategie kann ich also von meinem Laptop ohne Probleme absetzen und benötige keine Hightech. Da ich, genauso wie Max auch, auf Dauerreise bin, ist die Mobilität wichtig. Ich kann meinen Laptop überall kurz aufklappen und meine Trades verwalten ohne vollausgestattetes Büro mit vielen Monitoren. Das ist für mich Freiheit. Wer kleine Zeiteinheiten traden will benötigt ausgezeichnetes Internet und sicherlich mehr Hardware als nur einen kleinen Laptop. Da ist die Standortgebundenheit höher als bei uns auf den großen Zeiteinheiten.

Was wird sonst benötigt?

Ein Broker und eine Chartsoftware, welche nach Möglichkeit direkt mit dem Broker verbunden ist.

Was ist ein Broker?

Ein Finanzdienstleister welcher als Mittelsmann für uns die entsprechenden Aufträge an der Börse umsetzt.
Wir alle, ob Daytrader oder Langzeittrader, werden unsere Entscheidungen, zumindest zum Teil, anhand von Chartbildern treffen. Es ist sehr komfortabel, wenn man über die entsprechende Chartsoftware auch seine Trades definieren kann und diese Information als Order direkt an seinen Broker weiterleiten kann. Die meisten Broker bieten so eine Chartsoftware kostenlos mit an. Aber nicht jede Chartsoftware ist gleich und automatisch gut. Dies jedoch wird ein eigenes Video füllen, welches zu einem späteren Zeitpunkt kommen wird.

Für den Anfang kannst du dir die Webbasierte Chartsoftware von „Tradingview“ anschauen. Diese ist in eingeschränkter Version auch kostenlos zu verwenden und bietet einen sehr guten Umfang.

Wer, wie wir, mit Futures traden will, könnte sich die Chartsoftware Ninja-Trader, Tradestation, AgenaTrader oder Tradenavigator mal genauer ansehen.

Ich selber bin auch vom Meta-Trader begeistert. Sehr viele CFD und Forex-Broker bieten den Meta-Trader kostenlos mit an. Bei fast allen dieser Broker kann man sich auch ohne Umstände ein Demokonto einrichten und sich mit dem Handel vertraut machen. Einige Kurse sind im Demobetrieb Zeitverzögert, was zur Übung aber nicht stören sollte. AMP – Global wäre ein Futures-Broker welcher neben vielen weiteren Charttools auch den Meta-Trader anbietet.

Zusammenfassung:

Für Daytrader:

  • sehr schnelles Internet mit sehr geringem Ping (Verzögerung)
  • möglichst mehrere Monitore für eine gute Übersicht
  • starker PC der mehrere Monitore verwalten kann und die entsprechenden Charttools
  • effiziente Chartsoftware mit entsprechenden Datenversorgung wie Realtimedaten und Volumenprofilen
  • API Anbindung der Chartsoftware an den Broker mit Echtzeitausführung
  • Broker mit schnellen Ausführungen und günstigen Orderkosten

Langzeittrader wie Swingtrader oder Positionstrader:

  • normales Internet. Auch Hotspot vom Smartphone ausreichen
  • Handelsüblicher Laptop, möglichst mit größerem Display für eine gute Darstellung
  • Chartsoftware mit entsprechender Datenversorgung. Nicht unbedingt realtime notwendig.
  • Broker und Chartsoftware sollten miteinander verknüpfbar sein

Das war das Thema: Technische Voraussetzungen. Das nächste Thema wird „Tradingkosten“ sein. Dieses wird ebenfalls hier auf dem Blog veröffentlicht aber natürlich auch auf unserem YouTube-Kanal. Schau dort unbedingt auch mal vorbei.

Ich wünsche dir einen erfolgreichen Start an der Börse.

Über den Autor

Karl-Heinz (Charlie) Ramer kommt ursprünglich aus der IT, wo er als freiberuflicher Dozent, Programmierer und System-Admin tätig war. Zu InsiderWeek fand er über einen Bekannten, nachdem er als Daytrader harten Schiffbruch erlitten hatte. Mit der Strategie von Max konnte er schließlich erstmals Erfolge vorweisen.

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