Rohöl und das Trading mit Crude-Oil Futures

Rohöl ist einer der interessantesten Rohstoffe für den Handel mit Futures-Kontrakten. Der Markt ist unglaublich liquide, und er ist bei Händlern auf der ganzen Welt beliebt. Ein weiteres Argument:

Der Ölpreis schwankt beim leisesten Flüstern der Nachrichtenagenturen, was ihn zu einem Favoriten für Swing- und Day-Trader macht, die nach einem Markt mit Bewegung suchen.

Dieses volatile Umfeld kann einige äußerst solide Handelsmöglichkeiten bieten, unabhängig davon, ob du dich auf Daytrading-Futures konzentrierst oder ein längerfristiger Händler bist. Es kann aber auch zu großen Verlusten führen, wenn du auf der falschen Seite einer Preisbewegung stehst.

Im Video spricht Alex über die wichtigsten und interessantesten Fakten dieses Rohstoffs. Dieser Artikel wird dir darüber hinaus weitere Informationen und Hintergründe aufzeigen.

Genieße das Video, bevor es „ans Eingemachte“ geht!

Warum Crude-Oil Futures handeln?

Rohöl ist einer der am aktivsten gehandelten Rohstoffe der Welt. Der Rohölpreis beeinflusst den Preis etlicher anderer Rohstoffe, einschließlich Benzin und Erdgas. Der Schwankung der Rohölpreise wirkt sich jedoch auch auf die Preise von Aktien, Anleihen und Währungen rund um den Globus aus.

Rohöl bleibt eine wichtige Energiequelle für die Welt, trotz des gestiegenen Interesses am Sektor der erneuerbaren Energien.

Was musst du als Trader über diesen wertvollen Rohstoff wissen? Starten wir mit einem Korb voll Hintergrundwissen:

Was ist Rohöl überhaupt?

Trotz der täglichen Anwendung machen viele Menschen keinen Unterschied zwischen Rohöl und Benzin. Rohöl ist der Grundstoff, der zur Herstellung von Benzin, Heizöl, Diesel, Flugzeugtreibstoff und vielen anderen petrochemischen Produkten raffiniert wird. Viele Grundlagen unterscheiden sich beim Rohprodukt von den Weiterverarbeitungen.

Rohöl gibt es in etlichen verschiedenen Qualitäten. An den Terminbörsen in London und New York werden jedoch standardisierte Produkte gehandelt, sogenannte Referenzöle. Die Preise aller anderen Sorten werden dann als Abschlag oder Zuschlag auf das Referenzöl ermittelt.

“Light Sweet Crude Oil”

ist ein leichtes Rohöl und wird an der New York Mercantile Exchange (NYMEX) gehandelt. „Light Sweet“ ist die beliebteste Rohölsorte, die gehandelt wird, weil sie sich am einfachsten zu anderen Produkten verarbeiten lässt.

“Brent Blend Crude”

Eine weitere Ölsorte ist “Brent Blend Crude“, die vor allem in London gehandelt wird und auf zunehmendes Interesse stößt. Der Name Brent bezieht sich auf Öl, das in den Brent-Ölfeldern und an anderen Standorten in der Nordsee gefördert wird. Das Ölfeld Brent wird von den Firmen Shell UK Ltd. und Esso Exploration & Production UK Ltd erschlossen, entdeckt wurde es im Jahr 1971, gefördert wird seit 1976, im Feld „Brent South“ seit August 1992.

Brent Crude ist der am häufigsten verwendete Maßstab für die Bestimmung von Benzinpreisen.

Offshore Ölplattform (Source: https://unsplash.com/)

“WTI”

“West Texas Intermediate (WTI)“ ist Rohöl aus US-Bohrlöchern. Das Produkt ist leicht und süß und ideal für Benzin. Es wird unter dem CL-Ticker an der Chicago Mercantile Exchange (CME) und der NYMEX gehandelt.

“Schwere Öle”

Das Rohöl des Nahen Ostens ist als Dubai- und Oman-Öl bekannt. Es hat einen höheren Schwefelgehalt und fällt in die Kategorie der schweren, sauren Öle. Die Dubai Mercantile Exchange bietet Futures für dieses Rohöl an.

Der Begriff „Schwere Öle“ darf nicht mit dem Begriff „Schweröl“ verwechselt werden. Bei Schweröl handelt es sich um einen Rückstand aus der Erdölraffination, der, gemischt mit Dieselöl, als Kraftstoff für Großdieselmotoren (Schiffe, Diesellokomotiven) sowie für Kraftwerke zur Stromerzeugung eingesetzt wird

Wenn Rohöl raffiniert oder verarbeitet wird, benötigt man etwa drei Barrel Öl, um zwei Barrel bleifreies Benzin und ein Barrel Heizöl zu produzieren. Dies hilft, den Produktionsbedarf von Rohöl zu relativieren und zu verstehen, warum Produktion und Angebot so genau beobachtet werden.

Wo kommt das Öl her?

Russland, Saudi-Arabien und die Vereinigten Staaten sind die drei größten Ölproduzenten der Welt. Seit 2017 sind die USA das Land auf der Welt, das am meisten Erdöl fördert. In 32 Bundesstaaten wird Erdöl gefördert, darunter auch in den Küstengewässern.

Einer der Hauptgründe für die Führungsposition der USA bei der Erdölförderung ist die Einführung neuer Bohrmethoden. Zwischen 2018 und 2019 ist die Erdölförderung in den USA um etwas mehr als 9 % gestiegen.

Der immense Anstieg der Rohölförderung in den Vereinigten Staaten wird in der folgenden Grafik deutlich. Aufgezeigt ist die tägliche Fördermenge in 1000 Barrel [zum Begriff des Barrels siehe Anmerkung ① unten]:

Die drei größten Rohöl Förderländer 2009-2019

Die Ölförderung Saudi-Arabiens ging nach Kürzungen bei den Fördermengen durch die OPEC von 2018 bis 2019 um 609 000 Barrel pro Tag zurück. Im Jahr 2020 wurde die Fördermenge aufgrund einer geringeren Nachfrage durch Covid-19 um weitere 3,30 Mio. Barrel pro Tag gesenkt.

Dabei muss man eines bedenken: In Saudi-Arabien z.B. erwirtschaftet die Erdölförderung rund 42 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Deshalb liegt hier ein nicht zu vernachlässigender Grund zu innenpolitischen Sorgen in einer “explosiven” Region der Welt vor.

Das folgende Diagramm zeigt die sieben nächstwichtigen Förderstaaten der „Großen 10“: Kanada, Iran, China, Iraq, Vereinigte Arabische Emirate (UAE), Kuwait und Mexico:

Die weiteren Förderländer der „Großen 10“

Welche Rolle spielt die OPEC in dieser Liste?

OPEC-Mitgliedsstaaten (Quelle: Wikipedia)

Der Weltmarktanteil der OPEC-Länder ist in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Die Organisation setzt daher zunehmend auf die Kooperation mit Nicht-OPEC-Staaten wie Russland oder Mexiko. Der Begriff OPEC+ hat sich dafür eingebürgert. 2017 vereinbarten Russland und die OPEC eine Produktionskürzung, die bis Ende 2018 zu verlängert wurde. Dia Grafik zeigt deutlich, dass die Produktion der OPEC 2016 ihre Höhepunkt erreicht hatte und seitdem stagniert bzw. sogar rückläufig ist. Gleichzeitig steigen die Fördermengen in den Nicht-OPEC-Staaten kontinuierlich.

Ölförderung in den OPEC und Nicht-OPEC-Staaten

Im Jahr 2019 förderten die OPEC- Mitglieder rund 37% der weltweiten Ölfördermenge:

Ölfördermengen der OPEC-Staaten

Wieviel Öl haben wir noch?

Nach Auskunft der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) liegen die sicheren Erdölreserven weltweit bei gut 244 Milliarden Tonnen und sind damit so hoch wie nie zuvor. Hierzu zählen die mit heutiger Technologie wirtschaftlich gewinnbaren Erdölmengen. Dazu kommen nach Auskunft der BGR noch rund 502 Mrd. Tonnen Ölressourcen.

Ressourcen sind nachgewiesene oder geologisch mögliche Vorkommen, die zwar bekannt sind, aber mit heutiger Technik nicht wirtschaftlich gefördert werden können.

Die Grafik listet die Länder mit den größten Erdölreserven auf.

Rohölreserven

Auffallend: Venezuela, das bei den Förderländern irgendwo weit abgeschlagen auftaucht, verfügt über die geschätzt größten Reserven. Vielleicht ist das ein Grund, warum manche Mächte das Land unbedingt “Demokratisieren” möchten?

Und wer verbraucht das ganze Öl?

USA, China und Indien gehören seit Jahren zu den größten Verbraucherländern.

Rohölverbrauch – die 10 größten Verbraucher

Dieses Bild könnte sich in den nächsten Jahren verschieben. Das allgemeine Anwachsen des Lebensstandards in den Schwellenländern Asiens führt zu einem starken Anwachsen des Bedarfs. Der folgenden Chart verdeutlicht den Verbrauch in der Vergangenheit und den geschätzten Bedarf für die Zukunft in Schwellen- und Entwicklungsländern (Nicht-Mitgliedsländern der OECD – Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung).

Dargestellt ist die prozentuale Differenz des Verbrauchs im Vergleich zum jeweiligen Vorjahr:

Ölverbrauch und geschätzter Anstieg in den Nicht-OECD Ländern

Das Diagramm zeigt eine starke Beziehung zwischen den Wachstumsraten des BIP (grüne Linie) und dem Wachstum des Ölverbrauchs in Nicht-OECD-Ländern (Balken).

Seit 2001 ist der Ölverbrauch in diesen Ländern nur dreimal zurückgegangen. Der erhöhte Nachfragedruck aufgrund des Wirtschaftswachstums überwog jeglichen Abwärtsdruck auf den Ölverbrauch aufgrund der höheren Preise.

Stellt man den Verbrauch der OECD-Länder den Verbrauchszahlen der Nicht-OECD-Ländern gegenüber, ergibt sich folgendes Bild:

Rohölverbrauch OECD vs. Nicht-OECD-Länder

Während der Verbrauch in den OECD-Ländern weitgehend auf dem selben Niveau liegt, stieg der Bedarf der Nicht-OECD-Länder nahezu kontinuierlich an.

Hast du bist hierher durchgehalten? Respekt! Aber es geht noch weiter: Wir wenden wir uns jetzt endgültig dem Handel mit Rohöl-Futures zu!

Welche Faktoren beeinflussen den Rohölpreis?

Rohöl wird häufig in einem volatilen Umfeld gehandelt. Nachrichtenereignisse können über Nacht aufkommen und den Ölpreis unvorhersehbar und weitreichend beeinflussen.

Rohöl-Futures werden rund um die Uhr gehandelt, und ein Wirtschaftsbericht in den USA, Spannungen im Nahen Osten oder eine sich anbahnende Verknappung der Versorgungslage können die Preise des Crude-Oil Futures jederzeit in Bewegung versetzen.

Der nominale Rohölpreis an den US-Futuresbörsen wird von folgenden Schlüsselfaktoren beeinflusst:

  • Niveau der US-Rohölproduktion (WTI)
  • Rohölbetrieb in der Nordsee (Brent)
  • Gleichgewicht zwischen Rohölangebot und -nachfrage in den USA.
  • Geopolitische Fragen auf dem internationalen Rohölmarkt

Politische Veränderungen, Wetterereignisse und globale Gesundheitskrisen gehörten zu den größten Schockfaktoren auf dem Ölmarkt der letzten Jahre.

Wie schaut der Preisverlauf von Rohöl aus?

Der folgende Chart zeigt den Preisverlauf von Crude-Oil WTI über 20 Jahre. Es sind drei deutliche Einbrüche zu sehen:

  • 2008, infolge der globalen Finanzkrise
  • 2014, aufgrund eines Überangebots am Markt [siehe Anmerkung ② unten]
  • 2020, als die WHO Corona zur globalen Pandemie erklärte

Preisverlauf Crude Oil WTI über 20 Jahre

Am 21 April 2020 erreichte der Preis von WTI vorübergehend bei 6.50 seinen historischen Tiefstand. Im Zuge der weltweiten Einschränkungen im Zusammenhang mit Corona blieben die Erzeuger auf immensen Lagerbeständen “sitzen”. Seit diesem Tief steigt der Kurs wieder an und hat im Moment wieder das Niveau erreicht, das es zum Ausbruch der Krise hatte.

Was musst du über den Handel mit Rohöl-Futures wissen?

Öltermingeschäfte sind berüchtigt für ihre Volatilität. Hier sind einige kurze Tipps, auf die du achten solltest, wenn du Preisbewegungen verfolgen und Trades im Crude-Oil tätigen willst:

  • Als erstes solltest du dir bewusst sein, dass Rohöl-Futures zarte Wesen sind, die bei der geringsten Zugluft zu hüsteln beginnen. Das soll heißen: sie sind extrem volatil und reagieren vor allem auf geopolitische Einflüsse mit starken Schwankungen. Bleib daher am Ball, was politische und gesellschaftliche Informationen angeht.
  • Rohöl korreliert mit sehr vielen anderen Assets.
    • Zum einen natürlich mit den direkt aus dem Crude Oil hergestellten Rohstoffen Gasoline oder Heating Oil. Die Nachfrage nach bleifreiem Benzin oder Heizöl kann dabei rückwirkend den Rohölpreis beeinflussen.
    • Zum anderen stehen viele Rohstoffpreise indirekt mit dem Ölpreis in Beziehung. Steigende Ölpreise führen z.B. zu höheren Erzeugerkosten im Agrarsektor, was sich wiederum auf dortige Preise auswirkt.
  • Die Nachfrage ist im Allgemeinen in den Sommermonaten und im Spätherbst am höchsten. Ein sehr heißer Sommer oder eine sehr aktive Reisezeit (Sommerferien) kann die Nachfrage nach Treibstoffen erhöhen und die Preise von Rohöl in die Höhe treiben.
  • Ein extrem kalter Winter verursacht eine höhere Nachfrage nach Heizöl, das aus Rohöl hergestellt wird. Dies führt in der Regel zu höheren Preisen. Achte auf das Wetter im Nordosten der USA, da dies der Teil des Landes ist, der am meisten Heizöl verbraucht.

Willst du mehr über die saisonalen Verläufe und den Einsatz statistischer Daten im Futureshandel mit Crude-Oil Futures wissen? Nutze unser Tool zur Generierung saisonaler Charts auf Insider Week,

  • Achte auch auf Kürzungen oder Erhöhungen der Ölfördermengen durch die OPEC, die das weltweite Angebot und die Nachfrage nach Rohöl bestimmt.
  • Der Kurs des US-Dollars ist eine wichtige Komponente des Ölpreises. Ein stärkerer Dollar übt Druck auf die Ölpreise aus; ein niedriger Dollarkurs hilft, höhere Ölpreise zu unterstützen.
  • Rohöl tendiert auch dazu, sich eng mit dem Aktienmarkt zu bewegen, aber in die entgegengesetzte Richtung. Eine wachsende Wirtschaft und ein wachsender Aktienmarkt neigen dazu, höhere Ölpreise zu unterstützen, aber zu hohe Preise können die Wirtschaft ersticken. Dieser Trend wird zur Sorge, wenn sich die Ölpreise der psychologischen Preisgrenze von 100 Dollar pro Barrel nähern.

Welche Spezifikationen haben Crude-Oil Futures?

Der Handel mit Rohöl kann verwirrend sein, wenn man sich zum ersten Mal damit befasst. Du solltest diese Spezifikationen sehr genau kennen, bevor du einen Handel in Betracht ziehst.

Ticker-Symbol: CL

Börse: NYMEX

Kontraktgröße: 1.000 US-Barrels (42.000 Gallons oder 158.987 Liter).

Kontraktmonate: Alle Monate (Jan.-Dez.)

Preisangabe: Dollar pro Barrel (Beispiel: $65,50 pro Barrel)

Tick-Größe: 0,01$ pro Barrel (​10,00$ pro Kontrakt)

Crude Oil Futures: wie handeln wir ihn bei Insider Week?

Wir haben diesen Markt in der Vergangenheit insgesamt neun mal gehandelt, drei mal Long und sechs mal Short. In fünf erfolgreichen Trades konnten wir eine Gesamtperformance von +5.740$ verbuchen (bei einem Gesamtgewinn von 15.270$ und einem Gesamtverlust von -9.530$).

Ich will hier den erfolgreichsten Trade vorstellen:

Im Oktober 2018 erhielten wir in der Kalenderwoche 41 ein Short-Signal gegen einen starken Wochentrend, allerdings nicht im Crude Oil, sondern im Heating Oil (Heizöl). Wir entschlossen uns jedoch, auf den korrelierenden und billigeren Markt Rohöl auszuweichen.

In der Folgewoche wurden wir getriggert (am Mittwoch, 17.10.) und waren zwei Kontrakte Short im Markt ①. Der Kurs bewegte sich in unsere Richtung und nachdem er in der darauffolgenden Woche ungewöhnlich lange korrigierte, beschlossen wir, einen Teilgewinn zu realisieren. Am 30.10. wurden wir mit der Teilposition ausgestoppt und konnten einen Gewinn von + 4.020$ verbuchen ②. Die restliche Position erreichte am 01.11. unser Handelsziel und lies uns noch einmal + 6.830$ Gewinn gutschreiben ③. Insgesamt erzielten wir mit diesem Trade einen Gesamtprofit von + 10.850$.

Crude Oil Trade bei InsiderWeek in der KW44/2018


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Anmerkungen:

Anmerkungen 1

Gallon:

Ein Raummaß, das z.B. bei der Bemaßung von Erdöl (Crude Oil), Benzin (Gasoline) und Ethanol Verwendung findet.

Wichtig ist hierbei, dass nicht „Imperial Gallons“ zugrunde liegen, sondern das US-Amerikanische Maß „US liquid gallons“!

  • 1 Imp.gal. = 4,54609 Liter ≈ 1,20095 US.liq.gal.
  • 1 liq. Gallon = 3,785 Liter
  • 1 Barrel = 42 liq. Gallons = 158,987 Liter

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Anmerkungen 2

2014: Die OPEC leidet. Aber die anderen leiden stärker

„Hinter dem Preisrutsch steht ein globaler Verteilungskampf um die Marktanteile auf dem Ölmarkt. Seit die Amerikaner dank der neuartigen Fracking-Technik in der Lage sind, ihren Energiebedarf weitgehend selbst zu stillen, wird global gesehen mehr Öl produziert als verbraucht. Die weltweite Wirtschaftsschwäche verstärkt diese Entwicklung, weil Unternehmen, die weniger produzieren, auch weniger Energie benötigen.

Normalerweise reagiert die OPEC – also das Kartell der traditionellen Förderländer – auf eine sinkende Nachfrage mit der Kürzung der Fördermenge, um den Preis zu stabilisieren. Das aber tut sie diesmal nicht. Das Kalkül dahinter: Wenn die Preise sinken, leidet zwar die OPEC. Aber andere leiden mehr, zum Beispiel ausgerechnet jene Fracking-Unternehmen, die den Preisrutsch erst verursacht haben. Deren Förderkosten sind nämlich so hoch, dass sich ihr Geschäft bei Preisen von 50 oder 60 Dollar in vielen Fällen gar nicht mehr lohnt.

Inzwischen bekennt sich das größte OPEC-Mitglied Saudi-Arabien ganz offen zu dieser brachialen Strategie: „Es ist nicht im Interesse der OPEC-Produzenten, ihren Ausstoß zurückzufahren, egal wo der Preis steht“, meinte Minister al-Naimi in dem Interview kurz vor Weihnachten. Dabei spiele es keine Rolle, ob der Preis auf 20, 40, 50 oder 60 Dollar sinkt“.

Jan-Peter Bartels, HR, tagesschau 14:00 Uhr, 7.1.2015

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Quellen:

Statistical Review of World Energy 2020 auf https://www.bp.com – – hier: https://on.bp.com/3xDuNaX

Crude-Oil Charts mit Hilfe von barchart.com

Hintergrundinformationen:

thebalance.com: Understanding the Crude Oil Market (engl.)

EIA – PETROLEUM & OTHER LIQUIDS (engl.)

EIA – WHAT DRIVES CRUDE OIL PRICES (engl)

EIA – WHAT DRIVES CRUDE OIL PRICES (engl.)

Bilder/Fotografien: https://pixabay.com/de/

Über den Autor

Max Schulz ist professioneller Futures und Rohstoff Trader. Er ist Gründer und Kopf von InsiderWeek. Seit vielen Jahren hilft er Menschen ihre finanziellen Ziele zu erreichen in dem er sie im Futures Trading ausbildet.

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