Kommt nach der Dürre jetzt ein harter Winter? 

Wie geht es bei den Agrarrohstoffen weiter? Das US-Landwirtschaftsministerium musste in seinem in der letzten Woche veröffentlichen WASDE-Report erneut einige Zahlen nach unten korrigieren. Die derzeitigen klimatischen Bedingungen und Wetterkapriolen fordern ihren Preis, und die Ernteaussichten schauen nach wie vor alles Andere  als rosig aus.

Sowohl die Produktionszahlen als auch die Zahlen der Endbestände in einigen Märkten der Agrarrohstoffe mussten angepasst werden. Bezüglich der Ernteaussichten konnte das USDA (US Department of Agriculture) keine Entwarnung geben und die Erzeugerpreise im Weizen und Corn mussten angehoben werden.

Wir sind in unserem Video vom letzten Freitag näher auf den WASDE-Report eingegangen. Im heutigen Video möchte ich noch einmal auf die kurzfristigen Aussichten in einigen Agrarsektoren eingehen und aufzeigen, dass die nächsten Tage entscheidend sind, wenn es darum geht, die Preisbewegungen in diesen Märkten einzuschätzen.

 

Die nächsten Tage –und Wochen– sind entscheidend

 

Außerdem möchte ich noch einen Index vorstellen, der uns „über den Weg gelaufen“ ist und der ein interessantes Phänomen darstellt. Beginnen wir mit den Getreidemärkten.

  
     

 

Agrarrohstoffe: Die Grains-Märkte

Seit Wochen werden die Getreidemärkte von einer Dürre – nicht nur in den USA, sondern auch in Russland und Teilen von Europa heimgesucht.

Nun scheint sich ein Ende dieser Trockenzeit anzubahnen. Laut verschiedener Wetterfrösche soll diese Woche die letzte heiße und trockene Woche sein. Ab nächster Woche soll es kühler und feuchter werden.

In der Tat könnte kühleres in den letzten Augustwochen Wetter die Ernteaussichten verbessern. Welche Auswirkungen kann das auf die Preise haben?

Der Cornfuture

 

CORN - September-Kontrakt 2021, Moving Average MA200

CORN – September-Kontrakt 2021, Moving Average MA200

 

Der Chart zeigt, dass der September-Corn Kontrakt seit jetzt ca. sechs Wochen zwischen dem 200-Moving Average und einem Widerstand bei ca 580^0 hin und her pendelt. Aus dieser Range muss er irgendwann einmal ausbrechen. Und hier kann das Wetter – und damit die Ernteaussichten – durchaus eine Rolle spielen.

Wir können davon ausgehen, dass bei einem Durchbruch nach unten sich durchaus eine längere bearische Phase anschließt. Bei einem Durchbruch nach oben könnte der Preis seinen Weg fortsetzen und das frühere langfristige Hoch bei 656^0 ansteuern. Wir können gespannt sein auf die nächsten 8-10 Tage, wie sich die Aussichten in diesem Agrarsektor entwickeln.

 

Soybeans

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den Sojabohnen:

 

SOYBEANS - September-Kontrakt 2021, Moving Average MA200

SOYBEANS – September-Kontrakt 2021, Moving Average MA200

 

Hier hat der Kurs am 12. Mai sein High bei 1510^6 erreicht. Ziemlich genau einen Monat später hat er diese Marke noch einmal getestet, seitdem bewegt er sich in einem Wimpel auf den Punkt 1375^0 zu. Auch hier werden die nächsten Tage zeigen, wie er aus dieser Formation ausbricht.

Weizen

Der dritte Markt, der hier betrachtet werden soll, ist Weizen.

 

WEIZEN - September-Kontrakt 2021, Moving Average MA200

WEIZEN – September-Kontrakt 2021, Moving Average MA200

 

Weizen legt seit der ersten Juli-Woche einen Sprint nach oben hin. Am vergangenen Freitag hat er das Hoch vom Mai bei 774^6 getestet und ist an dem Widerstand abgeprallt. Auch hier können wir gespannt sein, wie sich der Kurs in den nächsten Tagen entwickelt: gelingt Weizen der Durchbruch nach oben oder fällt er zurück und startet eine neue Talfahrt wie im Mai/Juni.

Wir werden diese Agrarrohstoffe genau beobachten und euch auf dem Laufenden halten!

 

 

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Blicken wir zum Himmel – nicht, weil wir von dort die Erleuchtung erhoffen, sondern weil wir uns das Wettergeschehen etwas genauer anschauen wollen.

In einem Podcast von Shawn Hackett hat dieser einen interessanten Index eingeführt: den QBO. Was verbirgt sich dahinter?

 

Der QBO-Index — worum geht es dabei?

QBO steht für „Quasi-Biennial Oscillation“ . Hier geht es um die Luftströmungen in der oberen Stratosphäre, die den Globus in West-Ost- Richtung oder in Ost-West- Richtung umlaufen. In einem Rhythmus von 27 – 30 Monaten wechseln sie die Laufrichtung, deshalb „Biennial“ (Zweijährig).

Der QBO Index

Der QBO – Quasi Biennial Oscillation – Index —  Quelle: https://www.hackettadvisors.com

 

 

Der Index zeigt im positiven Bereich die die Intensität der Winde in West-Ost- Richtung, im negativen Bereich die von Ost nach West verlaufenden Winde an.

Die Stratosphärenwinde werden beeinflusst durch den Sonnenwind, der auch die Phänomene El Nino und La Nina beeinflusst. Zusammen mit diesen beiden Ereignissen bestimmen sie das Wetter — unter anderem den Winter in der nördlichen Hemisphäre.

Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt: Wechselt der QBO-Index vom positiven in den negativen Bereich, deutet das auf einen langen kalten Winter hin.

 

Kälteeinbruch 2010 NASA Image

Kälteeinbruch: Winter 2010 in der nördlichen Hemisphäre ©NASA EARTH OBSERVATORY (Ausschnitt)

 

Hinzu kommt, dass La Nina zurückkommt. Vermutet wird, dass dieses Phänomen in der „Modoki“- Variante auftreten wird. (https://www.enso.info/enso.html#ninomodoki)

 

Schematische Darstellung La Nina/La Nina Modoki

Schematische Darstellung des Wetterphänomens La Nina/La Nina Modoki — Qelle: Academy of Sciences Malaysia

 

Dabei treiben die Wind das warme Oberflächenwasser aus dem Zentralpazifik nach Osten und Westen. Die Westküste des amerikanischen Kontinents gerät also unter den Einfluss feuchteren Klimas, was starke, schneereiche Winter in den USA erwarten lässt.

Außerdem bilden sich in La Nina-Jahren verstärkt Hurricanes, und zwar nicht in tropischen, sondern in subtropischen Regionen – also z.B. im Golf von Mexiko – aus.

Hinzu kommt die negative QBO.

D.h., die von Ost nach West verlaufenden stratosphärischen Winde schwächen die Polarluft, die normalerweise ausgleichend von Nord nach Süd weht, ab und treiben zusätzlich feuchte Luft aus der Golfregion Richtung Nord- und Mittelamerika.

Was bedeutet das also für den Winter in Nordamerika?

Der Winter wird früher einsetzen. Er wird länger dauern, was wiederum die Pflanzsaison der nächsten Frucht hinauszögert. Und er wird schneereicher als gewöhnlich. Dies hat auch zur Folge, dass im Frühjahr die Schneeschmelze zu heftigeren Überflutungen führen wird. Und die Hurricanes in den subtropischen Gebieten (Golf v. Mexiko, Florida…) werden zunehmen – an Zahl und Stärke.

All dies keine Prognosen, die die Landwirte begeistern dürften.

 

Um noch einmal darauf hinzuweisen: hierbei handelt es sich um meteorologische Vorhersagen, die von Fachleuten mit Hilfe entsprechender Modelle ermittelt wurden. Wir geben diese Informationen nur weiter, um die ein zusätzliches Hintergrundwissen für deine Handelsentscheidungen zu bieten. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und das tatsächliche Eintreffen dieser Prognosen!

 

Unser Blick geht nach Südamerika …

… genauer: nach Brasilien.

Brasilien ist das wichtigste Erzeugerland für die drei Agrarrohstoffe Kaffee, Zucker und Orangen (also Orange Juice).

Nachdem die Landwirtschaft in Brasilien in den letzten Wochen und Monaten zunächst der Dürre, dann unter dem Frost extrem gelitten hat (wir haben in mehreren Artikeln und Videos darüber berichtet), stellt sich jetzt die Frage: Wie geht es hier weiter?

Ausschlaggebend ist auch hier das Klima der nächsten Wochen. Mitte September wird gewöhnlich die erste „Kaffeeblüte“ erwartet. Kaffeesträucher blühen immer 2 Wochen nach dem letzten kräftigen Regen auf. Und der lässt in Brasilien auf sich warten.

 

Die Oberflächentemperaturen der Ozeane

Die Oberflächentemperaturen der Ozeane – saisonale Abweichungen — Quelle s. unten

 

La Nina (Kasten Links) ist im vollen Gange und entwickelt sich schneller als vorhergesagt. Die feuchte Luft wird im Augenblick von Südamerika nach Westen in den Pazifik hinein abgedrängt.

Warmes Wasser im Zentralatlantik (Kasten rechts) bringt zwar feuchte Luft, die aber nicht nach Zentralbrasilien vordringen kann.

Beide Faktoren bewirken einen verspäteten Beginn Regenzeit in Zentralbrasilien, die normalerweise Mitte Anfang bis September einsetzt. Die Aussichten für die erste Kaffeeblüte sind denkbar ungünstig. Die erste Blüte wird auch zeigen, wie schwer die Schäden, die der Frost hinterlassen hat, tatsächlich sind. Und, so hart das klingen mag: wenn die erste Blüte verloren geht, ist es mit der Ernte ziemlich Essig.

Ähnlich ungünstig stellen sich auch die Bedingungen für die beiden anderen genannten Agrarrohstoffe dar. Es ist davon auszugehen, dass auch auch im Zucker und bei den Orangen eine deutlich schwächere Angebotssituation zu erwarten ist. Alle drei Märkte werden mit steigenden Preisen aufwarten.

Genüsslich frühstücken dürfte deutlich teurer werden…

Fazit

Wie bei den eingangs angesprochenen Grains werden auch in den Softmärkten die nächsten Tage bzw. die nächsten Wochen ein genaueres Bild bieten, wie sich diese Märkte entwickeln. Die Aussicht auf eine bullische Marktphase kann in beiden Sektoren nicht von der Hand gewiesen werden. Wir werden euch wie immer auf dem Laufenden halten.

 


 

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Unsere Quellen und Leseempfehlungen: