Physische Lieferung bei Futures? – Was du wissen solltest!

Hallo Insider!

Physische Lieferung bei Futures? – Was du wissen solltest!

Musst du tatsächlich eine Ware liefern oder abnehmen, wenn du den Future nicht rechtzeitig schließt bzw. rollst? Welche Settlement-Methoden es gibt und was du sonst wissen musst, erfährst du jetzt.

Hier das passende Video zum Thema:

 
  

 

Hier das Transkript zum Video:

Physische Lieferung bei Futures

Wir hatten im Rahmen unserer Grundausbildung und der Serie über die Futures bereits über die Notwendigkeit des Rollens gesprochen! Solltest du dieses Video noch nicht gesehen haben, dann schaue es dir bitte zuerst an. Hier der Artikel: https://insider-week.de/futures-rollen/

Doch was passiert eigentlich, wenn man diesen Rollvorgang vergisst oder warum auch immer, nicht dazu kommt? Wir erinnern uns: Futures-Kontrakte verpflichten entweder eine Ware zu liefern (bei Short) oder eben eine Ware abzunehmen (handelt man Long). Sollte man einen auslaufenden Kontrakt nicht schließen bzw. in den Folgekontrakt rollen, dann bedeutet dies, dass ein Geschäft rechtskräftig ausgeführt wird.

Doch um nicht in die ungünstige Situation zu kommen, seinen Keller mit tonnenweise Getreide oder anderen Waren zu füllen, so hat dein Broker eine Sicherung vorgesehen. Nämlich die Zwangsliquidierung. Die meisten Broker werden also deinen Kontrakt im Notfall automatisch vor Ablauf der Frist schließen, um eine tatsächliche Lieferung von vornherein auszuschließen. (Frage aber bitte vorher bei deinem Broker nach, ob er diese Zwangsschließung auch vornimmt) Dabei sollten wir darauf achten, dass wir die Futures eben nicht erst am letzten Tag in den Folgekontrakt rollen, da es dann ggf bereits zu spät sein kann. Der Broker räumt sich für die Zwangsliquidierung ein wenig Extrazeit ein. Diese nennt man „Close-Out-Deadlines“. Du solltest diese Deadlines deines Brokers also unbedingt erfragen, welche sich natürlich auch für jedes handelbare Produkt unterscheidet und ob du long oder short positioniert bist.

Bar- oder physischer Ausgleich

Cash

Nicht jeder Future sieht eine physische Lieferung vor, weswegen auch eine vorzeitige Zwangsschließung hinfällig wird. Nämlich dann, wenn der Future ohnehin einen Barausgleich als Settlement-Methode festgelegt hat. In der Kontraktbeschreibung des Futures ist dies zu finden. (Settlement Methode: Cash oder physische Lieferung)

Oftmals findet man den Barausgleich bei Finanzfutures, wo eine physische Lieferung gar keinen Sinn machen würde. Z. B. bei Indizes.

Der Settlement-Close „Cash“ bedeutet also, dass am Ende der Laufzeit des Futures eben ein Barausgleich stattfindet. Hierfür wird der Settlement-Close, also der tatsächliche Schlussabrechnugspreis berechnet. Dieser kommt einer manuellen Positionsschließung gleich.

Physische Lieferung

Bei der Settlement-Methode „physische Lieferung“ wird eine tatsächliche Lieferung gefordert, bzw. dass diese abgenommen wird und das in einem festgelegten Zeitraum. Diese Methode ist der Regelfall für sämtliche Rohstoffe wie Öl, Getreide, Metalle usw. Für diesen Fall gibt es beim Broker also die Zwangsschließung. Wenn du also eine tatsächliche Rohstofflieferung haben möchtest, bist du bei einem regulären Broker falsch. Bedenke auch, dass die Ware nicht mit der Post kommt. Diese muss am entsprechenden Ort abgeholt werden.

Close-Out-Deadline

Solltest du als Trader also deine Position nicht rechtzeitig schließen, wird dein Broker diese automatisch schließen. Dies erfolgt für jeden Basiswert individuell.

Jeder Broker hat seine eigenen Schließungsregeln. Dabei wird der Zeitraum für jeden Basiswert angegeben, wann die Zwangsschließung erfolgt.

Damit es nicht zu Verwirrung kommt mit den Begrifflichkeiten, erkläre ich kurz, wie so eine Deadline aussehen kann:

„Ende des zweiten Handelstages vor entweder First Position Day oder Last Trading Day (das frühere der beiden Daten) (Long-Positionen) oder Last Trading Day (Short-Positionen) “.

Es gibt verschiedene Begrifflichkeiten:

First Position Date bedeutet: Der erste Tag, an dem die Short-Seite die Clearingstelle von einer Lieferabsicht informieren kann.

First Notice Date: Der erste Tag, an dem die Clearingstelle die Longseite über die beabsichtigte Lieferung der Shortseite informieren kann.

Last-Trading-Day: Der letzte Handelstag, an dem ein Future gehandelt werden kann. Der sogenannte Verfallstag.

Close-Out-Deadline

Die entsprechenden Kontrakt-Spezifikationen findest du entweder bei deinem Broker oder auf Seiten wie „Barchart.com

Fazit:

Du weißt nun, dass du dir keine Sorgen machen musst, solltest du tatsächlich mal vergessen haben, deinen Future zu rollen. Dein Broker kümmert sich darum. ( Frage aber bitte noch mal bei deinem Broker nach, um auf Nummer sicher zu gehen). Allerdings ist es natürlich besser, selber den idealen Zeitpunkt zu wählen, zumal es durch schwindende Liquidität auch zu höheren Slippages und anderen Nachteilen kommen kann.

Du wirst nie in die ungünstige Situation kommen, tatsächlich Ware zu erhalten oder liefern zu müssen. Dieser Mythos ist zwar immer noch sehr verbreitet, stammt aber aus Zeiten, wo Broker diese Notfallschließung noch nicht durchgeführt haben für nicht-kommerzielle Trader.

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Artikel etwas mehr Sicherheit geben und für Klarheit sorgen.

Hast du Fragen oder Anregungen, dann schreibe mir bitte einen Kommentar.

Ich wünsche dir eine schöne Woche, beste Grüße

 

 

 

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