USA verpassen Milliarden-Geschäft mit chinesischen Sojabohnen-Käufern
MSN zitiert heute einen aktuellen Reuters-Bericht, der dramatische Verschiebungen im globalen Sojabohnenhandel zeigt: US-amerikanische Exporteure könnten in diesem Jahr Geschäfte mit China in Milliardenhöhe verpassen, während brasilianische Lieferanten die entscheidende US-Vermarktungssaison dominieren.
China setzt vollständig auf südamerikanische Lieferungen
Chinesische Importeure haben bereits alle Sojabohnen-Käufe für September abgeschlossen – insgesamt rund 8 Millionen Tonnen ausschließlich aus Südamerika, wie drei Händler gegenüber Reuters bestätigten. Für Oktober sicherten sich chinesische Käufer bereits etwa 4 Millionen Tonnen, die Hälfte ihres erwarteten Bedarfs, ebenfalls vollständig aus Südamerika.
Wang Wenshen, Analyst bei Sublime China Information, interpretiert die massiven Käufe im dritten Quartal als strategischen Lageraufbau vor möglichen Versorgungsrisiken im vierten Quartal.
Drastischer Rückgang gegenüber Vorjahr
Diese Entwicklung markiert einen erheblichen Einbruch für US-Exporteure. Im vergangenen Jahr kauften chinesische Ölsaaten-Importeure während der kritischen Septmeber-Oktober-Periode noch rund 7 Millionen Tonnen aus den USA.
Normalerweise werden die meisten chinesischen US-Sojabohnen-Käufe zwischen September und Januar verschifft, bevor brasilianische Lieferungen nach der südamerikanischen Ernte übernehmen. Ein Händler einer internationalen Firma in Singapur erwartet, dass chinesische Käufer ihre Oktober-Buchungen bereits Anfang nächsten Monats abschließen werden.
Die US-Sojabohnen Exporte 2024 — Qu.: USDA-FAS
Handelskonflikt verstärkt Abhängigkeitsreduzierung
China reduziert systematisch seine Abhängigkeit von US-Agrarprodukten seit dem Handelskrieg unter Präsident Donald Trumps erster Amtszeit. Im vergangenen Jahr importierte China etwa 105 Millionen Tonnen Sojabohnen. Davon stammten 22,13 Millionen Tonnen aus den USA im Wert von 12 Milliarden Dollar.
Die anhaltende Abwesenheit chinesischer Käufe für das im September beginnende US-Erntejahr könnte zusätzlichen Druck auf die Chicago-Futures ausüben, die bereits nahe Fünfjahrestiefständen handeln.
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Zölle machen US-Sojabohnen unattraktiv
Am Sonntag forderte Trump China auf, die Sojabohnen-Käufe zu vervierfachen, ein Ziel, das Analysten als unrealisierbar einstuften. Tags darauf verlängerten beide Seiten ihren Zoll-Waffenstillstand um 90 Tage.
Drei Händler betonten gegenüber Reuters, dass die Verlängerung allein kaum neue Käufe auslösen dürfte, da Pekings 23-prozentiger Zoll auf US-Sojabohnen-Importe bestehen bleibt und amerikanische Ware unkonkurrenzfähig macht.
Ohne Zölle wären US-Sojabohnen für Oktober-Verschiffungen etwa 40 Dollar pro Tonne günstiger als die von China gekauften brasilianischen Ladungen, so zwei Händler.
Mögliche Wende bei Einigung
China könnte US-Sojabohnen-Käufe wieder aufnehmen, falls eine Vereinbarung zur Zollsenkung erreicht wird. Johnny Xiang, Gründer der Beijing-basierten AgRadar Consulting, sieht ein mögliches Szenario: "Falls beide Seiten im November eine Einigung erzielen, könnte China US-Sojabohnen-Käufe wieder aufnehmen, was das US-Exportfenster verlängern und brasilianische Neuernteverkäufe belasten würde."
China verfügt derzeit über reichliche Sojabohnen-Bestände, nachdem die Importe in den vergangenen Monaten Rekordhöhen erreichten.
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