Wie entwickeln sich die geplanten US-Getreideanbauflächen?

Getreidefeld — Bild: Falkenpost auf Pixabay

Die gestern veröffentlichte USDA-Prognose der Getreide-Anbauflächen (Prospective Plantings Areas) zeigt signifikante Verschiebungen bei den amerikanischen Agrarflächen. Während die Mais-Anbaufläche um fünf Prozent auf 95,326 Millionen Acres anstieg, sank die Sojabohnen-Fläche um vier Prozent auf 83,495 Millionen Acres.

Die Anbauflächen für Mais sind in 40 der 48 schätzenden Staaten gestiegen oder unverändert. In Iowa, Minnesota, Nebraska und South Dakota wird ein Anstieg der Anbauflächen um 400.000 Acres oder mehr gegenüber dem Vorjahr erwartet. Die Maisanbaufläche in Idaho, Nevada, North Dakota, Oregon und South Dakota wird die größte in der Geschichte sein.

Die Sojabohnen-Farmer wollen 2025 83,5 Millionen Hektar anbauen, das sind 4 % weniger als im letzten Jahr. In Illinois, Iowa, Minnesota, Nebraska, North Dakota und South Dakota wird mit einem Rückgang der Anbauflächen um 300.000 oder mehr gegenüber dem Vorjahr gerechnet. Eine rekordhohe Anbaufläche wird in New York und Ohio erwartet.



Entwicklung der Anbauflächen bei Mais und Soja über 20 Jahre — Qu.: Prospective Plantings 03/31/2025, USDA-NASS
 

Besonders auffällig ist ein drastischer Rückgang beim Sommerweizen. Mit nur 10,02 Millionen Acres erreicht die Anbaufläche den niedrigsten Stand seit 1970. Diese Zahl liegt deutlich unter den Handelserwartungen von 10,5 Millionen Acres und der USDA-Prognose von 10,6 Millionen Acres. Für den Hartweizen (HRS) wurden 9,4 Millionen Acres prognostiziert. Die reduzierte Sommerweizen-Fläche führt zum zweitniedrigsten Gesamt-Weizenanbau seit 1919.

In Montana sank die Sommerweizen-Fläche um 12 Prozent auf 2,15 Millionen Acres, während die Winterweizen-Fläche im Herbst um 18 Prozent stieg. In North Dakota verringerte sich die Sommerweizen-Fläche um sechs Prozent auf 5,05 Millionen Acres, wobei viele Flächen für Mais genutzt werden, dessen Anbau um sechs Prozent zunahm.

Die Durum-Weizen-Fläche wird voraussichtlich um 49.000 Acres auf 2,015 Millionen Acres sinken. In North Dakota wird allerdings ein Anstieg um acht Prozent auf 1,19 Millionen Acres erwartet, während in Montana ein Rückgang um 14 Prozent prognostiziert wird.



Anbauflächen bei Durum- und Spring Wheat ("Sommerweizen") — Qu.: USDA-NASS
 

Gerste- und Haferflächen fielen ebenfalls unter die Handelserwartungen und Vorjahreswerte. Die angedrohten Zölle scheinen keinen positiven Einfluss auf die Anbauflächen gehabt zu haben. Die Gerstenfläche wird voraussichtlich um zwei Prozent auf 2,3 Millionen Acres sinken, die Haferfläche ebenfalls um zwei Prozent auf 2,177 Millionen Acres.

Und die Anbau-Prognosen im Nachbarland Kanada:

Im Vergleich dazu zeigen die kanadischen Prognosen einen Anstieg der Sommerweizen-Fläche um 2,5 Prozent, während die Durum-Fläche in beiden Ländern relativ unverändert bleibt. Rapsflächen werden voraussichtlich auf beiden Seiten der Grenze zurückgehen.

Bemerkenswert ist, dass die kanadischen Erhebungen vor der konkreten Zolldrohung durchgeführt wurden, während die US-Umfrage Anfang des Monats stattfand, als die Zölle bereits eine reale Möglichkeit darstellten. Dennoch scheinen die Zolldrohungen keinen erkennbaren Einfluss auf die Anbauflächen in den nördlichen US-Bundesstaaten gehabt zu haben.

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