Rohstoffmärkte Juni: Börsenstart und Blick in die Glaskugel
Rohstoffmärkte zeigen gemischte Signale zum Wochenstart
Der Montag brachte den Rohstoffhändlern ein durchwachsenes Bild: Während Mais und Sojabohnen unter Druck gerieten, zeigten sich Weizen, Edelmetalle und Rohöl von ihrer starken Seite.
Getreidemärkte unter wechselnden Vorzeichen
Die Maisfutures rutschten zur Tagesmitte um 3 Cents ins Minus ab. Der nationale Durchschnittspreis für Cash-Mais nach CmdtyView fiel um 3 1/2 Cents auf 4,16 1/4 Dollar. Verantwortlich für den Druck zeigten sich anhaltende Regenprognosen, die den Bären Munition lieferten. Die 7-Tage-Niederschlagsvorhersage der NOAA prognostiziert weitreichende Regenfälle von den Plains bis zum östlichen Corn Belt mit Mengen zwischen 1 und über 4 Zoll.
Auch Sojabohnen konnten keine Stärke entwickeln - die Kontrakte verloren 4 bis 8 Cents. Der CmdtyView Cash Bean-Preis sank um 4 1/2 Cents auf 9,91 Dollar. Sojaschrot-Futures für Juli büßten 1,70 Dollar pro Tonne ein, während Sojaöl weitere 41 Punkte nachgab.
Anders präsentierte sich Weizen: Nach frühen Gewinnen zogen sich die Kurse zwar zurück, hielten aber im positiven Bereich. Chicago SRW-Futures kletterten um 6 bis 7 Cents, Kansas City HRW-Kontrakte führten mit Aufschlägen von 7 bis 9 Cents, und Minneapolis-Frühjahrsweizen notierte marginal bis 2 Cents im Plus.
Kaffee reagiert auf brasilianische Trockenheit
Arabica-Kaffee für Juli (KCN25) gewann 3,10 Punkte (+0,91 Prozent), während ICE Robusta-Kaffee für Juli (RMN25) um 38 Punkte (-0,84 Prozent) fiel und ein 6 3/4-Monats-Tief markierte.
Der Sektor stand zuletzt unter Druck, nachdem die USDA Foreign Agricultural Service am 19. Mai prognostizierte, dass Brasiliens Kaffeeproduktion 2025/26 um 0,5 Prozent auf 65 Millionen Säcke steigen wird. Für Vietnam, den weltgrößten Robusta-Produzenten, erwarten die Experten sogar einen Anstieg um 6,9 Prozent auf 31 Millionen Säcke.
Arabica erholte sich jedoch von seinem 8-Wochen-Tief, nachdem Somar Meteorologia berichtete, dass Minas Gerais, Brasiliens wichtigstes Arabica-Anbaugebiet, in der Woche bis zum 31. Mai keinen Niederschlag erhielt.
Rohöl profitiert von schwachem Dollar und Angebotssorgen
WTI-Rohöl für Juli (CLN25) sprang um 1,73 Dollar (+2,86 Prozent) nach oben, RBOB-Benzin für Juli (RBN25) gewann 0,0459 Dollar (+2,28 Prozent). Rohöl erreichte damit ein 1 1/2-Wochen-Hoch.
Der Dollarindex (DXY00) fiel auf ein 1 1/4-Monats-Tief und stützte die Energiepreise. Zusätzlichen Auftrieb erhielt Rohöl, nachdem OPEC+ am Samstag beschloss, die Förderung ab Juli um 411.000 Barrel pro Tag zu erhöhen - weniger als befürchtet. Waldbrände in Alberta, Kanada, sorgten für einen Produktionsausfall von fast 350.000 Barrel täglich, etwa 7 Prozent der kanadischen Gesamtförderung.
Geopolitische Spannungen tragen ebenfalls zur Hausse bei: Präsident Trump bezeichnete Putins Ukraine-Angriffe als "Spiel mit dem Feuer", und Senator Graham kündigte Sanktionen mit 500-prozentigen Zöllen auf russische Energieimporte an.
Dämpfend wirkten dagegen schwächere US-Konjunkturdaten: Der ISM-Fertigungsindex fiel im Mai unerwartet um 0,2 auf 48,5 Punkte, die Bauausgaben sanken im April um 0,4 Prozent.
Edelmetalle mit explosivem Auftakt
Gold für August (GCQ25) schoss um 87,10 Dollar (+2,63 Prozent) nach oben und erreichte ein 3-Wochen-Hoch. Silber für Juli (SIN25) gewann sogar 1,481 Dollar (+4,48 Prozent) und markierte ein 2-Monats-Hoch.
Gold, der August-Kontrakt GCQ25 (links) und der Silber-Kontrakt Juli25 (SIN25, daneben)
Neben der Dollar-Schwäche trieben eskalierende US-China-Handelsspannungen die Nachfrage nach Gold als „Sicheren Hafen“ an. Fed-Gouverneur Wallers zurückhaltender Kommentar über mögliche Zinssenkungen stützte zusätzlich die Edelmetallpreise als Wertaufbewahrungsmittel.
Was bringt uns der „Sonnenmonat“ Juni?
Am 21. Juni beginnt laut Kalender der Sommer. Was bringt uns der Monat noch? Wir blicken wieder einmal in unsere „Kristallkugel“.
Worauf solltest du im Juni achten?
Zu Beginn des Monats Juni solltest du vor allem die Saisonalität bei Natural Gas, bei Benzin und in den Fleischmärkten im Auge behalten. Der Start in die Urlaubs- und Reisesaison wird die Nachfrage nach Treibstoffen in die Höhe treiben. Und die warme Jahreszeit lässt die Klimaanlagen auf Kühlung laufen und den Stromverbrauch, damit verbunden den Erdgasbedarf nach oben gehen. Außerdem beginnt die Grillsaison mit ihrer verstärkten Nachfrage nach Rind- und Schweinefleisch.
Behalte daher unsere Saisonalen Charts im Auge, allen voran die Seasonality in Natural Gas und RBOB Gasoline.
Der Seasonal Chart für Natural Gas (oben) und RBOB Gasoline (darunter)
Edelmetalle befinden sich weiterhin in einem Aufwärtstrend, während Kupfer und Basismetalle sich konsolidieren. Hier warten die Händler darauf, dass die Rückkehr einer bedeutenden chinesischen Nachfrage die Preise wieder ankurbelt.
Die Trends bei Getreide und Ölsaaten sind nach wie vor rückläufig, während wir bei Energie und anderen Rohstoffen weiterhin mit Volatilität rechnen müssen. Die folgenden makroökonomischen und geopolitischen Faktoren könnten in den kommenden Wochen zu stärkeren Preisschwankungen führen:
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Die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten sowie die Beziehungen zwischen den USA und anderen Ländern weltweit könnten zu Volatilitätsschüben führen, und zwar sowohl wenn die Feindseligkeiten zunehmen als auch wenn Friedensgespräche zu Vereinbarungen führen.
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Die US-Politik unter der Trump-Administration dürfte weiterhin zu Marktturbulenzen führen. Zölle sind Handelshemmnisse, die sich auf die weltweiten Rohstoffpreise auswirken und Verzerrungen verursachen, die zu plötzlichen Preisschwankungen führen können.
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Die chinesische Wirtschaft bleibt der kritischste Faktor, da China die Nachfrageseite der Gleichung für eine große Zahl von Rohstoffmärkten darstellt.
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Rechne damit, dass die Liquidität an den Märkten in den Sommerferien-Monaten abnehmen wird. Eine geringere Liquidität birgt das Potenzial für höhere Volatilität in sich.
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Die US-Schulden und der Fortschritt des "Big Beautiful"-Wirtschaftspakets der Trump-Regierung könnten zu Turbulenzen an den Anleihen- und Aktienmärkten führen.
Halte die Augen offen und achte auf dein Risiko
Trends sind der beste Freund des Traders oder Investors an den Märkten aller Anlageklassen,. Die Rohstoffe sind da keine Ausnahme. Begegne den Märkten mit einem soliden Risikomanagement und halte dich an deine Strategie.
Auf der Suche nach großen Gewinnen sind kleine Verluste immer akzeptabel. Halte dich jedoch strikt an deine maximalen Verlustgrenzen, wenn sich die Märkte entgegen den Erwartungen entwickeln. Passe deine Chance-Risiko-Dynamik an, um dein Kapital zu schützen und gleichzeitig Gewinne zu erzielen, wenn sich die Märkte in die gewünschte Richtung bewegen.
Nutze zur Ermittlung deiner optimalen Positionsgröße und des maximalen Risikos unseren Futuresrechner, um deine Trades optimal vorzubereiten.
Wenn du im Juni mit anhaltender Volatilität - nicht nur in der Anlageklasse der Rohstoffe - rechnest, wirst du nicht überrascht oder enttäuscht sein.
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