OPEC+ treibt Förderung hoch - Goldman bleibt skeptisch

Big Oil Vessel — Chris Linnett on Unsplash

Die Ölmärkte zeigen sich zu Wochenbeginn unter Druck, nachdem das Kartell OPEC+ seine aggressive Expansionsstrategie bei der Förderung fortsetzt. Gleichzeitig hält Goldman Sachs an seinen verhaltenen Preisprognosen fest, obwohl geopolitische Spannungen für zusätzliche Unsicherheit sorgen.

Preise geben nach OPEC+-Entscheidung nach

Brent-Futures verloren im frühen asiatischen Handel am Montag 0,46% auf 69,35 Dollar je Barrel, während West Texas Intermediate um 0,45% auf 67,03 Dollar fiel. Beide Benchmarks hatten bereits in der vorangegangenen Sitzung rund 2 Dollar je Barrel eingebüßt.

 

Crude Oil WTI (links) und Brent am Spotmarkt seit gestern morgen, 30 Minuten Chart prozentual

 

Der Rückgang folgte auf OPEC+s Ankündigung, die Produktion im September um weitere 547.000 Barrel pro Tag (bpd) zu steigern. Diese Erhöhung reiht sich in eine ähnliche Ausweitung für August ein und ist Teil eines umfassenderen Plans, etwa 2,5 Millionen bpd wieder in den Markt zu bringen – das entspricht ungefähr 2,4% der globalen Nachfrage bis September. Die Vereinigten Arabischen Emirate sicherten sich zusätzlich eine separate Produktionssteigerung.

Asiatische Nachfrage zeigt Schwäche

Die Entscheidung kehrt faktisch die größten freiwilligen Kürzungen des Blocks vorzeitig um. OPEC+-Führungskräfte begründeten den Schritt mit einer "gesunden Weltwirtschaft" und "niedrigen Lagerbeständen", die Vertrauen schaffen würden, dass der Markt die zusätzlichen Barrel absorbieren könne. Aktuelle Daten deuten jedoch auf eine schwächelnde Rohölnachfrage in Asien hin: Die regionalen Importe sanken im Juli auf 25,0 Millionen bpd von 27,88 Millionen bpd im Juni – der niedrigste Stand seit Juli 2024.

China, der weltgrößte Rohölimporteur, hat zwar seine Käufe gesteigert, doch ein Großteil scheint opportunistischen Käufen bei niedrigeren Preisen im Frühsommer sowie rascher Bevorratung geschuldet zu sein.

Analysten bemerken, dass ein Großteil des tatsächlichen Produktionswachstums seit April von Saudi-Arabien und den VAE stammt, während andere OPEC+-Mitglieder Schwierigkeiten haben, ihre Ziele zu erreichen. Helima Croft von RBC Capital Markets erklärte, die Strategie habe Produzenten mit freien Kapazitäten begünstigt, da die Preise im Vergleich zu den Jahrestiefs stabil geblieben seien trotz steigender Versorgung.

Goldman Sachs hält an 64-Dollar-Prognose fest

Goldman Sachs bekräftigte seine Ölpreisprognose für Brent-Rohöl und sieht den Benchmark im vierten Quartal bei durchschnittlich 64 Dollar, trotz jüngster Entwicklungen, die sowohl Brent als auch West Texas Intermediate nach oben getrieben haben.

 


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"Der zunehmende Druck auf die sanktionierten Öllieferungen aus Russland und Iran stellt ein Aufwärtsrisiko für unsere Preisprognose dar, insbesondere angesichts der schneller als erwarteten Normalisierung der Reservekapazitäten", erklärten Goldman-Analysten laut Reuters.

Geopolitische Faktoren als Preistreiber

Präsident Trump drohte vergangene Woche Importeuren russischen Öls mit zusätzlichen Zöllen von 100%, sofern Russland nicht einem Waffenstillstand mit der Ukraine zustimme. Russlands größte Ölkäufer – China und Indien – haben signalisiert, dass sie nicht beabsichtigen, ihre Käufe einzustellen, was theoretisch bearish für die Ölpreise wirken sollte.

Diese Sekundärzölle und andere Importabgaben würden die Aussichten für das Wachstum der Ölnachfrage beeinträchtigen, stellte die Investmentbank in ihrer Prognose fest. Sie schätzte den Effekt der US-Zölle auf die Ölnachfrage auf 800.000 Barrel täglich zwischen diesem und dem nächsten Jahr. Auch schwächer als angenommene Wirtschaftsaktivitätsdaten für die USA flossen in diese Nachfrageschätzung ein.

"Die US-Wirtschaft wächst nun in einem unter dem Potenzial liegenden Tempo", erklärten die Analysten der Bank und sehen ein höheres Rezessionsrisiko in den nächsten 12 Monaten als in ihrer letzten Prognose.

Marktbalance bleibt fragil

Bezüglich der OPEC+-Produktionspolitik äußerten die Analysten: "Während die OPEC+-Politik flexibel bleibt, gehen wir davon aus, dass OPEC+ ihre Produktionsquote nach September unverändert halten wird, da wir erwarten, dass sich der Aufbau der OECD-Handelslager beschleunigt und saisonale Nachfragerückenwind nachlässt."

Indien, das rund 40% seines Rohöls aus Russland bezieht, würde bei einem erzwungenen Wechsel zu anderen Lieferanten erhebliche Störungen erleben, was die globale Versorgung kurzfristig straffen könnte. Obwohl Russland Sanktionen zuvor über alternative Handelsnetzwerke umgangen hat, würden solche Anpassungen Zeit benötigen, und OPEC+ nutzt die aktuelle Unsicherheit zur Rückgewinnung von Marktanteilen.

Die aggressive Produktionsstrategie der Gruppe könnte Stabilität gewährleisten, falls geopolitische Risiken den Markt angespannt halten. Eine Abschwächung des Welthandels durch Trumps eskalierende Zollmaßnahmen oder anhaltende Schwäche der asiatischen Nachfrage könnte jedoch die Preise in den kommenden Monaten untergraben.

Die Ölmärkte erscheinen derzeit fein austariert, doch das Risiko einer Überversorgung in naher Zukunft lässt sich schwer ignorieren.

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