Rohölnotierungen geben nach geopolitischen Entspannungssignalen nach
KI-Sentiment-Score auf Basis von 26 Meldungen (3-Tage-Ø)
Brent-Rohöl notierte zuletzt bei 72,40 US-Dollar je Barrel und damit rund 1,8 Prozent tiefer als am Vortag. WTI-Rohöl fiel zeitgleich auf 68,15 Dollar. Händler führen den Kursrückgang auf erste positive Signale aus laufenden Friedensgesprächen zurück, die eine mögliche Entspannung der geopolitischen Risiken andeuten.
Marktteilnehmer beobachten vor allem die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine sowie indirekte Gespräche mit Beteiligung der USA. Sollten die Gespräche zu einer spürbaren Reduzierung der Spannungen führen, könnte die Nachfrage nach physischem Rohöl mittelfristig sinken. Gleichzeitig bleibt das Angebot aus OPEC+ Ländern unverändert hoch.
Die US-Energiebehörde EIA meldete für die vergangene Woche einen Anstieg der Rohölvorräte um 3,2 Millionen Barrel. Die Lagerbestände liegen damit deutlich über dem Fünfjahresdurchschnitt. Zusätzlich stieg die US-Ölproduktion auf ein Rekordhoch von 13,3 Millionen Barrel pro Tag.
Analysten von Goldman Sachs senkten ihre Quartalsprognose für Brent auf 74 Dollar. Die Bank erwartet bei anhaltenden Friedenssignalen weitere Preisrückgänge bis in den Bereich von 68 bis 70 Dollar. Auch die Commerzbank sieht ein erhöhtes Abwärtsrisiko, solange keine neuen Sanktionen gegen russisches Öl verhängt werden.
Am Terminmarkt stieg das Open Interest für WTI-Kontrakte auf über 1,9 Millionen Kontrakte. Gleichzeitig nahm das Volumen der Short-Positionen von Spekulanten zu. Das deutet auf eine wachsende Skepsis gegenüber einem nachhaltigen Preisanstieg hin.
Die Nachfrage aus China bleibt weiterhin schwach. Die Importe von Rohöl lagen im September bei durchschnittlich 9,8 Millionen Barrel pro Tag und damit 6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Chinesische Raffinerien drosseln die Verarbeitung wegen geringer Margen bei Diesel und Benzin.
Europäische Raffinerien melden ebenfalls reduzierte Durchsätze. Die Auslastung liegt derzeit bei 78 Prozent. Grund sind hohe Produktvorräte und eine schwache Nachfrage nach Heizöl vor Beginn der Wintermonate.
Technisch gesehen durchbrach Brent-Rohöl die Unterstützung bei 74 Dollar und testet nun die Zone um 71,50 Dollar. Ein nachhaltiger Bruch dieser Marke könnte weitere Verkäufe auslösen. Widerstand findet sich bei 74,80 und 76,40 Dollar.
Die Marktteilnehmer warten auf die nächsten Verhandlungsrunden sowie die wöchentlichen US-Lagerberichte. Solange keine Eskalation der geopolitischen Lage eintritt, bleibt der Preisdruck nach unten bestehen.
Ölpreise fallen bei Fortschritten in Friedensgesprächen und hohen US-Vorräten.
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