Kriegsprämie bei Rohöl schmilzt durch stabile Hormuz-Lieferungen
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Die Rohölpreise zeigten sich in den vergangenen Handelstagen volatil. Grund dafür sind widersprüchliche Signale aus der Straße von Hormus.
Marktteilnehmer hatten nach den jüngsten Eskalationen zwischen Israel und dem Iran mit einer deutlichen Reduzierung der Ölexporte aus der Region gerechnet. Tatsächlich blieben die Durchflussmengen jedoch weitgehend unverändert.
Daten von Tanker-Trackern zeigen, dass die täglichen Rohöl- und Kondensatlieferungen durch die Meerenge in den letzten Wochen bei rund 20 Millionen Barrel lagen. Dies entspricht dem Niveau vor den aktuellen Konflikten.
Die anhaltenden Lieferungen haben die sogenannte Kriegsprämie, die zuvor etwa 4 bis 6 Dollar pro Barrel betrug, weitgehend abgebaut. Brent-Rohöl notierte zuletzt bei etwa 73 Dollar je Barrel, WTI bei rund 70 Dollar.
Analysten von mehreren Banken sehen darin ein Zeichen dafür, dass die Marktteilnehmer die geopolitischen Risiken derzeit als beherrschbar einstufen. Gleichzeitig belasten hohe Lagerbestände in den USA und eine schwächere Nachfrage aus China den Preis.
Die OPEC+ hat angekündigt, ab Dezember schrittweise Produktionskürzungen zurückzufahren. Dies könnte das Angebot zusätzlich erhöhen, falls die Nachfrage nicht entsprechend anzieht.
Technische Indikatoren zeigen für Brent-Rohöl derzeit eine neutrale bis leicht bearishe Tendenz. Ein nachhaltiger Anstieg über 78 Dollar würde eine Änderung der Marktstimmung signalisieren.
Händler beobachten weiterhin die Entwicklungen rund um die Straße von Hormus. Eine tatsächliche Störung der Schifffahrt würde die Preise schnell wieder nach oben treiben.
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