Geopolitische Aufschläge am Ölmarkt lösen sich rasch auf
KI-Sentiment-Score auf Basis von 26 Meldungen (3-Tage-Ø)
Die Notierungen für Rohöl der Sorte Brent und WTI gaben in der vergangenen Woche spürbar nach. Brent fiel unter die Marke von 78 US-Dollar pro Barrel, während WTI zeitweise unter 74 Dollar notierte. Grund für den Rückgang war vor allem die Entspannung im Nahen Osten nach der Deeskalation zwischen Israel und dem Iran.
Marktteilnehmer hatten zuvor mit anhaltenden Unterbrechungen der Förderung und Transportwege gerechnet. Diese Annahmen führten zu einer temporären Risikoprämie von etwa 4 bis 6 Dollar je Barrel. Mit der Beruhigung der Lage wurde diese Prämie schnell abgebaut.
Zusätzlich belasteten schwächere Konjunkturdaten aus China und den Vereinigten Staaten die Nachfrageerwartungen. Die chinesischen Importzahlen für September lagen unter den Prognosen. Gleichzeitig stieg die Zahl der US-Bohrinseln erneut leicht an, was das Angebot mittelfristig stützen könnte.
Die OPEC+ Staaten halten weiterhin an ihren Förderkürzungen fest. Analysten der Banken Goldman Sachs und JPMorgan sehen jedoch keine unmittelbare Notwendigkeit für zusätzliche Eingriffe. Die Lagerbestände in den USA bewegen sich weiterhin im historischen Durchschnitt.
Technisch gesehen hat der Ölpreis die 200-Tage-Linie nach unten durchbrochen. Ein nachhaltiger Bruch unter 73 Dollar bei WTI könnte weitere Verkaufsorders auslösen. Unterstützung findet der Markt derzeit bei 71,50 Dollar.
Langfristig bleiben die strukturellen Risiken bestehen. Eine mögliche Ausweitung der Konflikte oder neue Sanktionen gegen russische Ölexporte könnten die Preise rasch wieder nach oben treiben. Kurzfristig dominiert jedoch die Einschätzung, dass die geopolitische Komponente vorerst geringer bewertet wird.
Ölpreise fallen, geopolitische Prämie nach Deeskalation weitgehend abgebaut.
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