Trotz offener Passage bleibt das Risiko für Rohöl hoch
KI-Sentiment-Score auf Basis von 26 Meldungen (3-Tage-Ø)
Die Straße von Hormus, durch die etwa 20 Prozent des globalen Ölhandels fließen, ist derzeit offen. Dennoch signalisieren Marktteilnehmer anhaltende Vorsicht. Die geopolitische Lage im Nahen Osten führt zu einer Risikoprämie im Ölpreis, die sich auch bei unveränderter physischer Versorgung bemerkbar macht.
Brent-Rohöl notierte zuletzt bei etwa 74 US-Dollar je Barrel, WTI bei rund 70 Dollar. Die Volatilität hat zugenommen, nachdem Iran und Israel ihre rhetorische Konfrontation verschärft haben. Bisher kam es zu keinen direkten Angriffen auf Tanker oder Förderanlagen. Dennoch beobachten Händler genau, ob sich die Lage weiter zuspitzt.
Versicherungsprämien für Tanker, die durch die Meerenge fahren, sind in den vergangenen Wochen gestiegen. Reedereien prüfen alternative Routen oder reduzieren die Ladungsmengen, um das Risiko zu begrenzen. Diese Maßnahmen verteuern den Transport und wirken preisstützend, auch ohne dass die Fördermengen sinken.
Die OPEC+ hat ihre Produktionspolitik zuletzt unverändert gelassen. Saudi-Arabien und Russland halten an den vereinbarten Kürzungen fest. Ein möglicher Angebotsausfall durch die Straße von Hormus würde jedoch schnell die Marktlage verändern. Analysten schätzen, dass ein mehrtägiger Verschluss die verfügbaren Mengen um bis zu zwei Millionen Barrel pro Tag reduzieren könnte.
Die Nachfrageentwicklung in China und den USA bleibt derweil gedämpft. Schwache Konjunkturdaten aus Peking und hohe Lagerbestände in den USA wirken preishemmend. Die Kombination aus geopolitischem Aufschlag und schwacher Fundamentaldaten führt zu einer engen Handelsspanne.
Technische Analysten sehen bei Brent eine wichtige Unterstützung bei 72 Dollar. Ein nachhaltiger Bruch darunter könnte die Risikoprämie abbauen. Auf der Oberseite liegt der nächste Widerstand bei 78 Dollar. Die aktuelle Kursbewegung wird vor allem von Nachrichten aus der Region bestimmt.
Langfristig bleibt die Abhängigkeit vieler Importeure vom Persischen Golf bestehen. Alternative Lieferwege wie Pipelines oder LNG-Terminals können die Lücke nur teilweise schließen. Deshalb wird jede Eskalation in der Straße von Hormus auch künftig unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Energiepreise haben.
Geopolitische Risiken im Hormus halten Ölpreise trotz offener Passage in einer engen Spanne.
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