Warum niedrige Rohölpreise nicht zu günstigeren Kraftstoffen führen
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Die jüngsten Daten zeigen, dass die Crack-Spreads für Benzin und Diesel in den USA und Europa weiterhin über dem Fünfjahresdurchschnitt liegen. Während die Rohölpreise seit Anfang Juli um etwa 4 US-Dollar pro Barrel nachgegeben haben, sind die Margen für die Verarbeitung von Rohöl zu Kraftstoffen um 2,50 bis 3,80 US-Dollar gestiegen.
Marktteilnehmer führen dies auf eine anhaltend geringe Raffinerieauslastung in den USA zurück. Die Auslastung liegt derzeit bei 92,3 Prozent und damit unter dem saisonalen Normalwert von 94 bis 95 Prozent. Wartungsarbeiten und Umstellungen auf Sommerkraftstoffe haben die Kapazitäten eingeschränkt.
In Europa sind die Margen für Nordsee-Rohöl gegenüber Mittelmeer-Rohöl um 1,20 US-Dollar pro Barrel höher. Dies begünstigt Importe von Diesel aus Asien und hält die Preise am Großhandelsmarkt stabil.
Die aktuellen Terminpreise für Rohöl der Sorte Brent notieren bei 82,45 US-Dollar pro Barrel. WTI liegt bei 78,90 US-Dollar. Die entsprechenden Futures für Benzin zeigen jedoch nur minimale Abschläge von 0,8 Cent pro Gallone.
Analysten erwarten, dass die Margen erst dann nachgeben, wenn die Raffinerieauslastung wieder über 94 Prozent steigt oder die Nachfrage nach Kraftstoffen spürbar zurückgeht. Bis dahin bleiben die Endverbraucherpreise von den Rohölbewegungen entkoppelt.
Die Situation verdeutlicht, dass kurzfristige Preissignale am Rohölmarkt nicht unmittelbar auf die Kraftstoffmärkte übertragen werden, solange die Verarbeitungskapazitäten begrenzt sind.
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