Gold steigt leicht - Silber und Platin stärker
Der Goldmarkt präsentierte sich am Mittwoch früh mit moderaten Zuwächsen und versuchte eine erneuten Annäherung an die wichtige psychologische Marke von 3.500 US-Dollar. Allerdings gab er gegen Ende der Handelssession einige Gewinne wieder ab. Während das gelbe Metall seine Position nahe dem 50-Tage-Durchschnitt stabilisierte, zeigten sich Silber und Platin in der ersten Jahreshälfte 2025 als deutlich stärkere Performer.
Gold Dec '25 (GCZ25) im Stundenchart über die letzten 5 Handelstage mit EMA50
Goldmarkt bleibt in Warteposition
Der Goldkurs bewegte sich am frühen Mittwoch leicht aufwärts und orientierte sich dabei am 50-Tage-EMA, der offenbar als Unterstützung fungierte. Technische Händler beobachteten diese Entwicklung mit besonderer Aufmerksamkeit. Das Jackson Hole Symposium sorgte für zusätzliche Unsicherheit am Markt, da Anleger auf Aussagen von Jerome Powell warteten.
Trotz der unruhig verlaufenden Handelsmuster bleibt der langfristige Aufwärtstrend intakt. Das Ziel von 3.500 US-Dollar erscheint weiterhin erreichbar, auch wenn der Weg dorthin Zeit benötigen könnte. Ein Durchbruch über diese Marke würde das Potenzial für einen weiteren Anstieg auf etwa 3.800 US-Dollar eröffnen, basierend auf der 300-Dollar-Spanne des aktuellen aufsteigenden Dreiecks. Im Falle eines Rückgangs bieten die Bereiche um 3.300 und 3.200 US-Dollar solide Unterstützung.
Silber und Platin mit beeindruckender Performance
Während Gold eine moderate Entwicklung zeigte, überstrahlten Silber und Platin den Edelmetallsektor deutlich. Nach CME Group Futures-Daten stiegen die Silberpreise seit Anfang Juni 2025 um 9,5 Prozent, Platin legte sogar um 28,2 Prozent zu. Gold hingegen verzeichnete im gleichen Zeitraum lediglich ein Plus von 1,1 Prozent.
Die Jahresperformance bis Mitte Juni 2025 verdeutlicht diese Verschiebung noch stärker: CME-gehandelte Silber-Futures kletterten um etwa 27 Prozent, Platin-Futures um robuste 30 Prozent. Gold brachte es im Vergleich auf etwa 25 Prozent Zuwachs.
Das Gold/Silber-Ratio erreichte im März 2020 sein Allzeithoch. ein erneutes Hoch war im März dieses Jahres zu verzeichnen
Industrielle Nachfrage als Treiber
Die Stärke von Silber und Platin resultiert maßgeblich aus ihrer industriellen Verwendung, die sie von Golds primärer Rolle als Währungsmetall und sicherem Hafen unterscheidet. Silber profitiert als kritische Komponente in Elektronik, Solarpanels und Rechenzentren von der anhaltenden Expansion dieser Sektoren. Der Ausbau erneuerbarer Energien und digitaler Infrastruktur hält die Silbernachfrage hoch, während Versorgungsdefizite die globalen Lagerbestände auf mehrjährige Tiefstände drückten. Diese Marktenge trieb die Silberpreise auf Niveaus, die seit über einem Jahrzehnt nicht mehr erreicht wurden.
Silber und Platin, Screenshots bei barchart.com
Platins Wiederaufstieg basiert auf seiner unverzichtbaren Rolle in Katalysatoren für Verbrennungsmotoren. Strengere Emissionsstandards und eine Erholung der Automobilproduktion stützen die Nachfrage. Zusätzlich suchten chinesische Schmuckkäufer und -händler angesichts hoher Goldpreise verstärkt nach günstigeren Alternativen. Der World Platinum Investment Council prognostizierte ein drittes aufeinanderfolgendes jährliches Marktdefizit, was die oberirdischen Lagerbestände weiter reduziert und höhere Preise stützt.
Bewertungsunterschiede bieten Chancen
Sowohl Silber als auch Platin handeln mit erheblichen Abschlägen zu Gold, was sie für Investoren mit Aufwärtspotenzial attraktiv macht. Das Gold-Silber-Verhältnis erreichte kürzlich ein 11-Jahres-Hoch und unterstreicht Silbers relative Unterbewertung.
Die schwächelnde US-Dollar-Entwicklung und volatilen Anleihenmärkte verstärkten die Attraktivität beider Metalle als Alternative zu konventionellen Finanzanlagen. Weltweit senkende Zentralbanken reduzierten die Opportunitätskosten für das Halten nicht-verzinslicher Edelmetalle.
Ausblick für die zweite Jahreshälfte 2025
Für die kommenden Monate zeichnet sich ein grundsätzlich positives Umfeld für Edelmetalle ab. Gold dürfte durch Zentralbankkäufe, geopolitische Risiken und niedrigere Zinsen gestützt bleiben. Versorgungsdefizite, robuste industrielle Nachfrage und Investitionszuflüsse werden die Silberpreise voraussichtlich hoch halten. Bei Fortsetzung der aktuellen Trends könnte Silber in den kommenden Jahren seine Allzeithochs herausfordern.
Gold-Ankäufe und Verkäufe der Zentralbanken weltweit seit 2022 (Chart 1) und größte Nettokäufer und-verkäufer 2025 (Stand Mai 2025, Chart 2); Quelle World Gold Council
Auch Platin wird seine starke Performance vermutlich fortsetzen. Mit CME-Futures, die kürzlich über 1.340 US-Dollar je Unze notierten, profitiert das Metall von einem strukturellen Defizit und erneuerter Nachfrage aus Industrie und Investment. Trotz möglicher kurzfristiger Volatilität deuten das anhaltende Angebots-Nachfrage-Ungleichgewicht und Platins Diversifikationsvorteile auf weitere Stärke hin.
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Risiken bestehen dennoch: Signifikante Produktionssteigerungen könnten Versorgungsengpässe lindern und Preissteigerungen begrenzen. Eine stärker als erwartete Konjunkturerholung oder nachlassende geopolitische Spannungen würden die Nachfrage nach sicheren Häfen reduzieren. Für Platin bleibt das langfristige Risiko durch Elektrofahrzeuge bestehen, die keine Katalysatoren benötigen, auch wenn die aktuelle Nachfragedynamik positiv erscheint.
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