Technische Signale und Zinsentwicklung stützen Gold kurzfristig
KI-Sentiment-Score auf Basis von 16 Meldungen (3-Tage-Ø)
Der Goldpreis hat in der laufenden Woche mehrere technische Marken zurückgewonnen. Nach dem Test der 2600-Dollar-Zone stabilisierte sich der Kurs und stieg bis auf 2678 Dollar. Die Erholung erfolgte vor allem nach schwächeren US-Arbeitsmarktdaten und der damit verbundenen höheren Wahrscheinlichkeit für weitere Zinssenkungen der Federal Reserve.
Im Wochenchart bildet sich ein Aufwärtstrendkanal, dessen untere Begrenzung bei 2620 Dollar liegt. Ein nachhaltiger Schluss darüber würde das kurzfristige Chartbild weiter aufhellen. Gleichzeitig bleibt der Abstand zum gleitenden 200-Tage-Durchschnitt bei 2450 Dollar groß genug, um taktische Long-Positionen mit definiertem Risiko zu ermöglichen.
Auf der Angebotsseite zeigen die jüngsten Daten des World Gold Council, dass die Nachfrage von Zentralbanken im dritten Quartal weiter über dem Fünfjahresdurchschnitt lag. Käufe aus China und Indien blieben stabil, während ETF-Zuflüsse in Europa leicht zunahmen. Die physische Nachfrage aus der Schmuckindustrie zeigte dagegen saisonal bedingt leichte Abschwächung.
Am Derivatemarkt ist das Open Interest am Comex-Futures-Markt seit Mitte September um rund 12 Prozent gestiegen. Die Netto-Long-Positionen der großen Spekulanten haben sich von extremen Short-Niveaus erholt, liegen jedoch noch deutlich unter den Höchstständen des Frühjahrs. Dies deutet auf vorsichtige Neu-Engagements hin.
Für die kommenden Tage stehen keine größeren Konjunkturdaten an, die unmittelbar auf den Goldpreis durchschlagen müssten. Der Fokus liegt auf weiteren Äußerungen von Fed-Vertretern und der Entwicklung der US-Staatsanleihenrenditen. Ein erneuter Anstieg der 10-Jahres-Rendite über 4,10 Prozent könnte den Aufwärtsimpuls bremsen.
Strategisch bleibt Gold für Händler vor allem als taktische Position interessant. Ein Einstieg über 2665 Dollar mit Stop unter 2640 Dollar ergibt ein Chance-Risiko-Verhältnis von etwa 1,8 zu 1, solange der übergeordnete Aufwärtstrend intakt bleibt. Ein nachhaltiger Bruch unter 2620 Dollar würde dagegen das kurzfristige Bild neutralisieren.
Gold stabilisiert sich über 2650 Dollar und eröffnet taktische Long-Chancen.
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