Gold-Futures steigen durch Trumps neuerlichen Zollschock drastisch

AI generated Image (envato labs)

Ein Bericht der Financial Times über mögliche US-Zölle auf Goldbarren löste erhebliche Verwerfungen an den Edelmetallmärkten aus. Während die Terminkontrakte in New York auf Rekordstände kletterten, blieb der Londoner Spotpreis deutlich zurück - ein Phänomen, das die unterschiedlichen Marktstrukturen verdeutlicht.

COMEX-Futures erreichen neue Höchststände

Ein-Kilogramm-Barren stellen die häufigste Handelsform dar und werden in den von der COMEX überwachten Tresoren akzeptiert. Die Schweiz fungiert oft als Raffinerie-Drehscheibe zwischen dem Londoner Bullion-Markt, der üblicherweise 400-Unzen-Barren (12,44 kg) handelt, und den kleineren Größen, die hauptsächlich auf dem US-Markt gehandelt und akzeptiert werden.

Gold-Futures an der COMEX-Börse in New York stiegen über Nacht dramatisch an, nachdem die Financial Times berichtete, dass die USA entgegen den Erwartungen nun Zölle auf Importe von 1-kg- und 100-Unzen-Barren erheben würden. Dies träfe besonders die Schweiz als weltgrößtes Raffineriezentrum hart.

Der Dezember-Future (GCZ5), der Hauptkontrakt an der COMEX, erreichte über Nacht ein neues Rekordhoch bei 3.534 USD. Der Aufschlag gegenüber dem Londoner Spotpreis weitete sich auf über 100 USD aus, nachdem er noch eine Woche zuvor bei etwa 40 USD gelegen hatte.

 

Die letzten 48 Stunden im Dezember-Kontrakt des CME Gold Futures GCZ25

 

Londoner Gold Fixing (OTC-Handel) der LBMA (London Bullion Market Association), Vormittags-Fixing um 10:30 Londoner Zeit (AM, links) und um 15:00 Uhr (PM, rechts), jeweils Year-To-Date (Q.: https://www.lbma.org.uk/prices-and-data/precious-metal-prices#/)

 

Hedging-Instrumente geraten unter Druck

Der US-Terminmarkt wird weltweit von Edelmetallbanken als hochliquides, rund um die Uhr verfügbares Hedging-Instrument für Transaktionen im physischen Bullion-Markt genutzt. Die drastische Ausweitung des Spreads, der sich im Exchange for Physical (EFP) widerspiegelt, zeigt, wie ursprünglich als Absicherung gedachte Short-Positionen plötzlich explodierten.

Kurzfristig war Eindeckung von Short-Positionen der Haupttreiber. Sobald diese abgeschlossen ist, könnte sich der Aufschlag wieder etwas zurückbilden. Ähnliche Verwerfungen traten bereits während COVID auf, als die transatlantische Bullion-Lieferkette kurzzeitig ins Stocken geriet, und Anfang dieses Jahres bei Spekulationen über mögliche Trump-Zölle auf Edelmetalle.

Londoner Spotpreis als verlässlichere Referenz

Diese Entwicklungen festigen den Londoner Spotpreis (XAUUSD) als verlässlichste Quelle für den wahren Goldwert. Technische Ausbrüche im Terminmarkt sollten nicht überbewertet werden, da die Kursbewegungen derzeit von EFP-Bewegungen dominiert werden.

Entscheidend bleibt die Entwicklung des Spotpreises, der seit April in einer Seitwärtsspanne gefangen ist. Ein Durchbruch über 3.450 USD wäre nötig, um diese Konstellation zu ändern.

 


Der aktuelle Kursverlauf des Gold-Futures ist für die Jahreszeit eher ungewöhnlich. Kontrolliere seinen saisonalen Verlauf anhand unserer saisonalen Auswertung der durchschnittlichen Verläufe der letzten Jahre.

Nutze hierfür unsere

Seasonal Charts

auf unserer Website.


 

Parallelen zum Kupfermarkt

Ähnlich wie bei den jüngsten Ereignissen am New Yorker Kupfermarkt werfen diese Entwicklungen ernste Fragen über die Fähigkeit der New Yorker Terminmärkte auf, ein stabiles und vertrauenswürdiges Handelsumfeld mit optimaler Preisfindung zu bieten - und nicht eines, das zunehmend anfällig für Trumps wechselnde Zollpolitik erscheint.

Auch Silber und Platin erhielten Anfang des Monats Unterstützung durch einen Anstieg der High-Grade-Kupferpreise in New York, die am 8. Juli ein Rekordhoch von 5,8955 USD je Pfund erreichten. Dies folgte auf Trumps überraschenden Vorschlag eines 50%-Zolls auf Kupferimporte - doppelt so hoch wie vom Markt erwartet. Der Aufschlag gegenüber LME-Kupfer in London erreichte rekordhafte 34%, was einen Ansturm auslöste, Kupfer vor der Deadline in die USA zu verschiffen.

Dieser Handel kollabierte vergangene Woche, als Trump in einer plötzlichen Kehrtwende ankündigte, dass raffiniertes Kupfer - das an Terminbörsen gehandelt wird - bis mindestens Januar 2027 vom Zoll ausgenommen bleibt. Der New Yorker Aufschlag brach innerhalb von Minuten zusammen und hinterließ Trader mit horrenden Verlusten sowie US-Lager mit Kupferbeständen auf 21-Jahres-Hoch.

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