Getreide-Futures vor entscheidender Woche
Die vergangene Handelswoche brachte erhebliche Bewegung in die Getreide-Futures. Der WASDE-Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums USDA brachte sowohl positive als auch negative Überraschungen und sorgte für Volatilität und Preisschwankungen. Die aktuelle Woche könnte für die weitere Kursentwicklung wegweisend werden, da sich bereits erste Hinweise auf neue Trendrichtungen abzeichnen.
Mais erholt sich nach schwerem Rückschlag
Die Mais-Bullen (ZCZ25) gerieten bereits zuvor in Bedrängnis und mussten am vergangenen Dienstag einen harten Schlag einstecken. Der überraschend negative USDA-Bericht prognostizierte eine Rekordproduktion für die anstehende US-Maisernte im Herbst.
Die Bullen kämpften sich jedoch am Mittwoch zurück und setzten zum Wochenende hin kräftige Gegenschläge, die darauf hindeuten könnten, dass ein saisonaler Preisboden erreicht wurde. Die Dezember-Mais-Futures verloren in der Woche lediglich 1/4 Cent. Die Bullen müssen in dieser Woche deutliche Nachkaufstärke zeigen, um einen kurzfristigen Preisboden zu bestätigen.
Der Corn-Kontrakt Dezember 25, darunter der National Corn Index der MGEX (Minnesota Grain Exchange)
Händler in den Mais- und Sojabohnen-Märkten richten ihre Aufmerksamkeit auf die jährliche Pro Farmer Crop Tour, die am Montag beginnt und am Freitag um 19:30 Uhr MEZ ihre finalen Ertragsprognosen veröffentlicht.
Das Wetter im Corn Belt verspricht weitere zwei Wochen günstige Wachstumsbedingungen für Mais und Sojabohnen, was auf hohes Produktionspotenzial hindeutet. Trockeneres Wetter ab Ende nächster Woche würde dem früh reifenden Mais zugutekommen.
Ein positiver Aspekt für Mais sind die starken Exportnachfragen nach US-Mais, angetrieben durch die aktuell niedrigeren Preise und einen schwächeren US-Dollar. Dies stützt sowohl die Exporte als auch die Inlandsnachfrage.
Sojabohnen-Bullen gewinnen wieder an Kraft
Der Sojabohnen-Markt (ZSX25) verzeichnete eine sehr starke Woche, was weitere spekulative Käufe in dieser Woche erwarten lässt. Der USDA veröffentlichte Anfang der Woche einen positiven monatlichen Angebots- und Nachfragebericht, der eine geringere US-Sojabohnenproduktion und niedrigere Endbestände als erwartet zeigte. November-Sojabohnen erreichten ein Sechswochen-Hoch und schlossen am Freitag auf einem technisch positiven Wochenhoch, was weitere chartbasierte Käufe der Spekulanten zu Wochenbeginn nahelegt.
Soybeans November 25 mit dem MGEX National Soybean Index
Ein positiver Bericht der National Oilseed Processors Association (NOPA) vom Freitag verleiht dem Sojabohnen-Markt zusätzlichen Auftrieb. Die US-Sojabohnenverarbeitung stieg im Juli auf ein Sechsmonats-Hoch und übertraf die meisten Markterwartungen. NOPA-Mitglieder verarbeiteten im vergangenen Monat 195,699 Millionen Bushel - ein Anstieg um 5,6% gegenüber 185,270 Millionen Bushel im Juni und um 7% gegenüber 182,881 Millionen Bushel im Vorjahr. Es war die größte jemals von NOPA gemeldete Juli-Verarbeitung und die fünftgrößte für jeden Monat überhaupt.
Sorgen bereiten den Sojabohnen-Bullen jedoch die fehlenden neuen US-Sojabohnenkäufe aus China für die neue Ernte, obwohl Präsident Donald Trump den Zollwaffenstillstand um weitere 90 Tage verlängerte. Das Tempo der neuen Exportverkäufe liegt auf einem Sechsjahres-Tief, auch wenn das USDA beeindruckende Exportverkäufe der vergangenen Woche meldete. Händler werden die US-chinesischen Handelsgespräche oder deren Fehlen weiter genau beobachten.
Winterweizen-Futures bleiben schwach
Die Winterweizen-Futures (KEZ25) (ZWZ25) erreichten am vergangenen Donnerstag Kontrakttiefs bei den Dezember-Kontrakten. Die deutlichen Gewinne bei Mais und Sojabohnen zum Wochenende führten jedoch zu einigem Kaufinteresse auch bei Weizen am Freitag. In dieser Woche werden Weizenhändler weiterhin die Mais- und Sojabohnenmärkte für die tägliche Preisrichtung im Blick behalten.
Dezenber Kontrakte von Soft Red Winter (ZWZ25) und Hard Red Winter (KEZ25)
Die US-Winterweizenernte neigt sich dem Ende zu, wodurch der kommerzielle Absicherungsdruck an den Terminmärkten nachlässt. Sommerweizen zeigt nach einem 92-Cent-Rückgang vom Juni-Hoch zum August-Tief eine konsolidierende Seitwärtsbewegung. Die niedrigere US-Sommerweizenproduktionsprognose des USDA konnte die Bullen nicht begeistern. Die Sommerweizenernte schreitet voran, bleibt aber hinter dem fünfjährigen Durchschnittstempo zurück.
Positiv zu vermerken ist, dass das USDA die US-Weizen-Endbestände senkte und eine steigende US-Weizenexportnachfrage prognostizierte. Zudem wurden die globalen Weizen-Endbestände auf ein Zehnjahres-Tief reduziert. Diese Faktoren werden voraussichtlich stärker in den Fokus rücken, sobald die US-Ernten abgeschlossen sind.
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