Was war und was ist: Fed-Pause, Zolleskalation und Rekord-Rinderpreise
Die ersten Augusttage brachten eine willkommene Abkühlung der Temperaturen (in den USA, nicht in Deutschland!), doch an den Märkten blieb die Hitze bestehen. Präsident Trump setzte seine aggressive Handelspolitik fort, während die Federal Reserve an ihrer restriktiven Geldpolitik festhielt. Gleichzeitig erreichten die Rindermärkte vorübergehend historische Höchststände.
Noch ein kurzer Rückblick und der Ausblick die Woche vor uns ...
Handelskrieg: Deals und Deadlines bestimmen die Märkte
Die Woche stand im Zeichen intensiver Handelsverhandlungen vor der Zoll-Eskalationsdeadline am 1. August. Den bedeutendsten Durchbruch erzielte Trump mit einem Abkommen mit der Europäischen Union. Bei den Gesprächen mit China in Schweden blieben hingegen sowohl ein Deal als auch eine Verlängerung aus, obwohl die nächste Deadline erst am 12. August ansteht.
Mexiko erhielt eine 90-tägige Verlängerung - ein Privileg, das Kanada verwehrt blieb. Obwohl das Meme "TACO" (Trump Always Chickens Out - Trump macht immer einen Rückzieher) suggeriert, dass der Präsident vor seinen eigenen Deadlines regelmäßig zurückschreckt, treten viele Zölle tatsächlich am 7. August in Kraft. Die Märkte müssen sich daher auf eine weitere volatile Handelswoche einstellen.
Die Widerstandsfähigkeit der Aktienmärkte wurde hart geprüft: Der Dow Jones verlor über 1.600 Punkte zwischen Montagshoch und Freitagsschluss. Andere Indizes zeigten sich stabiler, gerieten aber am Donnerstag und Freitag unter verstärkten Verkaufsdruck.
Fed bleibt hart - trotz schwacher Arbeitsmarktdaten
Der Juli-Arbeitsmarktbericht mit nur 73.000 neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft enttäuschte sowohl die Märkte als auch Trump, der prompt den Kommissar für Arbeitsstatistik entließ und "akkurate Jobzahlen" forderte.
Das FOMC hielt dennoch die Zinsen stabil, allerdings mit zwei Gegenstimmen unter den zwölf Mitgliedern. Nach den schwachen Beschäftigungsdaten steigen die Chancen auf eine Zinssenkung im September deutlich. Das jährliche Jackson Hole Economic Policy Symposium der Kansas City Fed vom 21. bis 23. August wird weitere Klarheit vor der FOMC-Sitzung am 16./17. September bringen.
Paradox erscheint, dass die US-Wirtschaft im zweiten Quartal um 3,0 Prozent wuchs, nach einem Rückgang im ersten Quartal. Der Autor sieht jedoch Schwachstellen in der Wirtschaft, die von den Makrodaten überschattet werden und zu breiteren Unsicherheiten führen könnten.
Agrarmärkte: Rekordernte vs. Handelshoffnungen
Günstiges Wetter setzte die Getreidepreise weiter unter Druck. Die US-Mais-Bedingungen verschlechterten sich um einen Prozentpunkt auf 73 Prozent "Good-to-Excellent" - dennoch der beste Wert seit neun Jahren für Ende Juli. Sojabohnen verbesserten sich um zwei Prozentpunkte und übertrafen die Erwartungen um drei Prozentpunkte bei 70 Prozent G/E - der beste Wert seit fünf Jahren für Ende Juli und der zweitbeste der letzten elf Jahre.
Trotz der Aussicht auf große Ernten bleiben die Endbestände relativ knapp. Ein Abkommen mit China, auch nur teilweise, könnte durch Agrarkäufe erheblichen Auftrieb geben.
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Sommerweizen-Bedingungen verschlechterten sich um drei Prozentpunkte auf 49 Prozent G/E, deutlich unter den 74 Prozent des Vorjahres. Die Winterweizen-Ernte ist zu 80 Prozent abgeschlossen (erwartet: 82 Prozent), da anhaltender Regen den Fortschritt bremst. Berichte über kleinere russische und ukrainische Weizernernten aufgrund der Juni-Hitze stützen den Komplex.
Der jüngste Dollar-Anstieg belastete Getreide, doch der Freitags-Rückgang könnte Unterstützung bringen.
Rindermärkte auf Rekordjagd
Nach wochenlangen Höchstständen zeigten die Rindermärkte erstmals Schwäche. August-Feeder-Futures schlossen am Donnerstag mit einem Outside-Reversal unter dem 9-Tage-Durchschnitt - erstmals seit 26. Juni. Die täglichen Limits von 9,25 Dollar je Hundredweight und erweiterte Limits von 18,50 Dollar verstärken die Volatilität.
Live Cattle, links Daily Nearby über 3 Jahre, Rechts Oktober Live Cattle LEV25 im Stundenchart
Feeder Cattle, links Daily Nearby über 3 Jahre, Rechts September Feeder GFU25 im Stundenchart
Zusätzliche 50-Prozent-Zölle auf alle brasilianischen Importe, einschließlich Rindfleisch, treten am 6./7. August in Kraft. Brasilianisches Rindfleisch macht bereits 26 Prozent der US-Rindfleischimporte in 2025 aus und übertrifft damit Australien. Die temporären höheren Steuern könnten kurzfristige Versorgungsengpässe und Preisanstiege verursachen.
Am Freitag erreichten Feeder-Kontrakte neue Tiefs, schlossen aber positiv nahe dem 9-Tage-Durchschnitt. Fed-Cattle-Futures hielten sich über den Donnerstag-Tiefs, während der Kassamarkt bei geringeren Volumina Höchstwerte von 235 Dollar in Texas, 236 Dollar in Kansas und 247 Dollar in Nebraska erzielte.
Die nächste Woche wird entscheidend zeigen, ob der Weg zu 350 Dollar bei Feedern und 250 Dollar bei Fats führt oder ob eine Korrektur vor dem üblichen Q3-Höhepunkt ansteht. Bei diesen historischen Preisen sollten Marktteilnehmer Absicherungen innerhalb von 20-30 Dollar je Hundredweight der Hochs als Erfolg werten.
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