Erdgas-Futures brechen auf 3-Monats-Tief ein
Der August-Kontrakt für Erdgas am Nymex (NGQ25) verzeichnete am Mittwoch einen deutlichen Rückgang von -0,175 Punkten (-5,38%) und setzte damit die scharfen Verluste der laufenden Woche fort. Die Futures erreichten dabei ein 2,75-Monats-Tief. Hauptauslöser waren Wetterprognosen, die kühlere Temperaturen in den USA vorhersagen und somit die Nachfrage der Stromversorger nach Erdgas dämpfen. Natural Gas ist der Haupt-Rohstoff der Stromerzeugung, Klimaanlagen sind die Schwerpunkt-Stromverbraucher.
Der August-Kontrakt für Natural Gas an der NYMEX (NGQ25)
Wetterprognosen treiben Verkaufsdruck
Der Prognosedienst Atmospheric G2 meldete am Mittwoch eine generell kühlere Wetterentwicklung für die USA im Zeitraum vom 2. bis 6. August. Diese Einschätzung belastet die Erdgaspreise erheblich, da niedrigere Temperaturen den Strombedarf für Klimaanlagen reduzieren und damit die Nachfrage der Energieversorger nach Erdgas mindern.
Produktionsanstieg verstärkt Preisdruck
Zusätzlich zu den Wetterfaktoren drückt eine gestiegene US-Erdgasproduktion auf die Preise. Die aktuelle Förderung liegt im Jahresvergleich deutlich höher. Verstärkt wird dieser Effekt durch Erwartungen einer noch weiter steigenden Produktion, nachdem der wöchentliche Baker Hughes-Bericht vom vergangenen Freitag zeigte, dass die Anzahl aktiver US-Erdgas-Bohranlagen in der Woche zum 18. Juli um +9 auf 117 Anlagen stieg – den höchsten Stand seit 17 Monaten.
Die Trockengas-Produktion der Lower-48-Staaten belief sich am Mittwoch auf 108,8 bcf/Tag (+4,5% im Jahresvergleich), während die Nachfrage bei 79,5 bcf/Tag (-4,2% im Jahresvergleich) lag, wie BNEF berichtete. Die geschätzten LNG-Nettoflüsse zu US-LNG-Exportterminals betrugen am Mittwoch 15,0 bcf/Tag (+1,0% gegenüber der Vorwoche).
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Stromproduktion steigt trotz schwächerer Erdgasnachfrage
Ein positiver Aspekt für die Erdgasnachfrage zeigt sich in der gestiegenen US-Stromproduktion. Das Edison Electric Institute meldete am Mittwoch, dass die gesamte US-Stromproduktion (Lower-48) in der Woche zum 19. Juli um +2,1% auf 99.373 GWh (Gigawattstunden) im Jahresvergleich anstieg. Für den 52-Wochen-Zeitraum bis zum 19. Juli verzeichnete die Stromproduktion einen Anstieg von +2,4% auf 4.251.059 GWh.
Lagerbestände im Fokus
Der Konsens für den am Donnerstag erwarteten wöchentlichen EIA-Lagerbericht geht von einem Anstieg um +27 bcf für die Woche zum 18. Juli aus, was knapp unter dem Fünf-Jahres-Durchschnitt von +30 bcf für diese Woche liegt.
Der letzte EIA-Bericht vom Donnerstag wirkte leicht belastend auf die Erdgaspreise, da die Lagerbestände für die Woche zum 11. Juli um +46 bcf stiegen – über dem Konsens von +45 bcf und dem Fünf-Jahres-Durchschnitt von +41 bcf. Per 11. Juli lagen die Erdgaslagerbestände zwar -4,9% unter dem Vorjahr, aber +6,2% über dem fünfjährigen saisonalen Durchschnitt, was auf ausreichende Versorgung hindeutet.
Working natural gas in Underground storage: das tatsächlich verfügbare Erdgas in unterirdischen Speichern
Internationale Perspektive
In Europa lag die Gasspeicherung zum 21. Juli bei 65% der Kapazität, verglichen mit dem fünfjährigen saisonalen Durchschnitt von 74% für diese Jahreszeit.
Die Anzahl aktiver US-Erdgas-Bohranlagen entwickelte sich in den vergangenen zehn Monaten stark aufwärts – von dem Vier-Jahres-Tief von 94 Anlagen im September 2024 auf den aktuellen 17-Monats-Höchststand von 117 Anlagen.
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