Dollar schwächelt vor erwarteten Fed-Zinssenkungen
Der US-Dollar gerät zunehmend in Bedrängnis, während die Märkte ihre Erwartungen für baldige Zinssenkungen der Federal Reserve deutlich erhöht haben. Gleichzeitig zeigen sich die Edelmetallmärkte in gemischter Verfassung, wobei verschiedene geld- und währungspolitische Faktoren die Kursentwicklung beeinflussen.
Dollar-Index fällt auf Wochentief
Der Dollar-Index verzeichnete einen Rückgang von 0,37 Prozent und erreichte damit ein Einwochentief. Belastend wirkten sich Äußerungen von Minneapolis Fed-Präsident Neel Kashkari aus, der erklärte, es könne angemessen sein, die Zinssätze in naher Zukunft zu senken. Kashkari begründete seine Einschätzung mit einer sich verlangsamenden Wirtschaft: "Die Wirtschaft verlangsamt sich, und kurzfristig könnte es angemessen werden, den Federal Funds Rate nach unten anzupassen."
Der Dollar Index im 30-Minuten Chart im Wochenverlauf
Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte beim FOMC-Meeting am 16.-17. September wird von den Federal Funds Futures inzwischen mit 94 Prozent eingepreist, für das folgende Treffen am 28.-29. Oktober mit 64 Prozent.
Zusätzliche Belastung durch Fed-Personalfragen
Die Glaubwürdigkeit der Federal Reserve steht weiterhin unter Beobachtung, nachdem Fed-Gouverneurin Adriana Kugler am vergangenen Freitag zurückgetreten war. Diese Entwicklung könnte Präsident Trump die Möglichkeit geben, einen dovisheren Kandidaten zu nominieren, was den Einfluss von Fed-Chef Powell schwächen könnte.
Euro profitiert von EZB-Aussagen
Der EUR/USD legte um 0,44 Prozent zu und erreichte ebenfalls ein Einwochenhoch. Unterstützung erhielt die Gemeinschaftswährung durch hawkische Kommentare von EZB-Ratsmitglied Holzmann, der erklärte, er sehe keinen Grund für weitere Zinssenkungen durch die EZB. Holzmann betonte: "Meiner Ansicht nach gibt es keinen Grund mehr für die EZB, die Zinssätze weiter zu senken, und wir sollten abwarten, welche wirtschaftlichen Entwicklungen entstehen, insbesondere außerhalb Europas, und wie wir darauf reagieren."
Die Gewinne des Euro blieben jedoch begrenzt, nachdem die deutschen Fabrikaufträge im Juni unerwartet um 1,0 Prozent im Monatsvergleich gefallen waren - der stärkste Rückgang seit fünf Monaten. Erwartet worden war ein Anstieg von 1,1 Prozent. Die Swaps preisen derzeit nur eine 13-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte bei der EZB-Sitzung am 11. September ein.
Zollpolitik sorgt für zusätzliche Unsicherheit
Präsident Trump kündigte für die kommende Woche neue Zölle auf Halbleiter- und Pharmaimporte an. Bereits am Montag hatte er angekündigt, die Zölle auf Importe aus Indien von derzeit 25 Prozent "erheblich zu erhöhen", da Indien weiterhin russisches Öl kaufe. Vergangenen Donnerstag wurden bereits Zölle auf bestimmte kanadische Waren von 25 auf 35 Prozent angehoben und ein globales Minimum von 10 Prozent eingeführt, zusätzlich zu Zöllen von 15 Prozent oder höher für Länder mit Handelsüberschüssen gegenüber den USA.
Laut Bloomberg Economics wird der durchschnittliche US-Zoll auf 15,2 Prozent steigen, falls die angekündigten Sätze umgesetzt werden - ein Anstieg von 13,3 Prozent gegenüber früher und deutlich höher als die 2,3 Prozent im Jahr 2024 vor Ankündigung der Zölle.
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Edelmetalle zeigen gemischte Performance
Die Edelmetallmärkte reagierten uneinheitlich auf die Entwicklungen: December Gold fiel um 5,80 Dollar oder 0,17 Prozent, während September Silber um 0,117 Dollar oder 0,31 Prozent zulegte.
Der schwächere Dollar wirkte grundsätzlich unterstützend für die Edelmetalle, ebenso wie Kashkaris dovische Äußerungen zur Fed-Politik. Die gestiegenen Erwartungen für eine Zinssenkung bereits im September - die Wahrscheinlichkeit stieg von 40 Prozent am vergangenen Freitag auf 94 Prozent - erhöhten die Attraktivität der nicht-verzinslichen Edelmetalle.
Begrenzend wirkten jedoch Holzmanns hawkische EZB-Kommentare sowie steigende Treasury-Renditen. Unterstützung erhielten die Edelmetalle weiterhin durch ihre Funktion als sicherer Hafen angesichts der Sorgen über die Auswirkungen von Trumps Zollpolitik auf das globale Wirtschaftswachstum sowie durch anhaltende geopolitische Risiken in der Ukraine und im Nahen Osten.
Yen zeigt moderate Stärke
Der USD/JPY fiel um 0,16 Prozent. Der Yen profitierte von beschleunigten nominalen Lohnsteigerungen im Juni, die als hawkisher Faktor für die BOJ-Politik gelten. Japans Barlohnwachstum stieg im Juni auf 2,5 Prozent im Jahresvergleich nach 1,4 Prozent im Mai, blieb jedoch unter den Erwartungen von 3,1 Prozent. Die Yen-Gewinne blieben durch höhere Treasury-Renditen begrenzt.
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