Marge-Rechner

Du vergleichst ETFs und Renditen – lerne, wie du daraus eine klare Strategie entwickelst

Zur Demo-Session anmelden

Erhalte Zugriff auf die vollständige Version dieses Tools

Wir haben wir eine Beschränkung der Anzahl der Berechnungen eingeführt, die nicht mehr als drei pro Tag zulässt. Um Zugang zu den vollständigen Daten zu erhalten, melde dich in deinem Konto an. Falls du noch kein Konto auf unserer Plattform hast, kannst du dich kostenlos registrieren. Mit der Anmeldung hast du auch Zugang zum Trading Journal und zum Trading-Grundkurs.
Falls du auf ein Problem stößt, lass es uns wissen, indem du eine Nachricht an info@insider-week.de sendest.

1
5
10
20
30
40

Was ist ein Marge-Rechner und warum brauche ich ihn?

Wer im Futures-Trading aktiv ist, steht früher oder später vor einer der wichtigsten Fragen überhaupt: Wie viele Kontrakte kann ich bei diesem Trade sinnvollerweise handeln, ohne mein Konto zu gefährden? Genau hier kommt der Marge-Rechner ins Spiel. Es handelt sich dabei um ein unverzichtbares Werkzeug im Arsenal jedes ernsthaften Traders – von der Ausbildungsphase bis hin zum professionellen Handel auf institutionellem Niveau.

Der Marge-Rechner nimmt dir die oft fehleranfällige Handarbeit ab. Anstatt selbst mit dem Taschenrechner zu hantieren oder sich auf Daumenregeln zu verlassen, liefert das Tool in Sekunden die exakte Anzahl handelbarer Kontrakte, basierend auf deinem aktuellen Kontostand, deiner gewählten Risikobereitschaft und den technischen Parametern des jeweiligen Futures-Kontrakts. Das Ergebnis ist präzise, reproduzierbar und vor allem unabhängig von emotionalen Einflüssen.

Gerade im Futures-Handel, wo ein einziger Kontrakt bereits erhebliche Hebelwirkung entfaltet und Schwankungen im Tick-Bereich schnell zu spürbaren Gewinnen oder Verlusten führen, ist eine disziplinierte Positionsgröße der entscheidende Unterschied zwischen langfristigem Erfolg und dem Totalverlust des Handelskapitals. Der Marge-Rechner schafft die Grundlage dafür, diese Disziplin systematisch und konsequent umzusetzen.

Die drei Grundpfeiler des Risikomanagements

Bevor wir uns die Formel im Detail ansehen, ist es wichtig, die drei Konzepte zu verstehen, auf denen die gesamte Berechnung aufbaut: das Risikokapital, das kontraktspezifische Risiko und die daraus resultierende Positionsgröße.

1. Das Risikokapital: Wie viel darf ich pro Trade verlieren?

Professionelle Trader definieren ihr Risiko immer relativ zum Gesamtkapital – niemals als absoluten Betrag, der sich nicht an der Kontogröße orientiert. Der Grund ist simpel: Wer mit 10.000 Euro handelt und 500 Euro pro Trade riskiert, verliert bei einer Verlustserie von zehn aufeinanderfolgenden Trades 50 % seines Kapitals. Das gleiche prozentuale Risiko schützt das Konto proportional, egal ob es 5.000 oder 500.000 Euro groß ist.

Die gängige Empfehlung unter professionellen Futures-Tradern lautet, pro Trade nicht mehr als 1 % bis 2 % des Gesamtkapitals zu riskieren. Konservativere Ansätze arbeiten sogar mit 0,5 %, während aggressivere Trader gelegentlich bis zu 3 % akzeptieren. Entscheidend ist, dass dieser Wert bewusst gewählt und konsequent eingehalten wird – nicht situativ angepasst, je nachdem wie überzeugend ein Setup wirkt.

2. Das kontraktspezifische Risiko: Was kostet ein Tick?

Futures-Kontrakte unterscheiden sich grundlegend voneinander. Ein Mini-Kontrakt auf den S&P 500 (ES) hat eine andere Tick-Größe und einen anderen Tick-Wert als ein Crude-Oil-Kontrakt (CL) oder ein Euro-FX-Kontrakt (6E). Daher reicht es nicht, einfach nur den Stop-Loss in Punkten oder Prozent zu kennen – man muss wissen, was dieser Stop-Loss in echten Geldbeträgen bedeutet.

Das kontraktspezifische Risiko ergibt sich aus der Entfernung des Stop-Loss (gemessen in Ticks) multipliziert mit dem Wert eines einzelnen Ticks. Liegt ein Stop-Loss beispielsweise 8 Ticks vom Einstieg entfernt und beträgt der Tick-Wert 12,50 Dollar, so kostet ein Kontrakt bei Erreichen des Stop-Loss exakt 100 Dollar. Diese Zahl ist fix und unabhängig von der Kontogröße.

3. Die Positionsgröße: Die logische Schlussfolgerung

Sind das maximal tolerierbare Risiko in Dollar und das Risiko pro Kontrakt bekannt, ergibt sich die maximal handelbare Anzahl von Kontrakten durch einfache Division. Dabei wird immer abgerundet, denn einen halben Kontrakt kann man nicht handeln, und das Aufrunden würde bedeuten, dass man das selbst gesteckte Risikolimit überschreitet.

Die Formel im Detail erklärt

Der Marge-Rechner basiert auf einer dreiteiligen Formel, die logisch aufeinander aufbaut. Jeder Schritt liefert eine Zwischengröße, die in den nächsten einfließt.

Schritt 1: Risk Amount = Balance × (Risk % / 100)

Der erste Schritt der Berechnung bestimmt, wie viel Kapital in absoluten Zahlen bei diesem Trade maximal verloren gehen darf.

Balance bezeichnet dabei das gesamte verfügbare Handelskapital auf dem Konto – also der aktuelle Kontostand in der jeweiligen Kontowährung, typischerweise US-Dollar.

Risk % ist der prozentuale Anteil dieses Kapitals, den der Trader bereit ist zu riskieren. Dieser Wert wird vorab als Teil der persönlichen Handelsstrategie festgelegt und sollte nicht von Trade zu Trade willkürlich variieren.

Die Division durch 100 wandelt den Prozentsatz in einen Dezimalfaktor um, der anschließend mit dem Kontostand multipliziert wird.

Beispielrechnung:

  • Kontostand (Balance): 25.000 $
  • Risikobereitschaft (Risk %): 1,5 %
  • Risk Amount = 25.000 × (1,5 / 100) = 25.000 × 0,015 = 375 $

In diesem Fall darf der Trade maximal 375 Dollar kosten, bevor der Stop-Loss greift. Dieser Betrag ist die Obergrenze für den gesamten Trade – unabhängig davon, wie viele Kontrakte gehandelt werden.

Warum ist dieser Schritt so wichtig?

Der Risk Amount ist der Anker des gesamten Risikomanagements. Er zwingt den Trader dazu, das Risiko vor der Eröffnung einer Position zu quantifizieren – nicht nach dem Einsteigen, wenn die emotionale Bindung an den Trade bereits besteht. Wer diesen Schritt überspringt und die Positionsgröße aus dem Bauch heraus wählt, öffnet Tür und Tor für Überhebel und unkalkulierbare Verluste.

Schritt 2: Risk per Contract = Stop-Loss Ticks × Tick Value

Im zweiten Schritt wird berechnet, wie viel ein einzelner Kontrakt des gewählten Futures-Instruments kostet, wenn der Stop-Loss ausgelöst wird.

Stop-Loss Ticks gibt an, wie viele Ticks (die kleinste Preisbewegungseinheit des jeweiligen Instruments) zwischen dem Einstiegspreis und dem Stop-Loss liegen. Diese Zahl ergibt sich aus der technischen Analyse: Wo muss der Stop-Loss gesetzt werden, damit der Trade sowohl ausreichend Luft zum Atmen hat, als auch ungültig wird, wenn die Marktbewegung gegen die ursprüngliche These spricht?

Tick Value ist der in Dollar ausgedrückte Wert einer einzigen Tick-Bewegung für einen Kontrakt. Dieser Wert ist für jeden Futures-Kontrakt von der Terminbörse verbindlich festgelegt und in den Kontraktspezifikationen nachzulesen. Er verändert sich nicht – es sei denn, die Börse selbst ändert die Kontraktspezifikationen.

Beispiele für gängige Futures und ihre Tick-Werte:

  • E-mini S&P 500 (ES): 1 Tick = 0,25 Punkte = 12,50 $
  • Crude Oil (CL): 1 Tick = 0,01 $ = 10,00 $
  • Euro FX (6E): 1 Tick = 0,0001 = 12,50 $
  • Gold (GC): 1 Tick = 0,10 $ = 10,00 $
  • 10-Year T-Note (ZN): 1 Tick = 1/64 Punkt = 15,625 $

Beispielrechnung (Fortsetzung):

  • Instrument: E-mini S&P 500 (ES)
  • Einstieg: 5.200,00 Punkte
  • Stop-Loss: 5.196,00 Punkte
  • Abstand: 4,00 Punkte = 16 Ticks (da 1 Tick = 0,25 Punkte)
  • Tick Value: 12,50 $
  • Risk per Contract = 16 × 12,50 $ = 200 $

Ein einziger ES-Kontrakt kostet bei diesem Stop-Loss also genau 200 Dollar, wenn er ausgestoppt wird.

Warum ist dieser Schritt so wichtig?

Viele Trader kennen zwar den Punktabstand ihres Stop-Loss, aber vernachlässigen die Umrechnung in echte Dollarwerte. Wer beispielsweise gleichzeitig ES und CL handelt und in beiden Märkten einen "10-Punkte-Stop" setzt, riskiert pro Kontrakt völlig unterschiedliche Beträge – beim ES rund 500 Dollar, beim CL hingegen nur 100 Dollar. Ohne diese Berechnung ist ein konsistentes Risikomanagement schlicht nicht möglich.

Schritt 3: Position Size = Floor(Risk Amount / Risk per Contract)

Im dritten und letzten Schritt wird die tatsächlich handelbare Anzahl von Kontrakten ermittelt.

Die Division von Risk Amount durch Risk per Contract ergibt, wie oft das Risiko pro Kontrakt in das maximal tolerierbare Gesamtrisiko passt. Da es keine gebrochenen Kontrakte gibt, wird das Ergebnis durch die Floor-Funktion auf die nächste ganze Zahl nach unten abgerundet. Das Aufrunden wäre mathematisch zwar näher am exakten Ergebnis, würde aber das selbst gesetzte Risikolimit verletzen.

Beispielrechnung (Abschluss):

  • Risk Amount: 375 $
  • Risk per Contract: 200 $
  • Position Size = Floor(375 / 200) = Floor(1,875) = 1 Kontrakt

Das bedeutet: Bei einem Kontostand von 25.000 Dollar, einem Risiko von 1,5 % und einem Stop-Loss von 16 Ticks beim E-mini S&P 500 darf genau 1 Kontrakt gehandelt werden. Ein zweiter Kontrakt würde ein Risiko von 400 Dollar bedeuten – das entspricht 1,6 % des Kapitals und liegt damit über dem gesetzten Limit.

Warum die Floor-Funktion und nicht die klassische Rundung?

Die Entscheidung, immer abzurunden, ist kein Detail, sondern ein Prinzip. Risikomanagement lebt von Konsistenz: Das Limit ist ein Maximum, keine Annäherung. Wer einmal mit 1,6 % riskiert, weil 1,875 "näher an 2 als an 1" liegt, erodiert damit schrittweise die gesamte Risikodisziplin. Professionelle Trader runden immer ab – auch wenn das bedeutet, mit nur einem Kontrakt zu handeln, obwohl fast zwei möglich wären.

Rechenbeispiele für verschiedene Instrumente

Um das Zusammenspiel der Formel besser zu verstehen, betrachten wir drei verschiedene Szenarien mit unterschiedlichen Instrumenten und Kontogrößen.

Beispiel 1: Kleines Konto, konservatives Risiko – Crude Oil (CL)

  • Kontostand: 10.000 $
  • Risiko: 1 %
  • Stop-Loss: 25 Ticks (= 0,25 $)
  • Tick Value CL: 10,00 $

Schritt 1: Risk Amount = 10.000 × 0,01 = 100 $ Schritt 2: Risk per Contract = 25 × 10,00 = 250 $ Schritt 3: Position Size = Floor(100 / 250) = Floor(0,4) = 0 Kontrakte

Das Ergebnis ist klar: Dieser Trade ist mit dem gegebenen Konto und dem gewählten Stop-Loss nicht risikogerecht durchführbar. Entweder muss das Kapital erhöht, der Stop-Loss enger gesetzt oder das Risikoprozent angehoben werden. Der Rechner macht diesen Konflikt sichtbar – bevor er teuer wird.

Beispiel 2: Mittleres Konto, moderates Risiko – E-mini Nasdaq (NQ)

  • Kontostand: 50.000 $
  • Risiko: 1,5 %
  • Stop-Loss: 20 Ticks (= 5 Punkte, da 1 Tick = 0,25 Punkte beim NQ)
  • Tick Value NQ: 5,00 $

Schritt 1: Risk Amount = 50.000 × 0,015 = 750 $ Schritt 2: Risk per Contract = 20 × 5,00 = 100 $ Schritt 3: Position Size = Floor(750 / 100) = Floor(7,5) = 7 Kontrakte

Hier ergibt sich eine komfortable Positionsgröße. Der Trader kann 7 Kontrakte handeln und bleibt dabei innerhalb seines definierten Risikorahmens.

Beispiel 3: Größeres Konto, aggressiveres Setup – Gold (GC)

  • Kontostand: 100.000 $
  • Risiko: 2 %
  • Stop-Loss: 30 Ticks (= 3,00 $)
  • Tick Value GC: 10,00 $

Schritt 1: Risk Amount = 100.000 × 0,02 = 2.000 $ Schritt 2: Risk per Contract = 30 × 10,00 = 300 $ Schritt 3: Position Size = Floor(2.000 / 300) = Floor(6,67) = 6 Kontrakte

Trotz eines vergleichsweise weiten Stop-Loss und einem aggressiveren Risikoprozentsatz bleibt die Positionsgröße kontrollierbar, weil die Kontogröße entsprechend dimensioniert ist.

Häufige Fehler bei der Positionsgrößenberechnung

Selbst erfahrene Trader machen bei der manuellen Berechnung der Positionsgröße typische Fehler. Der Marge-Rechner eliminiert die meisten davon automatisch – aber das Verständnis für diese Fehler hilft, die Ergebnisse des Tools richtig zu interpretieren.

Fehler 1: Stop-Loss in Punkten statt in Ticks messen

Beim E-mini S&P 500 ist 1 Punkt gleich 4 Ticks. Wer einen Stop-Loss von 5 Punkten als "5 Ticks" in die Formel eingibt, unterschätzt das Risiko pro Kontrakt um den Faktor 4. Das Ergebnis: eine massiv zu große Positionsgröße und ein tatsächliches Risiko, das viermal so hoch ist wie erwartet.

Fehler 2: Den falschen Tick-Wert verwenden

Bei einigen Instrumenten gibt es sowohl den Full-Size-Kontrakt als auch Mini- und Mikro-Kontrakte, die unterschiedliche Tick-Werte haben. Der Mikro-E-mini S&P 500 (MES) hat einen Tick-Wert von nur 1,25 $ – genau ein Zehntel des Standard-ES-Kontrakts. Wer diese verwechselt, rechnet entweder zu vorsichtig oder gefährlich leichtfertig.

Fehler 3: Die Balance nicht aktuell halten

Die Positionsgröße sollte immer auf Basis des aktuellen Kontostands berechnet werden – nicht des Startkapitals. Wer nach einer Verlustserie noch immer die ursprüngliche, größere Balance als Grundlage nimmt, erhöht das prozentuale Risiko schrittweise, ohne es zu merken.

Fehler 4: Das Aufrunden rechtfertigen

"Nur ein Kontrakt mehr macht doch keinen großen Unterschied" – diese Aussage ist der Einstieg in die schleichende Erosion des Risikomanagements. Jede Ausnahme, die man sich selbst genehmigt, senkt die psychologische Schwelle für die nächste Ausnahme.

Fehler 5: Die Kommissionen ignorieren

Bei kleineren Kontogrößen und häufigem Trading können Brokergebühren einen spürbaren Einfluss auf das tatsächliche Risiko haben. Wer sehr eng mit dem Risikolimit kalkuliert, sollte die Kommissionskosten in die Überlegung einbeziehen – insbesondere dann, wenn mehrere Kontrakte gehandelt werden.

Positionsgröße und Risikomanagement im größeren Kontext

Der Marge-Rechner ist ein Werkzeug – aber kein Allheilmittel. Seine Stärke liegt in der mathematischen Präzision, doch er ersetzt nicht das strategische Denken, das professionelles Trading erfordert.

Das Verhältnis von Risiko und Reward

Eine korrekt berechnete Positionsgröße allein sagt noch nichts darüber aus, ob ein Trade gut ist. Entscheidend ist immer das Verhältnis zwischen dem eingegangenen Risiko und dem angestrebten Gewinnpotenzial – dem sogenannten Risk-Reward-Ratio (RRR). Professionelle Trader akzeptieren in der Regel nur Trades mit einem RRR von mindestens 1:2, besser 1:3 oder mehr.

Wenn der Marge-Rechner also eine Positionsgröße von 2 Kontrakten ausgibt, bedeutet das: Dieses Risiko sollte mindestens das Doppelte als potenzielle Belohnung gegenüberstehen. Andernfalls ist der Trade trotz korrekter Positionsgrößenberechnung mathematisch nicht rentabel.

Die Wirkung auf den Drawdown

Konsequentes Risikomanagement mit gleichbleibendem Risikoprozentsatz hat eine mathematisch nachweisbare Schutzwirkung gegen tiefe Drawdowns. Wer jeden Trade mit maximal 1 % riskiert, kann theoretisch eine Verlustserie von 50 aufeinanderfolgenden Trades überstehen, ohne das Konto vollständig zu verlieren – allerdings mit erheblich reduziertem Kapital. Wer hingegen ohne feste Positionsgrößenregel handelt und manchmal 5 %, manchmal 10 % oder mehr riskiert, kann schon nach wenigen schlechten Trades in existenzielle Schieflage geraten.

Skalierung mit wachsendem Kapital

Ein weiterer Vorteil der prozentualen Risikodefinition liegt in der automatischen Skalierung. Mit wachsendem Kontostand steigt der absolute Risk Amount proportional mit – der Trader kann also organisch größere Positionen handeln, ohne das Risikolimit manuell anzupassen. Umgekehrt schrumpfen die Positionen automatisch mit dem Kapital, falls eine Verlustserie eintritt. Dieses Prinzip des asymmetrischen Wachstums ist einer der Grundpfeiler des professionellen Money Managements.

Diversifikation und korrelierte Positionen

Wer gleichzeitig mehrere Positionen in korrelierten Märkten hält, sollte beachten, dass das Gesamtrisiko des Portfolios die Summe der Einzelrisiken übersteigen kann, wenn alle Positionen gleichzeitig in die falsche Richtung laufen. Crude Oil und Natural Gas bewegen sich oft parallel, ebenso wie Euro FX und Schweizer Franken. Wer in beiden gleichzeitig 1 % riskiert, hat effektiv ein höheres Kursrisiko als zwei unabhängige 1%-Positionen.

Für wen ist der Marge-Rechner besonders wertvoll?

Einsteiger im Futures-Trading

Wer gerade erst mit dem Handel von Futures beginnt, unterschätzt oft die Hebelwirkung dieser Instrumente. Ein Futures-Kontrakt kontrolliert ein Vielfaches seines Margin-Wertes – was im Gewinnfall hervorragend klingt, im Verlustfall jedoch gefährlich werden kann. Der Marge-Rechner zwingt Einsteiger dazu, das Risiko bewusst zu definieren, bevor der erste Trade eröffnet wird. Das ist eine Lektion, die viele Trader leider erst nach schmerzhaften Erfahrungen lernen.

Fortgeschrittene Trader mit mehreren Strategien

Wer gleichzeitig verschiedene Trading-Strategien mit unterschiedlichen Instrumenten und Stop-Loss-Strukturen betreibt, profitiert besonders von einem standardisierten Berechnungstools. Es stellt sicher, dass alle Strategien nach denselben Risikoprinzipien behandelt werden und kein einzelner Trade das gesamte Portfolio unverhältnismäßig stark beeinflusst.

Trader in der Entwicklungsphase

Viele Trader befinden sich in einer Phase, in der sie ihre Strategie noch verfeinern und dabei regelmäßig Verluste hinnehmen müssen. In dieser Phase ist konsequentes Risikomanagement besonders wichtig – weil das Ziel nicht ist, viel zu gewinnen, sondern mit möglichst wenig Kapitalverlust zu lernen. Der Marge-Rechner hilft dabei, das Kapital über die Lernphase hinweg zu erhalten.

Algorithmische und systematische Trader

Für Trader, die regelbasierte Systeme einsetzen, ist die Positionsgrößenberechnung ein fester Bestandteil des Algorithmus. Die Formel des Marge-Rechners eignet sich hervorragend als Basis für die Implementierung in eigene Handelssysteme oder Excel-Modelle.

Integration in den täglichen Trading-Workflow

Die eigentliche Stärke des Marge-Rechners entfaltet sich erst dann, wenn er konsequent und routinemäßig in den täglichen Handelsprozess integriert wird – nicht nur gelegentlich als Plausibilitätsprüfung.

Ein professioneller Workflow könnte so aussehen:

1. Marktanalyse: Identifikation eines potenziellen Setups auf Basis der Handelsstrategie (technische Analyse, COT-Daten, saisonale Muster etc.)

2. Stop-Loss-Definition: Festlegung des Stop-Loss-Levels auf Basis des Charts, noch bevor die Positionsgröße berechnet wird. Der Stop-Loss sollte niemals rückwärts von der Positionsgröße her bestimmt werden.

3. Positionsgrößenberechnung: Eingabe der aktuellen Balance, des gewählten Risikoprozentsatzes, der Tick-Entfernung zum Stop-Loss und des Tick-Werts in den Marge-Rechner.

4. Take-Profit-Definition: Festlegung des Gewinnziels unter Berücksichtigung des Risk-Reward-Ratios.

5. Trade-Eröffnung: Ausführung des Trades mit der berechneten Positionsgröße – ohne Abweichung nach oben.

6. Journaling: Dokumentation des Trades mit allen relevanten Parametern inklusive der berechneten Positionsgröße im Trading-Journal.

Dieser Workflow mag am Anfang zeitaufwendig erscheinen, wird aber mit der Übung zur Routine und dauert am Ende nur noch wenige Minuten pro Trade.

Fazit: Positionsgröße ist keine Option, sie ist Pflicht

Die korrekte Berechnung der Positionsgröße ist keine optionale Zugabe zum Trading, sondern dessen unverzichtbares Fundament. Alle anderen Aspekte des Handels – Strategie, Marktanalyse, Timing, Psychologie – verlieren ihre Wirkung, wenn die Positionsgröße nicht stimmt. Selbst die beste Trading-Strategie der Welt kann durch eine einzige, überdimensionierte Position zunichte gemacht werden.

Die Formel des Marge-Rechners – Risk Amount = Balance × (Risk % / 100), gefolgt von Risk per Contract = Stop-Loss Ticks × Tick Value und schließlich Position Size = Floor(Risk Amount / Risk per Contract) – ist mathematisch simpel, aber in ihrer praktischen Auswirkung enorm. Sie übersetzt abstrakte Risikobereitschaft in konkrete, handelbare Zahlen und schafft damit die Voraussetzung für ein langfristig nachhaltiges Trading.

Wer diese Berechnung konsequent anwendet, schützt sein Kapital nicht nur in schlechten Phasen, sondern legt auch die Grundlage dafür, in guten Phasen ruhig und selbstbewusst agieren zu können – weil er weiß, dass das Risiko stets unter Kontrolle ist.

Nutze den Marge-Rechner daher nicht als Gelegenheitswerkzeug, sondern als festen Bestandteil jedes einzelnen Trades. Dein Konto wird es dir danken.

Du willst mehr zu diesem Thema erfahren und tiefer in das erfolgreiche Futurestrading vorstoßen?

Abonniere unsere Analysedienste und entdecke unsere zusätzlichen Ressourcen.

EINE DEMO BUCHEN

Sprache wechseln

Wir haben eine Änderung deiner Spracheinstellung seit deinem letzten Besuch festgestellt und möchten dich darauf hinweisen, dass du deine gewünschte Sprache ändern kannst. Wähle unten deine bevorzugte Option aus.

Zu Englisch wechseln Deutsch beibehalten

Risikohinweis

Risikooffenlegung: Der Handel mit Futures, Forex und CFD's birgt ein hohes Risiko und ist nicht für jeden Investor geeignet. Ein Investor kann möglicherweise mehr als das eingezahlte Kapital verlieren. Für den Handel sollte nur Risikokapital verwendet werden, bzw. Teile des Risikokapitals. Risikokapital ist Geld, bei dessen Verlust sich keine Änderung der Finanzsituation ergibt bzw. keinen Einfluss auf das Leben mit sich bringt. Eine in der Vergangenheit erzielte Performance ist keine Garantie für zukünftige Gewinne.

Offenlegung der hypothetischen Performance: Hypothetische Performanceergebnisse haben viele inhärente Einschränkungen, von denen einige im Folgenden beschrieben werden. Die dargestellten Ergebnisse des Kontos können in den Gewinnen und Verlusten stark abweichen. Einer der Einschränkungen der hypothetischen Ergebnisse ist dass Sie durch bekannte historische Daten entstanden sind. Darüber hinaus beinhaltet der hypothetische Handel kein finanzielles Risko – kein hypothetischer Track Record kann die finanziellen Risiken des tatsächlichen Handels darstellen. Beispielsweise besteht die Möglichkeit dass der Handel bei Verlusten ausgesetzt bzw. abgebrochen wird, dies kann die tatsächlichen Ergebnisse stark verändern. Des Weiteren gibt es zahlreiche weitere Faktoren die bei der Umsetzung eines Handelsprogramms nicht vollständig in der hypothetischen Performance berücksichtigt werden können und somit die tatsächlichen Ergebnisse beeinflussen können.

Testimonials, die auf dieser Website erscheinen, sind nicht repräsentativ für andere Kunden und sind keine Garantie für zukünftige Leistungen oder Erfolge.

Scroll to top