Margin im Futurestrading nutzen und Portfolio aufbauen

Was ist eine „Margin“ im Futurestrading und wie kannst du sie beim Aufbau deines Portfolios nutzen?

Als Trader an den Futuresmärkten verfügst du über ein sogenanntes Margin-Konto bei deinem Broker. Was bedeutet das? Was ist eine Margin im Futurestrading, welche Besonderheiten hat sie und wie kannst du diesen Effekt nutzen, um dein Portfolio aufzubauen und zu diversifizieren?

Im folgenden Video erläutert dir Alex alles Wissenwerte zu diesen Fragen.

Wie immer findest du die Transkription unter dem Video, um die wichtigsten Punkte noch einmal nachlesen zu können.

Schau dir am besten gleich das Video an!

 

 
  

 


 

Hier nochmal das Ganze zum Nachlesen:

Margin im Futurestrading

Versuche einmal folgende Berechnung nach zu vollziehen:

Eine Feinunze Gold kostet 1.715,80 USD. Ein E-Mini Kontrakt Gold beläuft sich auf 50 Feinunzen. Möchtest du also jetzt einen Kontrakt Gold handeln, kostet dich das 85.790 USD?

Wer bitteschön soll das bezahlen?

Mit deinem schon recht üppigen 100k – Konto könntest du also niemals Gold handeln, oder?

DOCH – das geht! Warum und Wie, erfährst du in diesem Video!

Die Margin im Futurestrading

Der Futureshandel basiert auf das sog. MARGIN-Prinzip. Du verfügst bei deinem Broker über ein Marginkonto. Was heißt das alles und was bedeutet es für dich als Trader?

Lass mich so anfangen:

An einer Wertpapierbörse werden reale Werte gehandelt. Eine Aktie über 5 USD stellt einen tatsächlichen Anteil an einem Unternehmen dar.

An der Futuresbörse werden aber keine realen Werte gehandelt. Es wird also nicht tätsächlich Gold angekauft oder verkauft und sofort bezahlt. Dies geschieht am sog. Cash-Markt.

Am Futuresmarkt werden hier Übereinkünfte getroffen, Gold zu einem späteren Zeitpunkt, aber zum jetzt aktuellen Preis zu handeln. Ist der Goldpreis zu diesem Zeitpunkt dann gestiegen oder gefallen, bedeutet das eine reale Ersparnis bzw. Einbuße für die jeweiligen Handelspartner.

Ein Futures ist rechtlich gesehen also eine Verpflichtung (Vertrag) und kein Vermögenswert.

Welche Rolle spielt die Margin nun in diesem System?

Die Margin im Futurestrading ist keine Anzahlung auf den tatsächlichen Preis eines Rohstoffs, sondern muss als Pfand bei Abschluss des Vertrags gesehen werden.

Sie wird auch nicht tatsächlich “gezahlt”, sondern muss nur in dieser Höhe auf deinem Konto verfügbar sein, wo sie vom Broker bei der Positionseröffnung geblockt wird. Die Margin wird in Börsenkreisen “Good-Faith-Deposit” genannt – eine “Einlage auf Treu und Glauben”.

Die Margin wird wieder freigegeben, wenn du die Position schließt. Beendest du den Trade mit Gewinn, erhältst du also in gewisser Weise deine Margin in voller Höhe zurück, zuzüglich zum Gewinn aus dem Trade.

Schließt du deine Position mit Verlust, wird dieser Verlust von der Margin abgezogen.

Läuft eine offene Position so stark ins Minus, dass die Margin nicht mehr ausreichen würde, den Verlust aus der Position zu decken, kommt es zum gefürchteten Margin-Call. Hier näher auf den Margin-Call einzugehen, würde den Rahmen dieses Videos sprengen. Nur soviel dazu:

Dein Broker weist dich – meist per Email – darauf hin, dass dein Konto in Gefahr läuft, den Verlust aus dem Trade nicht mehr decken zu können. Du solltest also jetzt entweder Geld nachschießen oder deine Position verkleinern. Dazu aber gleich mehr.

Wer bestimmt die Höhe der Margin?

Die Höhe der Margin wird von der jeweiligen Börse festgelegt. Gold wird an der COMEX gehandelt, der New York Commodities Exchange, die eine Mindest – Margin festlegt, an der sich der Broker orientieren muss. Die Höhe dieser Margin ist abhängig von der durchschnittlichen täglichen Preisrange eines Marktes.

Nahezu alle Broker verlangen jedoch eine Margin, die z.T. deutlich höher liegen kann. Du solltest also bei der Auswahl deines Brokers auch darauf achten, welche Margin er im Vergleich zu den Börsen ansetzt.

Welche Arten von Margin musst du kennen?

Zunächst einmal gibt es zwei unterschiedliche Margins, die du kennen musst:

  • die Initial – Margin
  • und die Maintenance – Margin

Du kannst die jeweilige Höhe dieser Margin aus den Kontrakt-Spezifikationen des Futures ersehen:

 

Kontrakt-Spezifikationen Gold Mini

Kontrakt-Spezifikationen Gold Mini

 

 

Kontrakt-Spezifikationen COMEX-Gold (Auszug) Quelle: barchart.com

Die tatsächlich von dir bereit zu stellende Höhe der Margin entnimmst du allerdings den Daten deines Brokers.

Initial Margin

Das ist der Betrag, den du bei Eröffnung einer Position auf deinem Konto vorhalten musst.

Diese Sicherheitsleistung wird immer fällig (und auf deinem Handelskonto blockiert), wenn innerhalb eines Börsentags gehandelt wird. Wird die Position zu Börsenschluss glattgestellt, wird dieser Betrag wieder freigegeben (und die Konto natürlich mit eventuellen Verlusten aus dem Trade belastet bzw. Gewinne gutgeschrieben).

Hältst du die Position “über Nacht”, wird eine andere, manchmal höhere Margin fällig. Dazu gleich mehr.

Maintenance Margin

Maintenance Margin ist der Mindestbetrag auf deinem Konto, der bei einem Verlust aus der Futures-Position nicht unterschritten werden darf. Die Höhe dieser Margin kann bis zu 90% der Initial Margin betragen.

Läuft der Markt gegen dich und generiert Verluste, wird das auf deine Margineinlage angerechnet. Es verringert diese also. Steigt dieser Verlust so weit an, dass deine Einlage UNTER den Wert der Maintenance Margin absinkt, erhältst du den bereits angesprochenen “Margin-Call” von deinem Broker. Das ist die Aufforderung, sofort die Mittel aufzubringen, um das Konto wieder auf das ursprüngliche Margin-Niveau zu bringen.

Du kannst jetzt also Geld “nachlegen” oder deine Position reduzieren. Ansonsten wird sie automatisch liquidiert, sobald sie unter die Höhe der Maintenance-Margin fällt (was wiederum zusätzliche Kosten in Form von Gebühren verursacht).

Overnight Margin

Dein Broker unterscheidet über diese beiden Arten der Margin hinaus meistens auch noch zwischen einer Intraday und einer Overnight Margin.

Diese Overnight Margin wird dann fällig, wenn du deine Position “über Nacht” hältst.

Dazu musst du folgendes Wissen:

Der elektronische Handel an vielen US-Futuresbörsen ist nahezu 24 Stunden am Tag möglich. Dein Broker wird jedoch einen Zeitpunkt festsetzen, bis zu dem du deine Intraday-Positionen glattstellen musst.

Versäumst du diesen Zeitpunkt, wird aus deiner Intraday- eine Overnight-Position. Und jetzt wird die höhere Margin fällig.

Kannst du dieser Anforderung nicht nachkommen, wird deine Position vom Broker geschlossen und es wird wieder eine zusätzliche Gebühr fällig.

Du solltest also die Geschäftsbedingungen deines Brokers genau lesen, jeder Broker hat hier andere Bestimmungen, Margins und Gebühren.

Hier ein Beispiel der Margin im Futurestrading bei Interactive Brokers (Auszug):

 

Margins bei Interactive Brokers

Margins bei Interactive Brokers (Auszug)

Statt – wie eingangs vorgerechnet 85.700$ brauchst du für den Handel von einen Kontrakt E-Mini Gold im Beispiel Interactive Brokers also nur 6.875$ .

Was bedeutet das für dein Trading-Konto?

Das Margin – Prinzip hat letztlich die Auswirkung, dass ein großer Teil deines Kontos nicht unmittelbar in aktiven Trades und Positionen gebunden ist. So können bis zu 70% deines Kontos brach liegen. Du kannst nun dieses kapital nutzen, um es in anderen Finanzprodukten, Aktien oder ETFs beispielsweise zu investieren.

Auf unserer Website insider-week.de haben wir eine Strategie vorgestellt, die ungenutztes Kapital investieren kannst. Wir kombinieren dabei unsere COT-Strategie mit einer Strategie, die auf ETFs auf Basis des S&P500 – Index aufsetzt.

Auch wenn diese Strategieüberlegungen eher etwas für den erfahreneren Trader sind, ist das Ergebnis auch für dich als Tradingeinsteiger interessant.

Zu der erfreulichen Performance von 22,6% unsrer COT-Strategie kam im Jahr noch die SP500-Strategie mit einem ebenfalls sehr guten Ergebnis von 34,3 % hinzu.

Es ergab sich zusammen eine unglaubliche Performance von 56,9% – und das bei einem maximalen Drawdown von weniger als 10%!

Dies beweist eindrucksvoll, wie das Margin-Prinzip im Futureshandel dazu benutzt werden kann, die Gesamt-Equity deines Tradingkontos durch Diversifikation und Investition des ungenutzten Kapitals deutlich zu erhöhen.

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Quellen:

Kontraktspezifikationen https://www.barchart.com/futures/contract-specifications/currencies

Margins CME Group https://bit.ly/2Oqokhe

Margins IB https://www.barchart.com/futures/contract-specifications/currencies

 

 

 


 

Hast du Fragen oder Anregungen, dann schreibe mir bitte einen Kommentar.

Ich wünsche dir eine schöne Woche, beste Grüße

 

 

 

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