Futures handeln? 10 Antworten, die Futures und Futures Trading einfach erklären

Du suchst nach einer Futures Definition und Futures Trading Erklärung. In diesem Beitrag präsentiere ich dir die 10 häufigsten Fragen, die von Anfängern gestellt werden, und gebe dir einfache Erklärungen. Du wirst verstehen was Futures sind und wissen was du beim Futures handeln beachten musst. Außerdem verrate ich dir was du für erfolgreiches Futures Trading wirklich brauchst.

Futures trading für Anfänger infographic

1 Was sind Futures und was ist Futures Trading?

Futures oder auch Terminkontrakte sind an der Börse standardisierte handelbare Produkte, deren Preise auf realen Handelsprodukten wie zum Beispiel Rohstoffen beruht.

Futures oder auch Terminkontrakte sind an der Börse standardisierte handelbare Produkte, deren Preise auf realen Handelsprodukten wie zum Beispiel Rohstoffen beruht.

Daher sind zwei Handelspartner eine vertragliche Vereinbarung – bezeichnet als Forward – eingegangen, in der sie folgendes festgelegt haben:

  • Eine bestimmte Menge
  • Eine bestimmte Ware
  • Einen zukünftigen Termin
  • Einen zum jetzigen Zeitpunkt gültigen Preis

Zum vereinbarten Termin wird eine bestimmte Menge einer bestimmten Ware geliefert bzw. abgenommen und zum festgelegten Preis bezahlt. Das hat eine verlässliche Aufwands-/Ertrags-Kalkulation ermöglicht.

Aus dem Forward sind schließlich die Futures entstanden. Die Konditionen wurden von den Börsen (den Marktbetreibern) verbindlich festgeschrieben, also standardisiert. Dadurch wurde es möglich, Futures, also den Kontrakt selbst, an den Börsen zu handeln wie ein Wertpapier.

Neben den Commercials (Produzenten, Verarbeiter) haben auch Spekulanten angefangen Futures zu handeln. Mit dem Unterschied, dass sie nicht am realen Rohstoffhandel interessiert sind, sondern mit dem Kaufen und Verkaufen von Terminkontrakten (eng. futures contract) an Futures Börsen Geld verdienen wollen.

Spekulanten ermöglichen einen liquiden Futures Handel mit einer transparenten Preisstellung zu jedem Zeitpunkt. Somit war das Futures Trading, der börsennotierte Handel mit Terminkontrakten geboren.

2 Was ist ein Futures Contract?

Ein Futures Kontrakt bzw. Terminkontrakt ist ein Derivat, welches du an der Börse handeln kannst. Jedem Terminkontrakt liegt ein Handelsprodukt wie Rohstoffe, Währungen oder Aktienindices zu Grunde (eng. underlying assets). Du handelst also keine realen Rohstoffe, sondern Futures Kontrakte, die in Geld ausgeglichen werden. Du als Trader brauchst keine Angst haben, dass die Ware physisch geliefert wird.

Futures handeln? 10 Antworten, die Futures und Futures Trading einfach erklären -09.05.2022-

Schon gewusst

Es werden nur ca. 3-7% der Futures durch Lieferung ausgeglichen. Der Rest dient der Absicherung oder der Spekulation.

Terminkontrakte haben die gleichen Eigenschaften wie vertragliche Vereinbarungen (Forward), die zwischen zwei realen Handelspartnern abgeschlossen werden: Er beinhaltet Informationen über die Ware, die Menge, den zukünftigen Termin und den Preis.

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Schon gewusst

Der einzige Unterschied zwischen Futures und Forwards ist, dass Futures an einer Futures Börse gehandelt werden und die Spezifikationen daher auch von Börsen festgesetzt und standardisiert sind.

Futures Kontrakte werden von den Börsen, an denen sie gehandelt werden, standardisiert. Das heißt, die Börse legt die Kontraktspezifikationen fest. Für dich als Trader ist es wichtig, diese Kontraktspezifikationen zu kennen.

Kontraktspezifikationen für Futures Kontrakte legen folgendes fest:

  • Art und Qualität des Rohstoffs
  • Menge pro Kontrakt
  • Mindest-Preisschwankung (Wert eines Ticks)
  • Laufzeit des Futures
  • Margin
  • Settlement
  • Handelszeiten
  • Preislimits
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Tipp

Für dich als Futures Trader sind die wichtigsten Kontraktspezifikationen Margin, Tickwert und Laufzeit.

Kontraktspezifikationen am Beispiel des Goldkontrakts Oktober’22

Abbildung 2: Kontraktspezifikationen am Beispiel des Goldkontrakts Oktober’22

3 Welche Futures gibt es oder auch auf was kannst du Futures handeln?

Der klassische Sektor, in dem Futures gehandelt werden, ist der Rohstoffsektor. Rohstoff Futures (eng. commodity futures) werden unterteilt in Agrarrohstoffe, Energierohstoffe und Metalle. Futures kannst du auch auf Währungen, Indizes, Bonds und Crypto traden.

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SCHON GEWUSST

Du möchtest Aktien Futures handeln? Dann sind Index Futures genau das richtige für dich. Denn Futures auf Aktien kannst du genau genommen nicht handeln.

Es gibt nur Futures auf Indizes wie zum Beispiel S&P500 oder Nasdaq, deren Börsenkurse auf Aktienwerten basiert. Auf Indizes gibt es auch Mini- und Micro Futures. Du kannst also mit einem kleinen Konto beispielsweise Dax Futures handeln.

  • Agrarrohstoffe
    • Grains — Wheat, Corn, Soybeans, Oats (Hafer), Rice
    • „Softs“ — Kaffee, Kakao, Orange Juice, Sugar, Cotton, Lumber (Nutzholz)
    • „Lifestock“ (Fleischmärkte) — Live Cattle (Lebendrind), Feeder Cattle (Mastrinder), Lean Hogs (Magerschwein)…
  • Energierohstoffe — Crude Oil, Natural Gas, Heating Oil, Gasoline …
  • Währungen — Dollar, Euro, Yen …
  • Metalle — Gold, Silver, Platinum, Palladium, Copper …
  • Indizes — S&P500, NASDAQ
  • Staatsanleihen (Bonds) — T-Notes, T-Bonds
  • Cryptocurrencies — Bitcoin

InsiderWeek tradet in den oben aufgeführten Sektoren. Es gibt noch weitere, welche jedoch weniger liquide sind: Milch, Butter, Eier, Kohle, Stahl. Du könntest sogar an der Futures Börse CME in Chicago oder der LIFFE in London Wetterderivate-Futures traden.

InsiderWeek tradet in den oben aufgeführten Sektoren. Eine Auflistung der wichtigsten Futures, die wir handeln, findest du in dieser Übersicht →. Es gibt noch weitere, welche jedoch weniger liquide sind: Milch, Butter, Eier, Kohle, Stahl. Du könntest sogar an der Futures Börse CME in Chicago oder der LIFFE in London Wetterderivate-Futures traden.

4 Was sind Futures Börsen? Wann und wo werden Futures gehandelt?

Ein Futures Markt oder auch Terminmarkt ist eine Börse, an der Terminkontrakte gehandelt werden. An Futures Börsen werden ausschließlich Futures gehandelt.

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SCHON GEWUSST

Es gibt auch noch einen Markt, auf dem der Rohstoff direkt – also Ware gegen Geld – gehandelt wird. Dieser Markt heißt Spot- oder Kassamarkt.

Futures Börsen sind oft auf bestimmte Sektoren und Märkte spezialisiert. So werden an der CBOT (Chicago Board Of Trade) landwirtschaftliche Produkte (Wheat-, Corn- oder Soybean Futures) und finanzielle Futures (E-mini Dow-Jones, micro E-mini Dow, T-Bonds, T-Notes) gehandelt, an der New York Mercantile Exchange (NYMEX) Energie- und Rohöl Futures sowie Metalle.

Die wichtigsten Futures Börsen sind

  • CME Group mit den einzelnen Börsen
    • CME (Chicago Mercantile Exchange)
    • CBOT
    • NYMEX/ COMEX (Commodities Exchange)
  • ICE (Intercontinental Exchange) mit verschiedenen Börsenplätzen z.B.
    • ICE Futures U.S.
    • ICE Futures Europe
    • ICE Futures Singapore
    • ICE Futures Abu Dhab
  • EUREX (European Exchange)
  • LME (London Metal Exchange) – die LME ermittelt täglich die weltweiten Referenzkurse für den Kassamarkt (direkten Handel) mit Metallen

Das Trading an den Futures Märkten ist inzwischen komplett elektronisch. Anders als an den meisten Aktienmärkten, kann an einer Futures Börse 24 Stunden am Tag gehandelt werden. Aber nicht an allen.

Futures Trading in den Sektoren Grains, Softs und Livestock ist nicht rund um die Uhr möglich. Außerdem unterscheiden sich die Handelszeiten der Börsen für diese Sektoren. Auch zu beachten sind die Börsen Handelszeiten an Feiertagen.

Handelszeiten ausgewählter Futures an US-Börsen

Abbildung 3: Handelszeiten ausgewählter Futures an US-Börsen

5 Wie entsteht der Preis eines Futures?

Du weißt bereits, dass ein Future ein reales Produkt repräsentiert. Der Preis des Futures ist daher an den Preis des Produktes gekoppelt und folgt ihm weitgehend:

Der Kurs des Corn-Futures Mai22 (ROT) im Vergleich zum Mais-Preis am Kassamarkt (Blaue Linie)

Abbildung 4: Der Kurs des Corn Futures im Vergleich zum Maispreis am Kassamarkt

Die Frage nach dem Preis des Futures lautet also konkreter: Wie entsteht der Preis des zugrunde liegenden Rohstoffs oder Finanzprodukts? Rohstoffpreise und auch die Preise der anderen Sektoren werden von den großen Marktteilnehmer (commercials, large speculators) bestimmt.

Anders als bei CFD’s beispielsweise, entstehen Preise also auf der Basis von Angebot und Nachfrage. Der Preis steigt, wenn die Nachfrage größer wird als das Angebot (Verknappung des Gutes) und wenn das Angebot größer ist als die Nachfrage fällt der Preis (Überangebot des Gutes).

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SCHON GEWUSST

Bei CFD’s, Optionsscheinen und Zertifikaten legt die Bank (Immitent) den Preis fest. Natürlich sagen Banken, dass sie immer eine transparente Preisstellung auf Basis des zugrunde liegenden Finanzprodukts machen.

Das trifft aber für kritische Phasen wie Börsencrashs oder hoch volatile Marktphasen in Krisenzeiten (Krieg, Pandemie, Wirtschaftskrisen) nicht zu. Das heißt CFD’s, Optionsscheine und Zertifikate handelst du gegen die Bank und nicht mit einem realen Marktteilnehmer. Und das Interesse der Bank ist es Geld zu verdienen und nicht dich reich zu machen.

Bei Rohstoffen ist das Angebot von vielen Faktoren abhängig. Landwirtschaftliche Rohstoffe beispielsweise haben einen deutlich saisonalen Preisverlauf, der durch äußere Einflüsse wie Wetter oder Biologie (Missernten durch Pflanzenkrankheiten/ Schädlingen) zusätzlich beeinflusst wird.

Auch auf andere Rohstoffe wie Metalle oder Energierohstoffe wirken sich Witterungseinflüsse auf die Produktion bzw. Förderung aus.

Auf der Nachfrageseite beeinflussen zum Beispiel soziale Faktoren (Sitten und Bräuche, Modeerscheinungen, gesellschaftliche Strömungen) oder Ereignisse wie die Corona-Pandemie die Kaufbereitschaft der Verbraucher.

Außerdem werden Rohstoffe, egal ob Agrar- oder Energierohstoffe als politisches Macht- und Druckmittel eingesetzt. Embargos, Sanktionen oder Handelsbeschränkungen in Form von Zöllen und Abgaben steuern in hohem Maß die Preise.

6 Sind Futures riskante Finanzprodukte?

Letztlich beinhalten alle Produkte an den Finanzmärkten ein immanentes Risiko. Die Frage muss also lauten, sind Futures riskantere Finanzprodukte als andere Assets.

Futures sind weniger riskant, weil die Nachfrage konstant ist.

Der Preis eines jeden Produkts an einem freien Markt wird durch ein Zusammenspiel aus Angebot und Nachfrage bestimmt. Während das Angebot bei vielen Rohstoffen teilweise extrem schwankt, ist die Nachfrage in der Regel konstant oder auch steigend.

Da die Nachfrage nach dem Rohstoff nicht plötzlich ausbleiben wird, wird auch der Preis nicht schlagartig auf null fallen und einen plötzlichen Totalverlust hervorrufen. Eine Ausnahme war als die WHO 2020 Corona zur Pandemie erklärt hat.

Kursverlauf Brent-/WTI Crude Oil 2020/21

Abbildung 5: Kursreaktion von Crude Oil

Die Nachfrage nach Rohöl (eng. crude oil) und den daraus abgeleiteten Produkten ist schlagartig zurückgegangen. Dies hat zu einem immensen Überangebot – die Tanks waren voll und keine Käufer in Sicht – geführt. Die Folge war ein unvorstellbarer Einbruch der Kurse.

Diese Ereignisse sind keine typischen Risikofaktoren des Futures Handels. Und mit einem robusten Risikomanagement (eng. money risk management), das unabhängig von der geopolitischen Lage immer notwendig ist, lassen sich sehr hohe Verluste auch in diesen Fällen vermeiden.

Futures sind weniger riskant, weil Commodities saisonalen Mustern folgen.

Am leichtesten zu erklären ist das bei den Agrar-Rohstoffen: die jährlich wiederkehrende Zyklen von Aussaat, Wachstum und Ernte bestimmen die Verfügbarkeit des Rohstoffs und somit seinen Preis.

Aber auch Energie-Rohstoffe (Crude Oil, Natural Gas) weisen diese Zyklen auf. Zu bestimmten Zeiten im Jahr ist die Nachfrage nach Strom (Klimaanlagen) und Heizöl deutlich erhöht.

Dieses Wissen über Saisonalität macht die Planung einfacher und unterstützt dich in hohem Maße bei deinen Handelsentscheidungen.

Der saisonale Kursverlauf von Natural Gas im 5-, 10- und 15-Jahres-Mittel

Abbildung 6: Der saisonale Kursverlauf von Natural Gas im 5-, 10- und 15-Jahres-Mittel

Der saisonale Kursverlauf von Natural Gas im 5-, 10- und 15-Jahres-Mittel

Abbildung 7: Der saisonale Kursverlauf von Natural Gas im 5-, 10- und 15-Jahres-Mittel

Futures sind weniger riskant, weil sie transparent sind.

Dies gilt zumindest für die Futures Märkte in den USA und nur solche handeln wir bei InsiderWeek. Hier sind alle Marktteilnehmer, die eine bestimmte Zahl von Kontrakten halten bzw. überschreiten verpflichtet, ihre Positionen der Commodity Futures Trading Commision (CFTC) – einer staatlichen Aufsichtsbehörde zu melden.

Die CFTC veröffentlicht diese Zahlen in einem wöchentlichen Marktbericht, dem Commitments of Traders (COT)-Report. Dieser öffentlich einsehbare Bericht zeigt auf, wie die großen Marktteilnehmer (Commercials, große Spekulanten) sich positionieren, was darauf hinweist wie sie die Marktsituation einschätzen.

Eine Auswertung des COT Reports gibt dir wertvolle Hinweise und hilft dir dabei Handelsentscheidungen zu treffen.

Futures sind riskant, weil Rohstoffe politisch als Druckmittel genutzt werden.

Die momentane Situation — der Krieg in der Ukraine — zeigt es deutlich und die Geschichte ist voll mit weiteren Beispielen: Rohstoffe, allen voran landwirtschaftliche Grunderzeugnisse (Weizen, Reis, Zucker, Baumwolle) und Energierohstoffe (Öl, Gas) dienen als politisches Druckmittel.

Das macht Trading mit Futures zu gewissen Zeiten hochriskant. Doch diese Risiken können umgangen werden: Vermeide den Handel in hochvolatilen Phasen, auch wenn er noch so verlockend erscheint. Trading Gelegenheiten sind wie Straßenbahnen – die nächste kommt garantiert!

7 Wie handelt man Futures?

Futures können in drei verschiedenen Trading Stilen, die unterschiedliche Zeitrahmen (eng. time frame) haben, und mit unterschiedlichen Trading Strategien gehandelt werden.

Time frame

Der kurzfristigste Trading Stil ist das Scalping. Darauf folgt Futures Daytrading. Ein Scalper handelt Futures im Minutentakt und ein Day Trader im Stundenakt.

Im Swing Trading werden Futures am Ende des Tages nach Börsenschluss gehandelt. Eine Buy-and-hold Strategie wie für Aktien und ETF‘s ist zwar für Futures Trading nicht anwendbar, aber gut damit kombinierbar.

Trading Strategien

Jeder Trading Stil hat seine eigenen Trading Strategien. Bekannte Futures Trading Strategien sind die Pullback Strategy, Trading the Range, Breakout Trading – sehr beliebt im Day Trading, Spread Trading, Fundamental Trading Strategy, Buyer and Seller Interest, Trend-Following und Counter-Trend Trading.

Wenn du nicht den ganzen Tag vor Bildschirmen hängen und wenig mentalen Stress erleben willst – wie das beim Scalping und Daytrading der Fall ist – empfehle ich dir den Trading Stil Futures Swing Trading mit der Strategie von InsiderWeek.

Sie basiert auf den Kenntnisse und Erfahrungen von Larry Williams, hat den COT Report und die COT Daten als Grundlage, nutzt markttechnische Ansätze für das Timing der Ein- und Ausstiege in eine Position und sichert sich durch ein robustes money risk management ab. Mit dieser Trading Strategie kannst du bei minimalem Zeitaufwand profitabel an den Futures Märkten handeln.

8 Was musst du im Futures Trading beachten?

Im Futures Trading musst du auf die Laufzeit, die Margin und den Tickwert achten.

Laufzeit

Die Laufzeit eines Futures ist die Zeitspanne zwischen dem aktuellen Zeitpunkt und dem Verfallsdatum (eng. expiration date). Vor dem Ablauf der Laufzeit wirst du am first notice day von deinem Futures Broker benachrichtigt, dass dein futures contract demnächst ausläuft und dich bitten deine Position zu schließen. Expiration day und first notice day sind in den Futures Kontraktspezifikationen festgelegt.

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SCHON GEWUSST

Der Zeitraum zwischen first notice day und expiration day unterscheidet sich je nach Sektor: Bei den Indizes ist der first notice day am gleichen Tag wie der expiration day, während du bei Grains zwei Wochen vor dem Verfallsdatum benachrichtigt wirst.

Das heißt du selbst legst die Laufzeit nicht fest. Das haben die Futures Börsen für Händler standardisiert. Du wählst nur den Terminkontrakt aus und kannst diesen während der Laufzeit beliebig oft kaufen oder verkaufen. Du entscheidest also wann du ein- und wann du wieder aussteigst bzw. eine Position eröffnest und schließt.

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SCHON GEWUSST

Am Ende der Laufzeit kann es passieren, dass Preise stark ansteigen oder fallen, weil es kurz vor dem expiration date fast keine Marktteilnehmer mehr gibt, die den Futures Kontrakt handeln. Das heißt das Handelsvolumen ist sehr gering und die Preisstellung ungünstig.

Wenn du deine Position bis zum Verfallsdatum hältst, wird dein Broker deine Position zum aktuellen Preis schließen (glattstellen von Futures). Der Preis, zu dem deine Position geschlossen wird, ist wahrscheinlich schlechter als der Preis vor dem Ende der Laufzeit.

Je nachdem ob du long oder short positioniert bist, musst du eventuell deinen Futures Kontrakt zu einem höheren Preis kaufen oder niedrigeren Preis verkaufen als noch am Vortag. Du verlierst mehr oder gewinnst weniger als du hättest können, wenn du das Verfallsdatum auf dem Schirm gehabt hättest.

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Tipp

Komm deinem Futures Broker zuvor. Schließe deine Position selbst. Und für höhere Gewinne und niedrigere Verluste, solltest du immer den expiration day und den first notice day im Blick haben.

Alle Futures haben unterschiedliche Verfallsdaten, die nach Monaten benannt sind (Fälligkeitsmonate oder Kontraktmonate). Läuft ein Terminkontrakt am 13.05 aus, sprechen Trader vom Mai-Kontrakt. Jeder Future hat unterschiedlich viele Fälligkeitsmonate.

Kürzel der Kontraktmonate

Abbildung 8: Kürzen der Kontraktmonate

Weizen beispielsweise hat fünf festgelegte Verfallsdaten, also fünf Fälligkeitsmonate (März, Mai, Juli, September, Dezember). In diesen Monaten laufen die Kontrakte aus. Während Natural Gas 12 Fälligkeitsmonate hat, also 12 definierte expiration dates.

Du kannst zum Beispiel im April eine Position im Weizen-Mai-Kontrakt eröffnen und müsstest diese Position spätestens am 13. Mai (expiration date für Wheat-May) schließen.

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Schon gewusst

Die Kontraktmonate werden mit einem Kürzel und dem betreffenden Jahr angegeben. Das Kürzel für einen Futures Kontrakt besteht immer aus einem Symbol für den betreffenden (Roh-)Stoff und einer Angabe zum Kontraktmonat. So erkennst du den 2023er Januar-Kontrakt im Natural Gas z.B. am Kürzel NGF23.

Eine Auflistung der wichtigsten Notationen haben wir dir zum Download zusammengestellt.

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Tipp

Schau dir die Kürzel für einen Futures Kontrakt in deiner Trading Software und bei deinem Broker, bei dem du handelst, an. Notationen weichen teilweise voneinander ab.

Futures Margin

Anders als am Aktienmarkt ist die Margin als Pfand bei der Eröffnung einer Position (Short und Long) zu verstehen. Eine Margin wird nicht tatsächlich gezahlt, sondern auf deinem Trading Konto geblockt.

Bei der Schließung der Position wird der Margin Betrag wieder freigegeben oder mit dem Verlust aus der Position verrechnet. Beendest du also den Trade mit Gewinn, erhältst du deine Margin in voller Höhe zurück, zuzüglich zum Gewinn aus dem Trade. Schließt du deine Position mit Verlust, wird dieser Verlust von der Margin abgezogen.

Es gibt zwei Margin Typen. Bei der Initial Margin wird ein bestimmter Betrag bei der Positionseröffnung auf deinem Konto vom Broker geblockt. Wird eine Position über Nacht gehalten, wird bei vielen Brokern noch eine Overnight Margin hinterlegt.

Die Maintenance Margin ist der Mindestbetrag auf deinem Konto, der bei einem Verlust aus der Futures Position nicht unterschritten werden darf. Die Höhe dieser Margin kann bis zu 90% der Initial Margin betragen.

Unterschreitest du die Maintenance Margin, weil deine Position gegen dich läuft und du hohe Verluste machst, kommt es zu dem bei Tradern verhassten Margin Call. Du musst dein Konto jetzt bis zur Höhe der ursprünglichen Margin wieder auffüllen sonst wird deine Position automatisch liquidiert. Das verursacht wiederum Kosten in Form von Gebühren.

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Schon gewusst

Margin ist Teil der Kontraktspezifikationen. Die tatsächliche Höhe und die Art der Margin legt jedoch der Broker fest. Du erfährst also von deinem Broker mit welcher Margin und mit welcher Höhe du es zu tun hast.

Kontraktspezifikationen Crude Oil WTI

Abbildung 9: Kontraktspezifikationen Crude Oil WTI

Eine Übersicht der wichtigsten Kontraktspezifikationen kannst du dir HIER → herunterladen.

9 Warum Futures handeln?

Im Futures Trading musst du auf die Laufzeit, die Margin und den Tickwert achten.

Viele Sektoren

Es gibt sehr viele liquideFutures, die in die Sektoren Stock Indices, Financials, Currencies, Grains, Energies, Metals, Soft, Meats und Crypto eingeteilt werden.

Futures Long und Short handeln

Futures können Long und Short gehandelt werden. Du kannst also sowohl bei steigenden als auch fallenden Kurse Gewinne erwirtschaften.

Hedging und Hebel

Futures eignen sich hervorragend zur Absicherung (Hedging) längerfristiger Kapitalanlagen. Andererseits kannst du dein Futures Portfolio sehr gut mit anderen Finanzprodukten diversifizieren: Futures sind gehebelte Produkte (Margin Handel), es ist also nicht dein komplettes Kapital in einem Produkt gebunden.

Kalkulierbares Risiko

Der Futureshandel bietet ein relativ sicher kalkulierbares Risiko (siehe oben).

10 Was brauchst du für erfolgreiches Futures Trading?

Bevor du mit dem Futures Trading beginnst, machst du dir am besten über folgende Dinge Gedanken.

Bist du wirklich bereit?

Du kannst mit Trading alles erreichen. Aber du musst bereit sein dafür etwas zu tun. Der Weg zum erfolgreichen Trader, der wenig Zeit für sein Trading braucht, ist kein Nachmittagsspaziergang.

Es bedeutet an dir selbst zu arbeiten, denn dein Erfolg in diesem Geschäft steht und fällt mit deiner Kompetenz.

Kompetenzen im Futures Trading

Abbildung 10: Trading Futures? Kompetenzen, die du brauchst

Du brauchst das notwendige Wissen und ein bestimmtes Mindset, um im Futures Trading erfolgreich sein zu können. Es ist wichtig erst die Theorie zu lernen und dann Erfahrungen an den Märkten – am besten erst im Demohandel und dann im Echtgeldhandel – zu machen.

Wenn du bereit bist, konstant und diszipliniert an deiner Kompetenz zu arbeiten, bist du auf dem richtigen Weg erfolgreich im Trading zu werden.

Hast du genug Startkapital?

Dein Trading Konto sollte im Idealfall größer als 50.000 € sein. Du brauchst so viel Geld, weil Futures Kontrakte teuer sein können. Außerdem brauchst du Geld für die Margin. Und ein hohes Startkapital hilft dir bei der Diversifikation und beim Risikomanagement.

Falls du weniger hast, ist die Auswahl der handelbaren Futures begrenzt. Denn du kannst nicht jeden Future als Mini- oder Microkontrakt handeln. Wenn du ein kleines Konto hast, musst du besonders auf dein money risk management achten.

Hast du das richtige Umfeld?

Der Weg als Einzelkämpfer*in ist beschwerlich. Umgebe dich mit einem Umfeld, das deine Interessen teilt und dich in deinen Zielen unterstützt. Und das dich auffängt und wieder aufstellen kann, wenn es mal nicht klappt!

Wenn du alle Fragen mit Ja beantwortest, kannst du anfangen Futures Trading zu lernen. Am besten du suchst dir eine Trading Ausbildung, die dir auch eine Community bietet, oder beginnst erst mal mit einem Trading Kurs für Anfänger. Falls du dann immer noch bock hast, suchst du dir einen Futures Trading Broker.

Linkliste: Weitere Informationen und Tools

https://www.barchart.com/futures — Charts und Spezifikationen der gängigsten US- und europäischen Futures

https://www.tradingview.com/chart/ — umfassende online Tradingsoftware mit extrem vielen Indikatoren und Möglichkeiten (z.B. historische Tests)

https://www.cftc.gov/MarketReports/CommitmentsofTraders/index.htm — Seite der CFTC (Commodity Futures Trading Commission) zum Download der COT-Reports

https://www.cmegroup.com — Startseite der CME-Group, alle über die CME gehandelten Futures mit aktuellen Kursen und Spezifikationen

https://www.cmegroup.com/openmarkets.html — Analysen und Berichte der CME

https://www.theice.com/index — Startseite der Intercontinental Exchange ICE

https://finviz.com/futures.ashx — bester Market Screener mit aktuellen Kursen

https://www.investing.com/analysis/commodities — Analysen, Berichte und Meinungen zu Rohstoffen und Futures

https://seekingalpha.com — Nachrichten, Kommentare, Berichte und Analysen aus der Finanzwelt