Das Wichtigste vorweg
Wenn Du zum ersten Mal Futures auf einer Trading-Plattform ansiehst, wirken viele Kontrakte wie eine Reihe kryptischer Kürzel:
- ESH6
- CLH6
- GCH6
Für Einsteiger sehen diese Codes zunächst kompliziert aus. Tatsächlich steckt dahinter jedoch ein sehr klares und logisches System. Jeder Futures-Code enthält genau die Informationen, die Trader brauchen:
- welches Asset gehandelt wird
- wann der Kontrakt ausläuft
- in welchem Jahr die Fälligkeit liegt
Wenn Du dieses System einmal verstanden hast, kannst Du Futures-Kontrakte in Sekunden erkennen und unterscheiden.
Was ist ein Futures Trading Code?
Ein Trading Code ist die Kurzbezeichnung eines Futures-Kontrakts auf einer Börse oder Trading-Plattform. Der Code besteht in der Regel aus drei Elementen:
- Produktcode – welches Asset gehandelt wird
- Monatscode – wann der Kontrakt ausläuft
- Jahreszahl – in welchem Jahr die Fälligkeit liegt
Die Struktur ist fast immer gleich:
Produktcode + Monatscode + Jahreszahl
Ein Beispiel: ESH6. Dieser kurze Code beschreibt bereits einen vollständigen Futures-Kontrakt.
Warum Futures mit Codes arbeiten
An Terminbörsen werden gleichzeitig sehr viele Kontrakte gehandelt. Ein einzelner Markt kann mehrere Laufzeiten parallel haben. Beim S&P-500-Future beispielsweise existieren gleichzeitig Kontrakte für unterschiedliche Monate.
Trader müssen daher schnell erkennen können:
- welcher Kontrakt gerade gehandelt wird
- welche Laufzeit er hat
- wie er sich von anderen Kontrakten unterscheidet
Deshalb verwenden Börsen kompakte Kontraktcodes.
Dieses System stammt ursprünglich aus der Zeit der Trading Floors in Chicago. Händler mussten Informationen schnell auf Tafeln, Telefonen oder Ordertickets notieren. Kurze Codes mit wenigen Zeichen waren dafür ideal.
Auch im heutigen elektronischen Handel wird dieses System weiterhin verwendet.
Beispiel: Der E-mini S&P 500 Future
Einer der am meistgehandelten Futures weltweit ist der E-mini S&P 500. Der Produktcode dieses Kontrakts lautet: ES.
Schauen wir uns den Kontrakt für März 2026 an. Je nach Handelsplattform wirst Du zwei Schreibweisen finden: ESH6 oder ESH26.
| Code-Bestandteil | Bedeutung | Erklärung |
|---|---|---|
| ES | Produktcode | E-mini S&P 500 Index |
| H | Monatscode | März (März-Kontrakt) |
| 6 (oder 26) | Jahreszahl | Das Jahr 2026 |
Der Code beschreibt also einen S&P-500-Futures-Kontrakt mit Fälligkeit im März 2026. Solche Codes findest Du überall:
- auf Trading-Plattformen
- in Marktanalysen
- in Wirtschaftsnachrichten
- in Futures-Charts
Die Monatscodes im Futuresmarkt
Der Buchstabe hinter dem Produktcode steht immer für den Liefermonat des Kontrakts. Diese Monatscodes sind international standardisiert und werden an nahezu allen Terminbörsen verwendet.
| Monat | Code |
|---|---|
| Januar | F |
| Februar | G |
| März | H |
| April | J |
| Mai | K |
| Juni | M |
| Juni | M |
| Juli | N |
| August | Q |
| September | U |
| Oktober | V |
| November | X |
| Dezember | Z |
Beispiel:
- H = März
- M = Juni
- Z = Dezember
Diese Buchstaben sind ein fester Bestandteil der Terminmärkte und werden seit über hundert Jahren verwendet.
Das Jahr im Futures-Code
Der letzte Teil des Codes zeigt das Jahr der Fälligkeit. In vielen Trading-Systemen wird dafür nur eine einzelne Zahl verwendet.
| Zahl | Jahr |
|---|---|
| 5 | 2025 |
| 6 | 2026 |
| 7 | 2027 |
Dadurch bleibt der Code kurz und übersichtlich. Ein kompletter Futures-Code wie CLH6 bedeutet also:
- CL → WTI-Öl-Futures
- H → März
- 6 → Jahr 2026
Der Kontrakt läuft somit im März 2026 aus.
Die Jahreszahl im Futures-Code: Achtung bei der Schreibweise
Der letzte Teil des Codes gibt das Jahr der Fälligkeit an. In der Praxis gibt es hier zwei gängige Standards, die Du kennen musst:
- Einstellige Jahreszahl (z. B. ESH6): Dies ist der klassische Standard der Terminbörsen (CME, ICE). Die 6 steht hier für das Jahr 2026. Diese kompakte Form findest Du häufig in professionellen Order-Plattformen wie NinjaTrader, ATAS oder Sierra Chart.
- Zweistellige Jahreszahl (z. B. ESH26): Viele moderne Analyse-Tools wie TradingView oder Broker wie Interactive Brokers verwenden zwei Ziffern. Dies dient der Klarheit, um Verwechslungen mit vergangenen Jahrzehnten (z. B. 2016) auszuschließen.
Profi-Tipp: Zyklus der Kontrakte
Nicht jeder Future wird in jedem Monat gehandelt.
- Aktienindex-Futures (ES, NQ): Diese folgen meist einem Quartalszyklus. Die Liquidität konzentriert sich auf die Monate H (März), M (Juni), U (September) und Z (Dezember).
- Rohstoff-Futures (CL, GC): Bei Öl oder Gold gibt es oft für jeden Monat einen eigenen Code, da diese enger an die physischen Liefertermine gekoppelt sind.
Beispiele aus realen Futures-Märkten
Schauen wir uns einige typische Codes an, die Du im März 2026 auf Trading-Plattformen finden kannst.
| Futures Code | Markt | Bedeutung |
|---|---|---|
| ESH6 | Aktienindex | S&P 500 Futures März 2026 |
| CLH6 | Energie | WTI Crude Oil Futures März 2026 |
| GCH6 | Edelmetalle | Gold Futures März 2026 |
Du erkennst sofort die gleiche Struktur:
Produktcode + Monatscode + Jahreszahl
Mit etwas Übung kannst Du diese Codes auf einen Blick lesen.
Warum Trader immer auf den richtigen Kontrakt achten
In vielen Märkten existieren gleichzeitig mehrere Futures-Kontrakte.
Trader konzentrieren sich jedoch meist auf den Kontrakt mit:
- dem höchsten Handelsvolumen
- der größten Liquidität
- ●dem größten Open Interest
Dieser Kontrakt wird oft Front-Month-Kontrakt genannt. Wenn sich ein Futures-Kontrakt seinem Ablauf nähert, wechseln Trader typischerweise zum nächsten Kontrakt. Dieser Prozess wird später im Kurs als Contract Roll erklärt.
Kurz zusammengefasst
Ein Futures-Trading-Code besteht aus drei Bausteinen:
- Produktcode – welches Asset gehandelt wird
- Monatscode – wann der Kontrakt ausläuft
- Jahreszahl – welches Jahr gemeint ist
Mit diesem System können Trader Futures-Kontrakte schnell identifizieren und unterscheiden, selbst wenn an einer Börse hunderte Kontrakte gleichzeitig gehandelt werden.
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