Bitcoin Mining – welche Technologie und welche Risiken stecken dahinter?

„bitcoin Mining“ ist eines der am meisten gebrauchten Schlagworte, wenn es um bitcoin und Cryptocurrencies geht. Und es ist zugleich ein Begriff, der nicht nur ein großes Fragezeichen aufwirft („WAS ist das überhaupt?„), sondern auch die Meinungen zum Thema bitcoin aufeinander prallen lässt.

Wir lesen davon, dass China das Mining verboten und unter Strafe gestellt hat, wir sehen den BTC-Kurs einbrechen, weil Elon Musk bitcoin nicht mehr als Zahlungsmittel akzeptiert. Begründung: Mining würde unseren gestressten Planeten noch tiefer in eine Energie- und Klimakrise reissen.

Was verbirgt sich hinter Mining und warum ist es so gefährlich für uns? Im aktuellen Video geht Alex näher auf das Thema ein. Der sich daran anschließende Beitrag liefert die noch viele weitere Informationen zum bitcoin Mining und der Technologie dahinter. Aber auch der Schwierigkeiten dabei und welche Möglichkeiten Cryptowährungen noch bieten.

Du wirst hier auch die Antwort auf einige Fragen im Zusammenhang mit dem Handel mit bitcoins finden. Viel Spaß dabei.

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Das Problem mit dem bitcoin Mining

bitcoins entstehen durch einen Prozess, der Mining genannt wird. Mining bedeutet “Bergbau” – und wie im realen Bergbau, also dem Schürfen nach Gold, Silber, Kohle oder Erzen ist auch das Schürfen nach bitcoins mit einem erheblichen Aufwand verbunden.

Beim bitcoin-Mining handelt es sich um das Lösen hochkomplexer mathematischer Rätselgleichungen.

(Wer kennt sie nicht, die alltäglichen, kleinen Probleme, z.B. — hier nur symbolisch — das Riemann-Integral bei der Ermittlung von Primzahlen)

Das Riemann-Integral soll nur als Symbol dienen — natürlich sind die Aufgaben der „Miner“ etwas komplexer!

Für die Lösung dieser kryptographischen Rätsel erhält der Miner dann Bitcoins als Belohnung. Diese Aufgaben erfordern allerdings eine Unmenge an Rechenpower und somit natürlich auch an Energie. Und der Energiebedarf steigt mit jedem neuen bitcoin weiter an. Hinzu kommt ein weiteres Problem: die Kühlung der Geräte…

Bitcoin Mining heizt See auf — Quelle: t3n

Auf Jahressicht umgelegt verschlingt bitcoin-Mining soviel Energie wie alle Rechenzentren weltweit zusammen und hinterlässt einen CO2-Fußabdruck wie die Stadt London.

Es haben sich in der jüngeren Vergangenheit deshalb solche Orte auf der Welt als vorteilhaft für das Mining erwiesen, die durch niedrige Energiekosten geprägt sind – allem voran China.

Die „Bitcoin Mining Map“ des Cambridge Bitcoin Energieverbrauchsrechner CBECI (Link in den Quellennachweisen)

Ukrainische bitcoin Mining – Farm mit PS4 — Quelle: t3n

Hanfplantage? Nein — bitcoin Mining! — Quelle: t3n

bitcoins werden im Augenblick zu 65% in China produziert, die USA steht mit 7% an zweiter Stelle, dann folgt Russland mit ca. 6,5%. Deutschland findet sich irgendwo im Mittelfeld mit 0,56% der geminten Coins.

Energieverbrauch bitcoin Mining im Vergleich

Doch es gibt noch weitere Probleme – außer dem fulminanten Energieverbrauch – für die Miner:

Die notwendige bitcoin Mining – Hardware wird knapp.

Vor allem die benötigten ASIC-Computerchips sind derzeit Mangelware. Und aufkommende Energieregulierungen von Staaten und Regierungen (Beispiel China!) können die Miner an einer empfindlichen Stelle treffen.

China hat vor kurzem einem großen Teil der dort ansässigen Mining-Firmen die Geschäftsgrundlage entzogen. Damit wurden auf einen Schlag, Schätzungen zufolge, ca. 50 der weltweiten Mining-Kapazitäten – jedenfalls vorübergehend – vernichtet.

Doch es gibt auch Lichtblicke. Neue Energiequellen werden gesucht, so exotisch sich die auch anhören mögen. Und es gibt durchaus auch Staaten abseits der großen Industrienationen, die der Cryptowährungs-Angelegenheit positiv gegenüberstehen:

El Salvador – bitcoin Mining mithilfe von Vulkanen ! — Quelle: t3n

Das Tempo der Neuschöpfung von bitcoins halbiert sich etwa alle vier Jahre, Die Gesamtzahl der Coins wird schließlich etwa 21 Millionen erreichen. Die Anzahl der im Umlauf befindlichen bitcoins beträgt im Augenblick rund 19,14 Millionen. Täglich werden etwa 900 bitcoins erzeugt. (Quelle: https://www.buybitcoinworldwide.com)

Wieviel bitcoins sind im Umlauf?

Der Wert von bitcoins ergibt sich aus ihrer Knappheit, da die Anzahl der bitcoins, die letztendlich ausgegeben werden, festgelegt ist.

Und wohin mit all den Coins? In die Wallet!

Bitcoins sind mittlerweile auf dem Vormarsch und dabei, auch als reales Zahlungsmittel immer stärkere Akzeptanz zu finden.

Wie gelangst du an die Coins? Du kannst Cryptos wie zum Beispiel den bitcoin auf Cryptobörsen im Internet kaufen. das ist im Grunde nichts anderes als ein Online-Geldwechsel. Danach musst du die gekauften Cryptos in eine virtuelle Geldbörse übertragen, dem sog. Wallet. Die meisten Crypto-Börsen verlangen, dass du bereits über ein Wallet verfügst, bevor du Coins kaufen kannst.

Es gibt keine „One size fits all“ Wallet. Wallets gibt es auf verschiedenen Plattformen mit unterschiedlichen Funktionen.

Die wesentlichen Funktionen der Wallet-Software bestehen darin, die privaten Schlüssel des Benutzers (sicher) zu halten, Transaktionen zu erstellen, die an das Netzwerk gesendet werden, und eingehende und ausgehende Transaktionen zu sammeln, um dem Benutzer den Saldo der verfügbaren Mittel anzuzeigen.

Verschiedene Formen einer Crypto-Wallet (eigene Grafik)

Einige Wallet-Implementierungen betreiben einen vollständigen Bitcoin-Knoten. Eine Full Node Wallet führt eine vollständige Kopie der verteilten Datenbank, der Blockchain. Diese Wallets haben den Vorteil, dass sie sich nicht auf einen Server von Dritten verlassen müssen, allerdings auf Kosten der technischen Anforderungen an das eigene Gerät.

Lightweight-Wallet-Implementierungen sind ebenfalls verfügbar. Diese leichtgewichtigen Wallets verlassen sich auf Knoten von Drittanbietern hinsichtlich der Datenspeicherung und um die von der Wallet erstellten Transaktionen weiterzuleiten. Leichtgewichtige Wallets eignen sich besser für Geräte mit begrenztem Speicher und begrenzter Verarbeitungskapazität, wie z. B. Smartphones.

Eine dritte Art von Wallets sind Web-Wallets. Bei einer Web-Wallet werden die Gelder an eine dritte Partei übertragen, oft eine Website, die diese Gelder dann im Namen des Benutzers verwaltet.

Die Anforderung an den Benutzer ist hier ähnlich wie bei bestehenden Online-Banking-Diensten. Web-Wallets bieten Komfort für ihre Nutzer, da der Dienst die Verwaltung der privaten Schlüssel übernimmt. Allerdings läuft der Benutzer Gefahr, dass der Webdienst angegriffen und ausgeraubt oder der Betreiber selbst unseriös und unzuverlässig ist.

Vorfälle von Diebstahl oder Angriffen auf diese Dienste, auch versuchte, gab es in der Vergangenheit sehr häufig, so dass diese Lösung unserer Meinung nach mit äußerster Vorsicht zu genießen ist.

Eine Frage zum Schluss: muss es wirklich bitcoin sein?

Nein – denn bitcoin ist längst nicht alles!

Die Software, die sich hinter der Bitcoin-Blockchain verbirgt, läuft unter einer frei zugänglichen Open-Source Lizenz. Das heißt, der Programmcode kann im Internet heruntergeladen, beliebig verändert und weiterverwendet werden. Auf diese Art und Weise ist also theoretisch jeder, der über die notwendigen Programmierkenntnisse verfügt, in der Lage, sein eigenes Geld zu kreieren.

Inwiefern das Sinn macht, sei dahingestellt. Letztlich wird jede Währung ja erst durch die Akzeptanz der Gesellschaft zu einem Zahlungsmittel. Aber im Bereich der Cryptowährungen tummeln sich doch einige Exoten, die es durchaus zu “Ruhm und Ehre” bringen konnten, wenn auch oft nur vorübergehend.

Die Rede soll daher zum Abschluss von den sog. “Altcoins” sein.

Das “Alt…” hat nichts mit dem Alter zu tun sondern steht lediglich für “Alternative”. Und als “Alternative Coins” gelten ALLE Cryptowährungen, die nicht bitcoin heißen.

Da wäre zunächst das Flaggschiff Ethereum (dessen Währung den Namen Ether trägt), eine Blockchain mit eigenen Regeln. Ethereum ist von vornherein auf eine breite Möglichkeit von Anwendungen ausgelegt. Dies zeigt sich bereits jetzt in Form von NFT oder Smart Contracts, zwei Besonderheiten dieses Netzwerks.

Außerdem gibt es eine Reihe anderer Cryptos, die durchaus eine ernstzunehmende Zukunft haben wie z.B. Ripple oder Litecoin. Aber auch sogenannte “Spaßwährungen”, wie den “Shiba Inu Coin” oder den “Dogecoin”, der durch seine Präferierung seitens Elon Musk zu einigem Wert gekommen ist.

Wie die Zukunft dieser Altcoins aussehen mag, wollen und können wir bei InsiderWeek nicht vorhersagen. Es mag sein, dass manche einen steilen Aufstieg hinlegen und danach ebenso schnell wieder verschwinden. Andere, wie Ether, werden sich vermutlich etablieren. Zu vermuten ist auch, dass die Blockchain in nächster Zukunft das Feld der Cryptowährungen verlassen und weitere Bereiche unseres Lebens revolutionieren wird.

ABER:

Für uns als Futurestrader ist momentan nur bitcoin interessant. Es ist im Augenblick die einzige Cryptowährung, auf die ein Future aufgelegt wurde. Deshalb wirst du auch hier bei Insiderweek in nächster Zukunft öfter über diesen Markt informiert werden.

Mit diesem und dem vorangegangenen Video und den begleitenden Artikeln wollten wir dir einen kleinen Einblick in die Philosophie, Technologie und die Welt von Bitcoin, dem Netzwerk hinter der Cryptowährung anbieten. Auch wenn wir vieles nur streifen konnten, etwas vereinfacht (die Tech-Freaks da draußen mögen es uns verzeihen!) oder auch unberücksichtigt gelassen haben (Frage: was ist z.B. “Proof of Work”? Antwort: ein zentrales, wichtiges Konzept bei Bitcoin, das für uns aber keine Bedeutung hat!) :

Wichtig erscheint uns, dass du ansatzweise verstehst, WAS du handelst, dann kannst du auch abschätzen, WIE du es handeln solltest.

Das Universum der Cryptocurrencies ist noch jung; wir können soeben die Geburtsstunde miterleben, quasi den “Big Bang”. Ob sich daraus ein “Schwarzes Loch” oder eine strahlendes Universum entwickelt, wird die Zukunft weisen.

Wir wollen jedenfalls dabei sein!


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Einige Randinformationen

Was sind Token?

Token sind Einheiten, die den Besitzer zu bestimmten Aktionen auf der Blockchain berechtigen. Man kann sie sich als „Pfandchips“ vorstellen, die beispielsweise EINE Transaktion eines Crypto-Betrags ermöglicht. Mit diesem Prinzip wird vermieden, dass zwei Personen gleichzeitig oder eine unberechtigte Person eine solche Transaktion vornimmt.

Was sind Smart Contracts?

Smart Contracts bezeichnen Anwendungen und Aktionen auf der Blockchain, die vollautomatisch ablaufen. Es werden bestimmte Ereignisse vorher festgelegt, die als Auslöser dienen. Zum Beispiel könnte eine Software automatisch installiert werden nachdem der vereinbarte Kaufbetrag auf dem Konto des Verkäufers eingegangen ist.

Der Nachteil: Da Smart Contracts auf der Blockchain gespeichert sind, ist ein nachträgliche Änderung oder ein Rückgängig machen des Vertrags wesentlich komplizierter als bei herkömmlichen Verträgen.

Smart Contracts wurden zuerst duch das Cryptocurrency-Protokoll Ethereum implementiert.

Was sind NFTs?

NFTs sind „Non Fungible Token“ — nicht austauschbare Token. Bei einer Kryptowährung repräsentiert jeder Token den gleichen Vermögenswert, Token sind also gegeneinander austauschbar. Non Fungible Token repräsentieren dagegen einen ganz konkreten Vermögenswert, sind also einzigartig. NFTs haben sich im Augenblick z.B. in der Crypto-Kunst etabliert. Sie repräsentieren ein Asset, das es in dieser Form nur einmal geben soll.

Ein Beispiel für ein NFT: Jack Dorsey, der Gründer von Twitter, hat seinen allerersten Tweet auf der Plattform in einer Online-Auktion für 2,9 Millionen Dollar verkauft, in Form eines NFTs (https://bit.ly/twitter-nft).

NFTs könnten künftig auch für Digitale Personalausweise, Gesundheitspässe oder andere wichtige Dokumente eingesetzt werden.

Was ist DEFI?

DEFI steht für Decentralized Finance. Das sind alle Finanzanwendungen, die auf der Blockchain-Technologie fundieren.

Das DEFI- Prinzip setzt den Einsatz von Smart Contracts voraus


Quellen und Stoff zum Weiterlesen:

Unsere anderen Artikel zum Thema:

Cryptowährungen und Bitcoin — Eine Annäherung an das Thema

Technischer Hintergrund der Cryptowährungen: die Blockchain

Über den Autor

Max Schulz ist professioneller Futures und Rohstoff Trader. Er ist Gründer und Kopf von InsiderWeek. Seit vielen Jahren hilft er Menschen ihre finanziellen Ziele zu erreichen in dem er sie im Futures Trading ausbildet.

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